Archiv nach Kategorien: Embargo

Aktion „Winterkleidung für Kinder in Damaskus“

Ein großer Erfolg: Dank Ihrer Unterstützung erhalten Hunderte syrischer Kinder Winterkleidung

Unsere Aktion „Winterkleidung für Kinder in Damaskus“, über die wir unsere Mitbürger in Pfaffenhofen über die Lokalzeitung und mit Plakaten informiert haben, hat ein breites Echo gefunden. Jugendliche sammelten auf Weihnachtsfeiern, Vereine und viele Bürger spendeten. Eine große Unterstützung für die Aktion war ein Bericht von Albrecht Müller auf seinem Internetportal  „Nachdenkseiten“. Rund 300 seiner Leser reagierten und sandten uns eine Überweisung.

Wir haben alle Spenden mittlerweile an die Leiterin des Italienischen Krankenhauses in Damaskus, Schwester Carol Tahhan, weitergeleitet. Sie hat für uns die gesamte Organisation der Herstellung und Verteilung der Winterkleidung für Kinder und Jugendliche besonders bedürftiger Familien übernommen. Mit dem Geld wurden bereits und werden weiter Stoffe und Materialien eingekauft, mit denen Schneiderinnen in Damaskus Winterjacken und Mäntel herstellen. Mittlerweile konnten, wie uns Carol  Tahhan berichtet, bereits mehrere Hundert Kinder und Jugendliche eingekleidet werden.

Wir haben die Aktion auch zum Anlass genommen, eine Konferenz der Friedensbewegung zu den Wirtschaftssanktionen der EU als Instrument der Kriegsführung und ihren verheerenden Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der syrischen Bevölkerung und insbesondere auf das  Gesundheitsversorgung in Syrien anzuregen. Ein Wiederaufbau des Landes und eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen der syrischen Bevölkerung sind schließlich erst dann möglich, wenn die unmenschlichen und völkerrechtswidrigen Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

An alle Spender herzlichen Dank für ihre großzügige Unterstützung!

Großer Erfolg unserer Spendenaktion!

Das Echo auf unseren Spendenaufruf für das „Italienische Krankenhaus“ in Damaskus war überwältigend. Wir erhielten über 200 Überweisungen mit Spenden von insgesamt 22.000 EUR. Das Geld haben wir in mehreren Teilbeträgen mittlerweile der Leiterin des Krankenhauses Schwester Anna Maria Scarzello zugeleitet. Sie hat uns den Empfang bestätigt. Mit dem Geld konnte Schwester Scarzello für das Krankenhaus die benötigte neue Wasserwiederaufbereitungsanlage für die Dialyse und zusätzlich noch Geräte für Reanimation und Atemtherapie besorgen.

Deshalb ganz herzlichen Dank an alle Spender!

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation kann die Regierung in Damaskus jeweils nur für 3 Stunden Strom für elektrisches Licht zur Verfügung stellen. Danach wird der Strom für die nächsten 3 Stunden abgeschaltet. Deshalb laufen für das Krankenhaus Tag und Nacht Notstromaggregate. Sie sorgen auch für die Beheizung der Räume. 15.000 Liter Diesel braucht das Krankenhaus im Winter jeden Monat. Bei einem Literpreis von aktuell 183 syrischen Lira liegen die Kosten dafür bei 5.000 Dollar, so Schwester Scarzello.

Unsere Spendenaktion geht weiter! Helft alle mit!

Die Notlage bei der Stromversorgung und der Mangel an Diesel und Heizöl sind eine direkte Folge der Wirtschaftssanktionen der Bundesregierung und der EU, die seit 2011 (!!!)  gegen Syrien in Kraft sind. Sie verbieten u.a. explizit die Lieferung und technische Hilfe von Schlüsselausrüstung und Technologie zur Exploration, Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas. Sie verbieten genauso die Lieferung und technische Hilfe für Kraftwerke zur Stromgewinnung wohl wissend, dass die Infrastruktur des Landes durch gezielte Terroranschläge und Krieg schwerste Schäden erlitten hat.

