Archiv nach Kategorien: Syrien

Ermöglichen wir Müttern in Damaskus eine Berufsausbildung und damit eine Lebensperspektive

Nach 6 Jahren Krieg und rigorosen Wirtschaftssanktionen durch die EU sind große Teile der syrischen Bevölkerung verelendet. Mit einem weiteren Projekt wollen wir ein Zeichen unserer Solidarität mit dem syrischen Volk setzen: In Zusammenarbeit mit der Leiterin der Italienischen Krankenhauses, Schwester Ana Maria Scarzello, möchten wir Müttern in Damaskus eine Berufsausbildung zur Schneiderin ermöglichen.

Viele Frauen in Damaskus befinden sich in einer verzweifelten Situation. Ein großer Teil von ihnen sind Flüchtlinge aus den verschiedensten Teilen des Landes und in Notunterkünften unterbracht. Viele von ihnen haben infolge des Krieges und der Terroranschläge ihren Ehegatten verloren und
müssen alle auf sich gestellt ihre Kinder ernähren.

Schwester Ana Maria Scarzello, hat uns gebeten, für eine Klasse von 32 Müttern die Finanzierung der Berufsausbildung zur Schneiderin zu übernehmen. Der Unterricht findet an allen Werktagen von 7 Uhr 30 bis 14 Uhr statt. Die Ausbildung geht über 4 Monate. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmerinnen eine Nähmaschine als Geschenk. Ein solcher Kurs
konnte bereits mit Geldern des UN-Flüchtlingshilfswerkes erfolgreich durchgeführt werden. Wie uns Schwester Scarzello schreibt, waren die Frauen sehr glücklich, weil sie bei diesem Kurs untereinander Kontakte knüpfen, sich austauschen und dazu noch einen Beruf erlernen konnten. Dank dieser Ausbildung können viele Teilnehmerinnen mittlerweile für Schulen, Krankenhäuser oder als selbständige Schneiderinnen arbeiten und ein wenig Geld für den Unterhalt ihrer Familien verdienen. Die Frauen und ihre Familien, so Scarzello, erhalten damit eine Lebensperspektive. Anfragen von Frauen gibt es in Überfülle.

Die Ausbildung soll im Juni 2017 beginnen. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende auf unser Konto auch dieses Projekt wieder zu verwirklichen:

Unsere Kontoverbindung bei der Sparkasse Pfaffenhofen lautet:
IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91
Stichwort „Hilfe für die Frauen in Damaskus“

Plakat: Berufsausbildung als Schneiderin Lebensgrundlage für Mütter in Damaskus

Mit Herrenmenschen-Gehabe in die Katastrophe

Leserbrief von Bernd Duschner zum US-Angriff auf den syrischen Militärflughafen Al-Schairat. Donaukurier am 19.4.2017.

