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Aktion „Winterkleidung für Kinder in Damaskus“

Ein großer Erfolg: Dank Ihrer Unterstützung erhalten Hunderte syrischer Kinder Winterkleidung

Unsere Aktion „Winterkleidung für Kinder in Damaskus“, über die wir unsere Mitbürger in Pfaffenhofen über die Lokalzeitung und mit Plakaten informiert haben, hat ein breites Echo gefunden. Jugendliche sammelten auf Weihnachtsfeiern, Vereine und viele Bürger spendeten. Eine große Unterstützung für die Aktion war ein Bericht von Albrecht Müller auf seinem Internetportal  „Nachdenkseiten“. Rund 300 seiner Leser reagierten und sandten uns eine Überweisung.

Wir haben alle Spenden mittlerweile an die Leiterin des Italienischen Krankenhauses in Damaskus, Schwester Carol Tahhan, weitergeleitet. Sie hat für uns die gesamte Organisation der Herstellung und Verteilung der Winterkleidung für Kinder und Jugendliche besonders bedürftiger Familien übernommen. Mit dem Geld wurden bereits und werden weiter Stoffe und Materialien eingekauft, mit denen Schneiderinnen in Damaskus Winterjacken und Mäntel herstellen. Mittlerweile konnten, wie uns Carol  Tahhan berichtet, bereits mehrere Hundert Kinder und Jugendliche eingekleidet werden.

Wir haben die Aktion auch zum Anlass genommen, eine Konferenz der Friedensbewegung zu den Wirtschaftssanktionen der EU als Instrument der Kriegsführung und ihren verheerenden Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der syrischen Bevölkerung und insbesondere auf das  Gesundheitsversorgung in Syrien anzuregen. Ein Wiederaufbau des Landes und eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen der syrischen Bevölkerung sind schließlich erst dann möglich, wenn die unmenschlichen und völkerrechtswidrigen Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

An alle Spender herzlichen Dank für ihre großzügige Unterstützung!

Kinder in Damaskus erhalten Winterkleidung

Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig humanitäre Hilfe leisten

Im Sommer hatten wir die Ausbildung von 40 Frauen in Damaskus zu Schneiderinnen finanziert. Die Ausbildung fand in den Räumlichkeiten der dortigen Don Bosco Schwestern unter Leitung von Schwester Carol Tahhan statt. Ende Oktober hat sich Bernd Duschner für uns in Beirut mit Schwester Carol Tahhan getroffen. Bei diesem Gespräch hat ihm Frau Tahhan ein gemeinsames Folgeprojekt ans Herz gelegt, das wir sofort in Angriff genommen haben: Die frisch ausgebildeten Schneiderinnen stellen jetzt rechtzeitig vor dem Winter in Damaskus warme Kleidung für Kinder her. Diese Winterkleidung wird anschließend an besonders bedürftige  Familien in der syrischen Hauptstadt verteilt.

Es ist eine spürbare Hilfe, denn dank zahlreicher Spender konnten wir ihnen inzwischen bereits 16.000 EUR für den Einkauf der notwendigen Stoffe, Materialien und Arbeitslöhne zur Verfügung stellen. Dieser Erfolg  ist auch prominenten Unterstützern zu verdanken. So gab uns Dr. Eugen Drewermann bei seinem jüngsten Vortrag bei Pax Christi in Augsburg Gelegenheit, für diese humanitäre Aktion zu werben. Der Publizist und  langjährige Planungschef im Bundeskanzleramt Albrecht Müller informierte die Leser seiner „Nachdenkseiten“  und seine Leser haben großzügig reagiert.

Angesichts der Not in Syrien bitten wir um weitere Spenden für unsere Aktion auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN: DE06 7215 1650 0008 0119 91, Stichwort „Hilfe für Kinder in Damaskus“.

Nachfolgend ein persönliches Schreiben mit Photos von Schwester Carol Tahhan vom 14. Dezember an unseren Vereinsvorsitzenden:

Carissimo Signor Bernd, 

Finalmente comincio a scriverti per ringraziarti per il tuo aiuto che stai dando a noi attraverso gli aiuti. Noi abbiamo ricevuto il 16000 Euro e grazie mille.

ecco tutto il materiale che ho fatto fin adesso. la ringrazio tanto la gioia delle donne che hanno avuto un stipendio e` molto grande e non solo le donne anche i poveri che stanno prendendo il regalo di Natale. Un grazie a lei e a tutti i donatori. Sr. Carol e adesso mando le fotto mentre noi prepariamo i pacchie scusami di nuovo per il ritardo ha risponderti.

