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Fulvio Grimaldi „Maledetta Primavera“

Der Journalist und Dokumentarfilmer FULVIO GRIMALDI ist eine der markantesten Persönlichkeiten der italienischen Friedensbewegung. Er war als Kriegsberichterstatter für internationale Zeitungen in den letzten Jahrzehnten an allen Brennpunkten vor Ort: in Vietnam bei der Tet Offensive 1968, beim „Schwarzen September 1970“ in Jordanien, beim „bloody sunday“ 1972 in Irland, in Jugoslawien 1999, im Irak während des Embargos und nach dem Krieg, in Palästina und Gaza, in Mittel- und Südamerika, und aktuell in Libyen. Sein Ziel: Kriegspropaganda zu entlarven und  die Menschen bei uns für ein konsequentes Eintreten für Frieden und Solidarität an der Seite der angegriffenen Völker zu gewinnen. In mehreren anderen deutschen Städten wird er seinen Film „Maledetta Primavera“ über den Natokrieg gegen Libyen zeigen.

Sonntag, 16.10.2011, 19 Uhr
AUGSBURG, „Thalia Kino“, Obstmarkt 5
Veranstalter: Solidarisches und friedliches Augsburg
Ansprechpartner: Frana Feininger, 0821-525551und 0176-45505530

Montag, 17.10.2011, 19 Uhr 30
PFAFFENHOFEN,Hofbergsaal, Hofberg 7
Veranstalter: Freundschaft mit Valjevo e.V.
Ansprechpartner: Bernd Duschner, 0171-3374658 und 08441-789220

Dienstag, 18.10.2011, 19.30 Uhr
NÜRNBERG, „Villa Leon“,Bürgerzentrum Philipp Körber Weg
Veranstalter: Deutscher Freidenkerverband Nürnberg
Ansprechpartner: Birgit Ludwig,0911-5988175 + 01747406355

Mittwoch, 19.10.2011, 19 Uhr 30
HEIDELBERG,
Forum am Park, Poststrasse 11
Veranstalter: Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg
Ansprechpartner: Joachim Guilliard

Donnerstag, 20.10.2011, 18 Uhr 00
FRANKFURT,
Veranstalter: Deutscher Freidenkerverband +Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.
c/o Gewerkschaftshaus Frankfurt
60329 Frankfurt a.M, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77 .
Ansprechpartner: Karl-Heinz Peil

Freitag,21.10.2011, 19 Uhr 30
KÖLN, „Friedensbildungswerk“ , Obermarspforten 7-11
Veranstalter : „Arbeiterfotographie“ und „Aachnener Friedenspreis“
Andreas Neumann: 0179-4984396, Anneliese Fikentscher 0179-4984424

Filmvorführung mit Fulvio Grimaldi im CineradoPlex

„Maledetta Primavera“ mit Fulvio Grimaldi

Ein Dokumentarfilm über die jüngsten Entwicklungen in den arabischen Ländern Nordafrikas und speziell über den Krieg der Nato gegen Libyen.

Samstag, 23. Juli 2011, 19 Uhr – CineradoPlex Pfaffenhofen a.d.Ilm

Der berühmte italienische Journalist und Dokumentarfilmer FULVIO GRIMALDI hat Libyen und Tripolis unterden Bomben der Nato im Frühjahr 2011 zwei Mal bereist. Grimaldi, der an den Universitäten München und Köln Germanistik studiert hat, wird seinen Film persönlich vorstellen und anschließend mit uns diskutieren. Für Platzreservierungen Mail an Bernd@Freundschaft-mit-Valjevo.de

