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Seine persönliche Sicht zum Afghanistankrieg erläuterte am 22.12.2009 auf einer Veranstaltung der „Freunde von Valjevo“ Oberstleutnant Jürgen Rose vor über 30 Zuhörern im „Stegerbräu“. Rose gehört zu den Offizieren der Bundeswehr, die jede Mitwirkung an Angriffskriegen strikt ablehnen.
Über Jahre hinweg, so Rose, sei unserer Bevölkerung vorgegaukelt worden, die Bundeswehreinheiten seien nur zum Zweck des friedlichen Aufbaus am Hindukusch stationiert. Spätestens seit dem Massaker von Kundus könne jedoch niemand mehr bestreiten, dass die Bundeswehr am Krieg gegen eine breite Aufstandsbewegung beteiligt sei. Diese Aufstandsbewegung wende sich gegen die Besatzung durch US- und Nato-Truppen und die von ihnen eingesetzte Karsai-Regierung. Mit erschütternden Bildern von Opfern der alliierten Luftangriffe, ihrer Brandbomben und Minen machte Rose deutlich, wieviel Elend dieser Krieg tagtäglich über die afghanische Bevölkerung bringt. „Es gibt keine Entschuldigung für das durch unsere westlichen Militärs erzeugte Leid unter den unbeteiligten und unschuldigen Menschen“, habe Oberstleutnant Jürgen Heiducoff als militärpolitischer Berater der Bundesregierung in Kabul bereits 2007 in einem Brief an Außenminister Steinmeier protestiert. Laut Jürgen Rose verfolgen die USA mit der Besetzung des geostrategisch wichtigen Afghanistan das Ziel, ihre Position als die dominierende Weltmacht zu sichern: Afghanistan sei für sie unverzichtbar für den Zugriff auf die Energie- und Rohstoffreserven Zentralasiens und die Kontrolle über deren Transportwege über Pakistan zum Meer. Seine Besetzung solle ihnen die Einkreisung des Iran und die Eindämmung des aufstrebenden Chinas ermöglichen. Die Gründe für die deutsche Teilnahme am Afghanistankrieg habe der frühere Staatssekretär im Verteidigungsministerium Lothar Rühl (CDU) in der Zeitschrift „Strategie und Technik“ im Juni 2007 so zusammengefasst: „Die deutschen Soldaten töten und sterben für das Bündnis mit den USA, für den Fortbestand der Nato und für mehr politisches Gewicht Deutschlands auf der Weltbühne“. Zur Rechtfertigung dieses Krieges zeichneten Politiker und Medien ein Zerrbild der islamischen Welt. Dabei habe in den letzten 200 Jahren kein einziges Mal ein muslimisches Land den Westen angegriffen. „Nicht die Gewalttätigkeit der Muslime, sondern die Gewalttätigkeit einiger westlicher Länder sei das Problem unserer Zeit“, zitierte Rose den früheren Bundesminister Jürgen Todenhöfer. Die ständigen Erhöhungen der US- und Nato-Truppen und die Ausweitung des Krieges nach Pakistan hätten nur zu einem Erstarken des Widerstandes gegen die „fremde Besatzung“ und zu mehr Opfern auf beiden Seiten geführt. Der Krieg gegen die Guerilla sei nicht zu gewinnen. Das Bundesverwaltungsgericht habe in einem Urteil 2005 klargestellt, daß der Einsatz der Bundeswehr zur Verteidigung nur zur Abwehr gegen einen militärischen Angriff erlaubt sei, nicht jedoch zur Verfolgung, Durchsetzung und Sicherung ökonomischer und politischer Interessen. Rose forderte, unser Grundgesetz wieder ernst zu nehmen und die Bundeswehreinheiten aus Afghanistan abzuziehen.
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