Liebster Herr Duschner,

endlich komme ich dazu, Dir zu schreiben und für Deine Unterstützung zu danken, die Du uns mit diesen Hilfen gibst. Wir haben die 16.000 EUR erhalten. Tausend Dank! Hier ist das ganze Material, das ich bis jetzt gemacht habe. Ich danke Ihnen. Die Freude der Frauen, die ein Gehalt bekommen haben, ist sehr groß und nicht nur bei dene Frauen, sondern auch bei den Armen, die ein Weihnachtsgeschenk erhalten. Ein Dank an Sie und alle Spender, Schwester Carol.
Und jetzt schicke ich Ihnen die Photos, während wir die Pakete herrichten. Und entschuldige mich für meine verzögerte Antwort.

Damaskus: Kurse für Schneiderinnen konnten beginnen

Schwester Carol Tahhan bedankt sich bei unseren Verein und den Spendern

Mit einem persönlichen Schreiben hat sich Schwester Carol Tahhan bei unserem Verein für die Unterstützung bei der Finanzierung von Kursen zur Berufsausbildung für Mütter in Damaskus bedankt. Die gebürtige Syrerin Carol Tahhan gehört zur Ordensgemeinschaft der Don-Bosco Schwestern, die unter Leitung von Schwester Anna Maria Scarzello das „Italienische Krankenhaus“ führen. Tahhan stammt aus einer christlichen Familie und wurde 1971 in Aleppo geboren. Sie ist verantwortlich für den Kindergarten der Don-Bosco Schwestern und organisiert die Kurse für die Berufsausbildung von Müttern zu Schneiderinnen. Für die Finanzierung zweier neuer Kurse mit jeweils 20 Teilnehmerinnen, konnten wir ihr mittlerweile 11.000 EUR zur Verfügung stellen Die Kurse, die über mehrere Monate gehen, haben jetzt vor drei Wochen begonnen. 20.000 EUR sind insgesamt erforderlich, damit zum Abschluss der Ausbildung noch für jede der Teilnehmerinnen eine Nähmaschine gekauft und ihr als Geschenk gegeben werden kann. Deshalb führen wir unsere Spendenaktion weiter.

Bereits 7 Jahre dauert der Krieg in Syrien. Frägt man Schwester Tahhan nach den Ursachen, so verweist sie auf den Reichtum des Landes, der die Begehrlichkeit der Großmächte und Nachbarstaaten geweckt habe: Das „schwarze“ Gold (Erdöl), das „gelbe“ Gold (Getreide) und das „weiße“ Gold (Baumwolle) Syriens. Damaskus hat schwer unter den Kämpfen und Anschlägen gelitten und ist überfüllt mit Hunderttausenden von Flüchtlingen. Unter ihnen sind viele Frauen, die ihren Mann verloren haben. Sie müssen jetzt auf sich gestellt ihre Kinder ernähren und durchbringen. Schwester Carol Tahhan liebt ihr Land über alles. Trotz des Krieges, der Gefahren und der herrschenden Not würde sie Syrien unter keinen Umständen verlassen. Mit Geldern des UN – Flüchtlingswerkes hat sie vor 7 Jahren begonnen, ihre ersten Kurse für Frauen zur Berufsausbildung zur Schneiderin zu organisieren. Am Ende der Ausbildung erhalten diese Frauen immer ein Zeugnis als Nachweis und eine eigene Nähmaschine als Starthilfe. „Wir“, sagt Tahhan, helfen diesen Frauen, auf eigenen Füßen zu stehen, unabhängig zu sein, eine Arbeit zu finden, und sich jetzt, obwohl Krieg und Tod herrschen, weiter zu entwickeln. Wir machen Mut und sagen ihnen: „Es gibt eine Zukunft, der Frieden wird kommen. Wir geben Mut zum Leben.“ Einmal, erzählt sie, sei eine Frau in Tränen ausgebrochen, als sie ihr das Zeugnis ausgehändigt habe. Es sei das erste Mal in ihrem Leben gewesen , so die Frau, dass sie ein solches Dokument erhalten habe.
Schwester Tahhan leitet auch den Kindergarten der Don-Bosco Schwestern. Nur 24 der 200 Kinder sind Christen, die übrigen Moslems. Ein Zusammenleben ist also möglich, wie sie betont. Es bedrückt die Ordensfrau, dass die Kinder heute in einer Atmosphäre der Gewalt aufwachsen und tagtäglich mit dem Krieg konfrontiert sind. Schon die Kleinsten, berichtet sie, könnten wie selbstverständlich das Zischen eines Mörsers von dem einer Rakete unterscheiden. Es gäbe Kinder, die nicht mehr sprechen, andere seien voll gestopft von Gewalt, die gesehen und erlebt haben. Im Kindergarten werde versucht, ihnen mit Musik als Therapie zu helfen. Zwei Mal in der Woche werde mit Instrumenten gespielt und gemeinsam gesungen. Stolz ist Schwester Tahhan auf das Vertrauen, dass die Eltern zu ihr und ihren Mitarbeitern haben. Sie wüssten, dass in diesem Kindergarten ein familiäres und friedliches Klima herrsche, ihre Kinder in Ruhe spielen, herumtollen, aber auch träumen könnten. Einen Unterschied zwischen Christen und Moslems mache niemand. Sie berichtet von der Solidarität, die den Don-Bosco Schwestern entgegengebracht werde. Wenn es einen Anschlag in ihrem Stadtteil gäbe, würden sofort auch viele Moslems besorgt vorbeischauen und ihre Hilfe anbieten.