Der italienische Journalist, Fernsehmoderator und Dokumentarfilmer Fulvio Grimaldi wurde 1934 in Florenz geboren. Während des Krieges lebte er von 1942-46 mit Mutter und Schwester im bayerischen Miltenberg und besuchte dort die Schule. Er studierte Jura an der Universität in Genua und Germanistik in München und Köln. Bei einem mehrmonatigen Literaturkurs hatte er Thomas Mann als Professor. Nach intensiver Ausbildung und mehreren Jahren beim Rundfunk der BBC wurde Grimaldi London-Korrespondent für „Panorama“ und „Paese Sera“. Für diese Zeitungen interviewte er Cassius Clay, Vanessa Redgrave, Sean Connery und vielen prominente Persönlichkeiten und Politiker. Zurückgekehrt nach Italien machte er mit dem berühmten italienischen Schauspieler Gianmaria Volonte Strassentheater und übernahm kleinere Rollen in politischen Filmen.1967 ging er als Kriegsberichterstatter in den Nahen Osten. Von dort berichtete Grimaldi über die Lage des palästinensischen Volkes und seinen Widerstand gegen die ethnischen Säuberungen durch Israel. Am Blutsonntag, dem 30. Januar 1972 war er als einziger ausländischer Journalist als Augenzeuge im irischen Derry vor Ort, als britisches Militär 14 friedliche Demonstranten erschossen. Über das Massaker drehte Grimaldi seinen weltbekannten Dokumentarfilm „Blood in the street“. In den 70er Jahren arbeitete er im Jemen als Nahost-Korrespondent für die Zeitschriften „The Middle East“ und „New Africa“ und bereist den Irak unter Saddam Hussein. 16 Jahre als Redakteur, Fernsehmoderator und Korrespondent beim staatlichen italienischen Fernsehen (RAI) folgen. Dort beschäftigte er sich mit Fragen der Umwelt, Ökologie und der internationalen Politik. Als Korrespondent für die RAI in Belgrad, kündigte er nach dem Beginn der Bombardierungen durch die Nato 1999 aus Protest gegen die von ihm als unerträglich empfundene verzerrte und falsche Informationspolitik des italienischen Fernsehens. Seitdem arbeitet Fulvio Grimaldi als freischaffenden Jornalist, Sachbuchautor und Dokumentarfilmer unermüdlich im Einsatz für Frieden und Völkerverständigung, für die Rechte der Unterdrückten und für eine gerechte Gesellschaft. Nach Pfaffenhofen wird ihn seine wichtigste Mitarbeiterin, seine Frau Sandra, begleiten.

Unter den Bomben der Nato: Reisebericht aus dem Libyen Ghaddafis

Tripolis, schönes, geliebtes Land

Die libysche Bevölkerung leistet entschlossenen Widerstand gegen die NATO- Aggression. Ihre Frage lautet: „Warum tun sie uns das an?“

von Fulvio Grimaldi

Der italienische Journalist Fulvio Grimaldi hat in seiner 40-jährigen beruflichen Laufbahn für Radio BBC, verschiedene Zeitungen und seit 1986 für das staatliche italienische Fernsehen RAI gearbeitet. Nach Auseinandersetzungen über den Krieg gegen Jugoslawien verließ er die RAI. Der Internationalist, der Solidarität mit den Völkern der Dritten Welt und allen Unterdrückten ernst nimmt und praktiziert, hat zahlreiche Dokumentarfilme gedreht, u.a. über die Nato-Aggression gegen Jugoslawien 1999, über den Kampf des palästinensischen Volkes, das Embargo und die Invasion im Irak. Im April 2011 reiste Grimaldi über Tunesien zusammen mit einer Gruppe British Civilians for Peace nach Libyen ein. Nachfolgend, nur unwesentlich gekürzt, sein Bericht, den er am 22. April unter dem Titel „Tripoli, bel suol d`amore“ auf seiner Page „MONDOCANE“ veröffentlicht hat.1 Bernd Duschner vom Verein Freundschaft mit Valjevo, Pfaffenhofen, hat diesen Text für uns übersetzt. Fulvio Grimaldi hat aktuell in Libyen gedreht und zeigt diesen Film am 23. Juli 2011 im CineradoPlex, Pfaffenhofen. Der Titel seines Artikels Tripoli, bel suol d’amore erinnert an das Lied der italienischen Kolonisatoren bei ihrem Überfall auf Tripolitanien im Jahre 1911.

Dieses Mal haben wir es geschafft, nach Libyen zu reisen und auch wieder zurückzukommen. Ich gebrauche das „wir“ nicht im Sinne eines Pluralis Majestatis, sondern meine damit mich und meine AK-47, eine Kalschnikow mit dem Namen Sony. Statt auf Dinge zu schießen, fängt sie diese ein und hält sie auf Bildern fest, damit die Wahrheit auf die Lügen, die weltweit verbreitet werden, wie schwefeliger Hagel niederprasseln kann. Diese Lügen haben eine Welt von Maulhelden, Fettsäcken, linken Schurken, Feiglingen, insgeheim Zustimmenden dazu gebracht, teilnahmslos, mit vorgetäuschter Besorgnis oder ein wenig Bauchschmerzen, zuzuschauen, wie ein großes Land zerstört, ein Führer, der besser ist als jeder andere in der heutigen arabisch-afrikanischen Welt und in keiner Weise verglichen werden kann mit dem Bodensatz, der die „internationale Gemeinschaft“ regiert, dämonisiert wird, und wie der Angriff auf das Leben eines souveränen und freien Volkes erfolgt. Mein „wir“ bezieht sich vor allem auf die großartigen britischen Bürger – British Civilians for Peace in Libya. Sie sind als Erste aufgebrochen, als menschliche Schutzschilder, um die tatsächlichen Fakten zu erforschen und um als Kämpfer für den Frieden die Dreckflut aus Komplizentum, Falschinformation, kolonialistischer Brutalität und eurozentrischem stillschweigendem Mitmachen zu durchbrechen. Sie wollten ein sichtbares Zeichen setzen. Sie wollten sich wenigstens für einige Zeit neben die Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder stellen, die Widerstand leisten und nach dem Willen des Imperialismus von Obama bis Rossana Rossanda2 dem Tod geweiht sein sollen.