Damit das Krankenhaus auch in den Wintermonaten voll arbeiten kann und über ausreichend Heizung und elektrischer Strom verfügt, bitten wir im Namen von Schwester Scarzello um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, BIC BYLADEM1PAF, Stichwort: „Krankenhaus Damaskus“. Wir werden die Gelder wieder unverzüglich an Schwester Scarzello weiterleiten.

APPELL KIRCHLICHER WÜRDENTRÄGER AUS SYRIEN

Die Sanktionen gegen Syrien und die Syrer sind unverzüglich aufzuheben

2011 hat die Europäische Union beschlossen, Wirtschaftssanktionen gegen Syrien zu verhängen. Die EU stellte sie als „Sanktionen gegen Persönlichkeiten des Regimes“ dar. Tatsächlich verhängte sie gegen das ganze Land ein Öl-Embargo, eine Blockade jeglicher Finanztransaktionen und ein Handelsverbot für sehr viele Gütern und Produkte. Diese Maßnahmen sind immer noch in Kraft. Dagegen wurde 2012 aufgrund einer schwer verständlichen Entscheidung das Öl-Embargo für die Regionen aufgehoben, die die bewaffnete und dschihadistische Opposition kontrolliert. Dadurch soll offenkundig den sogenannten „revolutionären Kräften und der Opposition“ wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

In diesen 5 Jahren haben die Sanktionen gegen Syrien dazu beigetragen, die syrische Gesellschaft zu zerstören: Sie lieferten sie dem Hunger, Epidemien und Elend aus und arbeiten somit den Milizen von Integralisten und Terroristen, die heute auch in Europa zuschlagen, in die Hand. Die Sanktionen vergrößern die Schäden durch den  Krieg, der bereits zu 250.000 Toten, 6 Millionen intern Vertriebenen und 4 Millionen Flüchtlingen geführt hat.

Die Situation in Syrien ist verzweifelt: Es fehlt an Lebensmitteln, es herrscht eine allgemeine  Arbeitslosigkeit, medizinische Behandlungen sind unmöglich geworden,  Trinkwasser und Strom sind rationiert. Dazu kommt, dass das Embargo die Syrer, die sich bereits vor dem Krieg im Ausland niedergelassen haben, daran hindert, ihren Verwandten und Familienangehörigen im Heimatland Geld zu überweisen. Selbst Nichtregierungsorganisationen, die Hilfsprogramme durchführen möchten, können ihren Mitarbeitern in Syrien kein Geld schicken. Firmen, Stromwerke, Wasserwerke, und Krankenhäuser sind gezwungen, zu schließen, weil sie keine Ersatzteile und kein Benzin bekommen können.

Heute sehen die Syrer nur eine Möglichkeit für das Überleben ihrer Familien: die Flucht aus ihrem Land. Aber auch diese Lösung stößt auf nicht wenige Schwierigkeiten und  führt zu hitzigen Auseinandersetzungen innerhalb der Europäischen Union. Es kann nicht sein, dass die Flucht die einzige Lösung ist, die die internationale Gemeinschaft diesen Menschen in ihrer Not noch lässt.

Wir unterstützen deshalb alle Initiativen humanitären Charakters und alle Initiativen für den Frieden von Seiten der internationalen Gemeinschaft, insbesondere die schwierigen Verhandlungen in Genf. In der Erwartung und der Hoffnung, dass sie nach so vielen bitteren Enttäuschungen ein konkretes Ergebnis bringen, fordern wir, dass die Sanktionen, die im tagtäglichen Leben jedes Syrers zu spüren sind, unverzüglich aufgehoben werden. Ohne konkrete Anstrengungen für die Menschen, die heute unter den Folgen des Embargos leiden, kann es nicht zu dem ersehnten Frieden kommen. Die Auswirkungen des Embargo lasten auf dem ganzen Volk.