Schwester Tahhan schweigt nicht zu politischen Fragen. Sie steht zu ihrem Land und seiner Regierung. Die westliche Politik gegenüber Syrien und insbesondere die Wirtschaftssanktionen kritisiert sie offen. Wegen der Sanktionen sind sie und Schwester Scarzello, die für das Krankenhaus zuständig ist, für den Einkauf von medizinischen Geräten, Ersatzteilen und dringend benötigter Medikamenten immer wieder gezwungen, in den Libanon zu reisen. Von den Großen der Welt fordern beide beharrlich endlich „Gerechtigkeit für Syrien“ .

Privatpersonen, Vereine und Firmen, die uns bei der Finanzierung der Kurse für die Berufsausbildung von Müttern in Damaskus unterstützen möchten, bitten wir um Spenden auf das Konto unseres gemeinnützigen Vereins „Freundschaft mit Valjevo“ o bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN: DE06 7215 0008 0119, Stichwort „Hilfe für Mütter in Damaskus“.

Ermöglichen wir Müttern in Damaskus eine Berufsausbildung und damit eine Lebensperspektive

Nach 6 Jahren Krieg und rigorosen Wirtschaftssanktionen durch die EU sind große Teile der syrischen Bevölkerung verelendet. Mit einem weiteren Projekt wollen wir ein Zeichen unserer Solidarität mit dem syrischen Volk setzen: In Zusammenarbeit mit der Leiterin der Italienischen Krankenhauses, Schwester Ana Maria Scarzello, möchten wir Müttern in Damaskus eine Berufsausbildung zur Schneiderin ermöglichen.

Viele Frauen in Damaskus befinden sich in einer verzweifelten Situation. Ein großer Teil von ihnen sind Flüchtlinge aus den verschiedensten Teilen des Landes und in Notunterkünften unterbracht. Viele von ihnen haben infolge des Krieges und der Terroranschläge ihren Ehegatten verloren und
müssen alle auf sich gestellt ihre Kinder ernähren.

Schwester Ana Maria Scarzello, hat uns gebeten, für eine Klasse von 32 Müttern die Finanzierung der Berufsausbildung zur Schneiderin zu übernehmen. Der Unterricht findet an allen Werktagen von 7 Uhr 30 bis 14 Uhr statt. Die Ausbildung geht über 4 Monate. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmerinnen eine Nähmaschine als Geschenk. Ein solcher Kurs
konnte bereits mit Geldern des UN-Flüchtlingshilfswerkes erfolgreich durchgeführt werden. Wie uns Schwester Scarzello schreibt, waren die Frauen sehr glücklich, weil sie bei diesem Kurs untereinander Kontakte knüpfen, sich austauschen und dazu noch einen Beruf erlernen konnten. Dank dieser Ausbildung können viele Teilnehmerinnen mittlerweile für Schulen, Krankenhäuser oder als selbständige Schneiderinnen arbeiten und ein wenig Geld für den Unterhalt ihrer Familien verdienen. Die Frauen und ihre Familien, so Scarzello, erhalten damit eine Lebensperspektive. Anfragen von Frauen gibt es in Überfülle.

Die Ausbildung soll im Juni 2017 beginnen. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende auf unser Konto auch dieses Projekt wieder zu verwirklichen:

Unsere Kontoverbindung bei der Sparkasse Pfaffenhofen lautet:
IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91
Stichwort „Hilfe für die Frauen in Damaskus“

Plakat: Berufsausbildung als Schneiderin Lebensgrundlage für Mütter in Damaskus

Mit Herrenmenschen-Gehabe in die Katastrophe

Leserbrief von Bernd Duschner zum US-Angriff auf den syrischen Militärflughafen Al-Schairat. Donaukurier am 19.4.2017.