Am 7. April 2017 haben die USA den syrischen Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat mit Raketen angegriffen und zahlreiche syrische Militärflugzeuge zerstört. Der Flughafen spielt eine wichtige Rolle beim Kampf der syrischen Armee gegen die Jihadisten. Der Jubel bei den Terroristen der Al-Nusra Front ist verständlich.
Ihren Angriff haben die USA mit einem Giftgaseinsatz in der Stadt Chan Scheichun gerechtfertigt. Die Stadt wird von den Jihadisten kontrolliert. Diese hatten behauptet, die syrische Armee hätte bei einem Luftangriff Bomben mit Giftgas eingesetzt. Das syrische und das russische Militär bestreiten das. Warum sollten sie auch den USA einen Vorwand für ein Eingreifen liefern? Nach ihrer Darstellung hatte Al-Nusra Giftgas in einem Munitionslager deponiert, das die Syrer bei einem Luftangriff unwissentlich getroffen hätten. Welche Version richtig ist, kann nur eine unparteiische Untersuchung vor Ort, beispielsweise durch UN – Spezialisten, klären. Für die US-Regierung, deren erklärtes Ziel der Sturz der syrischen Regierung ist, sind solche Untersuchungen bei ihren Kriegsplänen nur hinderlich. Wie 2003 bei ihren falschen Anschuldigungen gegen Saddam Hussein wegen seiner angeblichen Massenvernichtungswaffen, 2011 gegen Gaddafi, der Viagra an seine Soldaten für Massenvergewaltigungen ausgeben haben sollte, haben sie ohne jegliche Beweise für die Richtigkeit der Darstellung der Jihadisten vorzulegen und ohne Zustimmung des UN – Sicherheitsrates Syrien angegriffen. Die Führung der USA sieht sich selbst als Herrenmenschen, die über dem Völkerrecht stehen: Wenn es um Afrikaner und Araber geht, erheben sie die Anklage, sprechen das Urteil und vollstrecken es. Es ist erschreckend, dass sich Kanzlerin Merkel und die SPD-Führung hinter diesen Völkerrechtsbruch gestellt haben.
Nationalstaaten sind das entscheidende Instrument, mit dem Völker ihr Leben eigenständig gestalten und über die Verwendung ihres Reichtums verfügen können. Den Arabern mit ihrem Ölreichtum wollen USA und Nato-Führung ihre Nationalstaaten nicht zugestehen. Nach der Zerstörung Afghanistans, Somalias, des Irak und Libyens führen die USA seit 2011 Krieg gegen Syrien. Durch Anheizen der internen religiösen und ethnischen Konflikte soll das Land in Kleinststaaten zerschlagen werden. Als sei es die größte Selbstverständlichkeit, haben die amerikanischen Leitmedien ausführlich berichtet, wie ihre Geheimdienste, die Türkei und Saudi-Arabien die Jihadisten mit modernsten Waffen beliefert und diese in Lagern in der Türkei und Jordanien von US-Spezialkräften für den Kampf gegen die syrische Regierung ausgebildet wurden. Mittlerweile setzen die USA auf kurdische Nationalisten, um große Teile im ölreichen Norden und Osten von Syrien abzutrennen. Dort haben die USA ohne die syrische Regierung zu fragen, auf syrischen Boden eigene Militärstützpunkte errichtet. Tornados der Bundeswehr liefern ihnen bei ihren regelmäßigen Bombardierungen in Syrien die Zieldaten, wie anlässlich des Totes von 33 Zivilisten bei einem US-Luftangriff auf eine ehemalige Schule in Al-Mansoura vor wenigen Wochen bekannt geworden ist. Mit ihrer Unterstützung für einen Kurdenstaat in Syrien haben die USA gleichzeitig ihrem Nato-Partner Erdogan den gewünschten Vorwand verschafft, ein großes Stück im Norden Syriens zu besetzen. Israel hat bereits 1981 die wasserreichen Golanhöhen annektiert. Herrenmenschen stehen eben über dem Völkerrecht.
Die „Zerlegung“ Syriens wird zu weiteren ethnischen Säuberungen, Chaos und Anwachsen des Flüchtlingselends führen. Muss uns das stören? Schließlich haben doch Merkel und ihre SPD Minister Erdogan Milliarden bezahlt, damit er den Fluchtweg nach Europa versperrt und wir das Elend der Flüchtlinge nicht sehen müssen. Täuschen wir uns nicht: Das Herrenmenschengehabe und die arrogante Missachtung des Völkerrechts gegenüber der 3. Welt werden immer mehr Terrorismus nach Europa bringen. Sie sind der sichere Weg in die endgültige Katastrophe für uns alle: die militärische Konfrontation mit Russland und China.

Bericht aus dem umkämpften Aleppo

Pater van Haaren spricht Samstag, 10. Dezember 2016, 20 Uhr, im  Hofbergbergsaal

Das Schicksal der Menschen in der schwer umkämpften syrischen Millionenstadt Aleppo beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen. Wir haben Pater Elias van Haaren eingeladen, am Samstag, den 10. Dezember, 20 Uhr, im Hofbergsaal in Pfaffenhofen  über die Lage der dortigen Bevölkerung zu berichten. Elias van Haaren ist Generalkommissar des Heiligen Landes der österreichischen Franziskaner, häufig im Nahen Osten und im ständigen Kontakt mit den christlichen Gemeinden in Syrien. Mitveranstalter ist die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Pfaffenhofen.

Pater Elias

Pater Elias

Seit im Juli 2012 islamistische Gruppen Teile der Stadt eroberten, ist Aleppo geteilt. Der Westteil von  Aleppo mit rund 1,5 Millionen Bewohner wird von der Regierung kontrolliert, der Ostteil mit rund 250.000 Menschen wurde von Al Nusra und verbündeten Gruppen beherrscht. Deren Nachschublinien aus der Türkei haben die Regierungstruppen vor wenigen Wochen gekappt und sind jetzt dabei, Al Nusra vollständig aus der Stadt zu vertreiben.

Wie haben die Menschen in Aleppo und speziell die Christen diesen Krieg erlebt? Wie ist die aktuelle Situation in der Stadt?  Wie beurteilen ihre Bürger die Rolle des Westens? Welchen Weg für Aussöhnung und Frieden schlagen sie vor? Diese Fragen und vor allem die Frage, welchen Beitrag wir dazu leisten können, sollen im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

Großer Erfolg unserer Spendenaktion!

Das Echo auf unseren Spendenaufruf für das „Italienische Krankenhaus“ in Damaskus war überwältigend. Wir erhielten über 200 Überweisungen mit Spenden von insgesamt 22.000 EUR. Das Geld haben wir in mehreren Teilbeträgen mittlerweile der Leiterin des Krankenhauses Schwester Anna Maria Scarzello zugeleitet. Sie hat uns den Empfang bestätigt. Mit dem Geld konnte Schwester Scarzello für das Krankenhaus die benötigte neue Wasserwiederaufbereitungsanlage für die Dialyse und zusätzlich noch Geräte für Reanimation und Atemtherapie besorgen.

Deshalb ganz herzlichen Dank an alle Spender!