Das Gerede über die Kriegsflüchtlinge aus Syrien sieht nach purer Heuchelei aus, solange man gleichzeitig, diejenigen, die in Syrien bleiben, weiter aushungert, ihnen die medizinische Versorgung, Trinkwasser, Arbeit, Sicherheit und die elementarsten Rechte verweigert.

Wir wenden uns deshalb an die Abgeordneten und Bürgermeister jedes Landes, damit die Bürger der Europäischen Union (bis heute absolut unwissend) über die Ungerechtigkeit der Sanktionen gegen Syrien informiert werden und die Sanktionen endlich Gegenstand einer ernsthaften Debatte und entsprechender Beschlüsse werden.

Unterzeichner:
Georges Abou Khazen, Apostolischer Vikar von Aleppo
Pierbattista Pizzaballa, Kustos emeritus des Heiligen Landes
Josef Tobji, Erzbischof der Maroniten von Aleppo
Boutros Marayati, Armenischer Bischof von Aleppo
Die Schwestern der Kongregation des heiligen Josef der Erscheinung des Krankenhauses „Saint Louis“ von Aleppo
Ordensgemeinschaft der Trappistinnen in Syrien
Dr. Nabil Antaki, Arzt in Aleppo von der Ordensgemeinschaft der Gesellschaft Maria
Die Schwestern der Kongregation der immerwährenden Hilfe – Zentrum für Minderjährige und Waise von Marmarita
Pater Firas Loufti, Franziskaner
Jean – Clement Jeanbart, griechisch-orthodoxer Erzbischof von Aleppo
Jacques Behnan Hindo, syrisch-katholischer Bischof von Hassake – Nisibi
Mtanios Haddad, Archimandrit der katholisch – melkitischen Kirche
Hilarion Capucci, emerit. Erzbischof der melkitischen griechisch-kath. Kirche
Ignaz Youssef III Younan, Patriarch der unierten syrisch-kath. Kirche von Antiochien
Georges Masri, Prokurator beim Heiligen Stuhl der syr.isch-kath. Kirche
Gregor III Laham, Patriarch der melkitisch griechisch-kath. Kirche

Orginaltext: „Basta sanzioni alla Siria e ai Siriani“
Übersetzung aus dem Italienischen: Bernd Duschner

Musikabend mit der Gruppe „Jisr-. Brücke“

Mohamad Alhakim konnte erfolgreich operiert werden
Konzert mit klassischer arabischer Musik am Freitag, 27. Mai, 19 Uhr 30 im Hofbergsaal Pfaffenhofen

Vor wenigen Tagen wurde unser 16 jährige Schüler Mohamad Saria Alhakim aus Damaskus in einer Spezialabteilung für orthopädische Onkologie der Schönklinik in Hamburg operiert. Der Tumor an seinem Knie konnte dabei vollständig beseitigt werden. Am Freitag, den 27. Mai, 19 Uhr, findet im Hofbergsaal deshalb ein Konzert der Gruppe „Jisr-.Brücke“ mit klassischer arabischer Musik statt, zu dem wir herzlich einladen.