Am 7. April 2017 haben die USA den syrischen Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat mit Raketen angegriffen und zahlreiche syrische Militärflugzeuge zerstört. Der Flughafen spielt eine wichtige Rolle beim Kampf der syrischen Armee gegen die Jihadisten. Der Jubel bei den Terroristen der Al-Nusra Front ist verständlich.
Ihren Angriff haben die USA mit einem Giftgaseinsatz in der Stadt Chan Scheichun gerechtfertigt. Die Stadt wird von den Jihadisten kontrolliert. Diese hatten behauptet, die syrische Armee hätte bei einem Luftangriff Bomben mit Giftgas eingesetzt. Das syrische und das russische Militär bestreiten das. Warum sollten sie auch den USA einen Vorwand für ein Eingreifen liefern? Nach ihrer Darstellung hatte Al-Nusra Giftgas in einem Munitionslager deponiert, das die Syrer bei einem Luftangriff unwissentlich getroffen hätten. Welche Version richtig ist, kann nur eine unparteiische Untersuchung vor Ort, beispielsweise durch UN – Spezialisten, klären. Für die US-Regierung, deren erklärtes Ziel der Sturz der syrischen Regierung ist, sind solche Untersuchungen bei ihren Kriegsplänen nur hinderlich. Wie 2003 bei ihren falschen Anschuldigungen gegen Saddam Hussein wegen seiner angeblichen Massenvernichtungswaffen, 2011 gegen Gaddafi, der Viagra an seine Soldaten für Massenvergewaltigungen ausgeben haben sollte, haben sie ohne jegliche Beweise für die Richtigkeit der Darstellung der Jihadisten vorzulegen und ohne Zustimmung des UN – Sicherheitsrates Syrien angegriffen. Die Führung der USA sieht sich selbst als Herrenmenschen, die über dem Völkerrecht stehen: Wenn es um Afrikaner und Araber geht, erheben sie die Anklage, sprechen das Urteil und vollstrecken es. Es ist erschreckend, dass sich Kanzlerin Merkel und die SPD-Führung hinter diesen Völkerrechtsbruch gestellt haben.
Nationalstaaten sind das entscheidende Instrument, mit dem Völker ihr Leben eigenständig gestalten und über die Verwendung ihres Reichtums verfügen können. Den Arabern mit ihrem Ölreichtum wollen USA und Nato-Führung ihre Nationalstaaten nicht zugestehen. Nach der Zerstörung Afghanistans, Somalias, des Irak und Libyens führen die USA seit 2011 Krieg gegen Syrien. Durch Anheizen der internen religiösen und ethnischen Konflikte soll das Land in Kleinststaaten zerschlagen werden. Als sei es die größte Selbstverständlichkeit, haben die amerikanischen Leitmedien ausführlich berichtet, wie ihre Geheimdienste, die Türkei und Saudi-Arabien die Jihadisten mit modernsten Waffen beliefert und diese in Lagern in der Türkei und Jordanien von US-Spezialkräften für den Kampf gegen die syrische Regierung ausgebildet wurden. Mittlerweile setzen die USA auf kurdische Nationalisten, um große Teile im ölreichen Norden und Osten von Syrien abzutrennen. Dort haben die USA ohne die syrische Regierung zu fragen, auf syrischen Boden eigene Militärstützpunkte errichtet. Tornados der Bundeswehr liefern ihnen bei ihren regelmäßigen Bombardierungen in Syrien die Zieldaten, wie anlässlich des Totes von 33 Zivilisten bei einem US-Luftangriff auf eine ehemalige Schule in Al-Mansoura vor wenigen Wochen bekannt geworden ist. Mit ihrer Unterstützung für einen Kurdenstaat in Syrien haben die USA gleichzeitig ihrem Nato-Partner Erdogan den gewünschten Vorwand verschafft, ein großes Stück im Norden Syriens zu besetzen. Israel hat bereits 1981 die wasserreichen Golanhöhen annektiert. Herrenmenschen stehen eben über dem Völkerrecht.
Die „Zerlegung“ Syriens wird zu weiteren ethnischen Säuberungen, Chaos und Anwachsen des Flüchtlingselends führen. Muss uns das stören? Schließlich haben doch Merkel und ihre SPD Minister Erdogan Milliarden bezahlt, damit er den Fluchtweg nach Europa versperrt und wir das Elend der Flüchtlinge nicht sehen müssen. Täuschen wir uns nicht: Das Herrenmenschengehabe und die arrogante Missachtung des Völkerrechts gegenüber der 3. Welt werden immer mehr Terrorismus nach Europa bringen. Sie sind der sichere Weg in die endgültige Katastrophe für uns alle: die militärische Konfrontation mit Russland und China.