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation kann die Regierung in Damaskus jeweils nur für 3 Stunden Strom für elektrisches Licht zur Verfügung stellen. Danach wird der Strom für die nächsten 3 Stunden abgeschaltet. Deshalb laufen für das Krankenhaus Tag und Nacht Notstromaggregate. Sie sorgen auch für die Beheizung der Räume. 15.000 Liter Diesel braucht das Krankenhaus im Winter jeden Monat. Bei einem Literpreis von aktuell 183 syrischen Lira liegen die Kosten dafür bei 5.000 Dollar, so Schwester Scarzello.

Unsere Spendenaktion geht weiter! Helft alle mit!

Die Notlage bei der Stromversorgung und der Mangel an Diesel und Heizöl sind eine direkte Folge der Wirtschaftssanktionen der Bundesregierung und der EU, die seit 2011 (!!!)  gegen Syrien in Kraft sind. Sie verbieten u.a. explizit die Lieferung und technische Hilfe von Schlüsselausrüstung und Technologie zur Exploration, Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas. Sie verbieten genauso die Lieferung und technische Hilfe für Kraftwerke zur Stromgewinnung wohl wissend, dass die Infrastruktur des Landes durch gezielte Terroranschläge und Krieg schwerste Schäden erlitten hat.

Damit das Krankenhaus auch in den Wintermonaten voll arbeiten kann und über ausreichend Heizung und elektrischer Strom verfügt, bitten wir im Namen von Schwester Scarzello um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, BIC BYLADEM1PAF, Stichwort: „Krankenhaus Damaskus“. Wir werden die Gelder wieder unverzüglich an Schwester Scarzello weiterleiten.

Ordensschwester Scarzello bittet um Hilfe

Krankenhaus in Damaskus braucht neue Wasseraufbereitungsanlage

Die Leiterin des Italienischen Krankenhauses in Damaskus, Schwester Anna Maria Scarzello vom Orden der Don Bosco Schwestern, hat sich mit einer Bitte an unseren Verein gewandt: Das Krankenhaus braucht dringend eine neue Wasseraufbereitungsanlage für die Behandlung seiner zahlreichen Dialysepatienten. Dafür sind knapp 14000 EUR notwendig. Wir möchten ihr das Geld kurzfristig zukommen lassen und bitten deshalb um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, BIC BYLADEM1PAF, Stichwort „Wasseraufbereitungsanlage“.

Schwester Anna Maria Scarzello ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Geboren 1939 in der kleinen norditalienischen Gemeinde Tarantasca im Piemont hat sie 20 Jahre mit jungen Frauen in Mexiko gearbeitet und sie tatkräftig bei ihrer Entwicklung und Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt. 2011 ging Schwester Anna Maria Scarzello nach Damaskus. Ungeachtet der schwierigen und gefährlichen Situation im Land übernahm sie die Leitung einer Ordensgemeinschaft von 13 Don Bosco Schwestern, die das dortige „Italienische Krankenhaus“ führen. Das Krankenhaus wurde 1913 gegründet und liegt im dicht besiedelten Stadtteil Mazraa. Es hat einen sehr guten Ruf und steht für alle Kranken unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung offen. Die Lage für Bevölkerung und Krankenhaus in Damaskus, sagt Schwester Scarzello, hat sich in den letzten Jahren ständig verschlechtert: es fehlt an Ärzte, weil viele das Land verlassen haben. Die Preise im öffentlichen Nahverkehr, für Benzin und insbesondere Grundnahrungsmittel sind explodiert. Medikamente sind sehr teuer geworden und nur schwer zu bekommen. Dafür machen die christlichen Kirchen in Syrien nicht zuletzt die Wirtschafts- und Finanzsanktionen verantwortlich, die USA und EU seit 2011 gegen das Land verhängt haben. In ihrem jüngsten Appell vom 23. August 2016 fordern ihre Patriarchen von Damaskus John X., Gregorius III und Ignatius Aphrem II erneut ihre Aufhebung. Auch für Schwester Scarzello sind sie Sanktionen eine wesentliche Ursache, weshalb in Syrien die Armut ständig weiter um sich greift und immer weniger Patienten für ihre Behandlung bezahlen können. Womit aber, fragt sie, sollen wir die eigenen Mitarbeiter, medizinisches Material und Ersatzgeräte finanzieren? Die Wasseraufbereitungsanlage des Krankenhauses für die Dialyse ist bereits seit über 15 Jahren im Betrieb. Die Anlage hat zahlreiche Risse, verliert Wasser und muss umgehend ausgetauscht werden. Es liegt jetzt an uns, ihr die Finanzierung einer neuen Wasseraufbereitungsanlage zu ermöglichen. „Ich bitte die göttliche  Vorsehen“, so Schwester Scarzello in ihrem Schreiben, „dass großzügige Menschen uns helfen, damit viele Kranke davon ihren Nutzen haben.“

Hier klicken für den Kostenvoranschlag für die Wasseraufbereitungsanlage.

Hier klicken für Appell: Erzbischof Joseph Tobij von Aleppo.