Seit dem Herbst 2014 hatte Mohamad an einem Tumor an seinem rechten Knie gelitten. Aufgrund der verzweifelten Versorgungslage und des weitgehenden Zusammenbruchs des Gesundheitswesens in Syrien hatte sich seine in Pfaffenhofen lebende Großmutter uns um Hilfe gebeten. Viele Bürger aus Stadt und Landkreis Pfaffenhofen hatten gespendet, so dass Mohamad jetzt bei uns in Deutschland behandelt werden konnte. Die Operation, die in der Schönklinik in Hamburg erfolgte, dauerte etwa 5 Stunden. Weil Nerven und Blutgefäße in Narben und Tumorgewebe verwachsen waren, hatte Mohamad unter ständigen Schmerzen gelitten. Mittlerweile kann er das Bett mit einer Schienenbandage verlassen. Zwar sind Fuß und Knie noch nicht wieder voll beweglich, mit intensiven physiotherapeutischen Nachbehandlungen dürfte aber eine vollständige Heilung möglich sein. In Hamburg hatten die pensionierten Ärzte Dr. Manfred Lotze und Dr. Sigrid Klose – Schlesier liebevoll die Betreuung von Mohamad und seiner Schwester Sara, die ihn begleitet, übernommen. Lotze ist selbst Orthopäde, Dr. Sigrid Klose-Schlesier Gynäkologin. Beide sind bei den Ärzten gegen Atomkrieg IPPNW aktiv und haben Mohamad und Sara auch einige der Sehenswürdigkeiten ihrer Heimatstadt Hamburg gezeigt. Ihnen unser ganz herzlicher Dank!

Für das Fest am am Freitag, den 27. Mai, im Hofbergsaal wir die Gruppe „Jisr-Brücke“ gewinnen können. Zu ihr gehören die syrischen Musiker Abathar Kmash und Ehab Fakhir sowie der marokkanische Percussionist Mohcine Ramadan. Abathar Kmash (Oud, Cello) und Ehab Fakhir (Viola) haben an der Musikhochschule in Damaskus studiert. Der Krieg zwang sie, ihre Heimat zu verlassen. Über den Balkan kommend, sind sie im Januar in Deutschland eingetroffen. Auf ihrem Programm von „Jisr -Brücke“ an diesem Freitag stehen klassische arabische Musik mit Liedern aus Syrien, Tunesien und Marokko. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Gibt es keine Hoffnung mehr für Syrien?

Karin Leukefeld spricht am 28. Juli, 20 Uhr, im Rathaussaal

Über die aktuelle Situation in Syrien spricht am kommenden Dienstag, den 28. Juli, um 20 Uhr, die Journalistin Karin Leukefeld im Rathaussaal.

Karin Leukefeld

Karin Leukefeld

Leukefeld verbringt regelmäßig die Hälfte des Jahres in Syrien. Sie ist als einzige deutsche Auslandskorrespondentin in Damaskus akkreditiert und kennt wie Wenige das Land und seine Menschen. Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein aufstrebendes Land. Heute ist es weitgehend zerstört. Nach vier Jahren Krieg haben Millionen Menschen alles verloren, die Gesellschaft ist tief gespalten. Die Weltbank spricht mittlerweile von über 220.000 Toten und 840.000 Verletzten und Verstümmelten. 7,6 Millionen Syrier sind im eigenen Land vor den Kämpfen auf der Flucht, 4 Millionen haben das Land verlassen. Die breite Masse der Bevölkerung hat kaum mehr Zugang zu medizinischen Versorgung, ein Viertel der Schulen sind geschlossen, immer mehr Syrer leiden Hunger. Welche Ursachen hat dieser mörderische Krieg? Woher kommen die Waffen? Welche Rolle spielen USA, EU, die Türkei und Saudi-Arabien in diesem Konflikt? Gibt es noch eine Hoffnung für Syrien und sein Volk? Mit diesem Fragen wird sich Karin Leukefeld bei ihrem Vortrag im Rathaussaal auseinandersetzen.

Karin Leukefeld wurde 1954 geboren. Sie studierte Ethnologie, Islam- und Politikwissenschaften. Seit dem Jahre 2000 berichtet sie als freie Journalistin aus dem Nahen – und Mittleren Osten für Tages- und Wochenzeitungen sowie den ARD Hörfunk. Erst vor wenigen Wochen strahlte  das Bayerische Fernsehen ihren Dokumentationsfilm „Leiser Tod im Garten Eden“ aus. In ihm zeigt sie die grauenhaften Folgen des Einsatzes von abgereicherter Uranmunition in den Irakkriegen 1991 und 2003.