Als am 17. Februar die Revanchisten des besiegten Kolonialismus den Arabischen Frühling mit der Blüte der Pfirsiche zur Tarnung missbrauchten und ihren Hilfstruppen in Benghazi das Signal für den Staatsstreich gaben gegen die letzte Festung, die noch von der ersten Welle der Befreiungsbewegungen steht, habe ich sofort meine Sony eingepackt und ein Visum für Libyen, für Tripolis, beantragt. Der Botschafter in Rom war einer aus dem halben Dutzend Renegaten und Gekauften des libyschen Establishment, die sich auf die Seite geschlagen haben, die ihnen Vorteile verspricht: „Wenn du nach Benghazi willst, bekommst du das Visum sofort. Tripolis kommt nicht in Frage.“ In Benghazi, unter den Gurgelabschneidern der CIA-Truppe namens Al Kaida, die von den US-Missionen in Bosnien, Afghanistan, Tschetschenien und tausend anderen Orten imperialistischer Provokationen zurückgekehrt sind, unter hirnverbrannten und sich für gerissen haltenden Monarchisten, Terroristen der westlichen Geheimdienste, ägyptischen Söldnern, libyschen Emigranten, die nach Jahrzehnten Ausbildung und Konspiration mit CIA und MI6 zurückgekommen sind, da fühlt sich ein guter Teil der blutsverwandten westlichen Presse zu Hause.  Weiterlesen »

Die Aggression der Nato gegen Libyen und die Haltung der Linken

Interview mit dem italienischen Journalisten und Dokumentarfilmer Fulvio Grimaldi

Fulvio Grimaldi hat Libyen unter den Bomben der Nato im Frühjahr 2011bereits zwei Mal bereist. Am 23. Julikommt er nach Pfaffenhofen a.d.Ilm und wird seinen neuesten Dokumentarfilm„Maledetta primavera“ (VerfluchterFrühling) über Revolution,Konterrevolution und die Nato-Aggressionin der arabischen Welt im „Cinerado“zeigen.

Im Folgenden das Interview, das am 27.Mai 2011 geführt wurde. Die Fragenstellte Bernd Duschner, die Übersetzung aus dem Italienischen besorgte ebenfalls Bernd Duschner, 0171-3374658

 

1. Seit mehreren Wochen führt die Nato Krieg gegen Libyen, bombardiert seine Städteund Infrastruktur, terrorisiert seine Bevölkerung. Welche Ziele verfolgen USA und Nato-Staaten mit ihrer Aggression? Woher kommt ihr Hass auf die Regierung Gaddafi?

Der Hass und die Diffamierungen Gaddafis sollen ausschließlich dazu dienen, eigene Interessen durchzusetzen. Wir haben es mit einem Konflikt zwischen zwei politischen, sozialen und geopolitischen Konzeptionen zu tun: Gaddafi und die Mehrheit der Libyer, dieauf seiner Seite stehen, verteidigen die Souveränität der Völker und ihren sozialen Fortschrittgegen das Vordringen, die Einmischung, die Destabilisierung und Aggression der imperialistischen Mächte, die eine massive neokolonialen Offensive betreiben.Für die Regierungen der Nato unter Führung der USA ist es nicht hinnehmbar, dass es in der Welt Regionen gibt, die sich wie Libyen, Syrien und bestimmte Länder Lateinamerikas ihren Vorgaben von freiem Markt und Globalisierung entziehen. Diese Vorgaben, die ausschließlich gelten sollen, laufen auf die größte Umverteilung des Reichtums in derGeschichte der Menschheit von den breiten Massen hin zu den Eliten hinaus.Gaddafi hat in den Augen der Räuber des imperialen Kapitalismus unverzeihliche Schuld aufsich geladen: Er verteilt den nationalen Reichtum gerecht und legt seinen ausländischen Handelspartnern Bedingungen auf, die für die nationalen Interessen Libyens förderlich sind.Mit dieser Politik hat er den strategischen Feinden der USA, Russland und China, breite Möglichkeiten eröffnet. Seit Jahrzehnten fördert er die arabische und afrikanische Einheitund Unabhängigkeit. Er hat die afrikanischen Regierungen überzeugt, Africom keinen Sitz inihrem Land einzuräumen. Er hat sich stark gemacht für eine an Gold gebundene afrikanischeWährung. Sie hätte die Rolle des Dollar zerstört und die wirtschaftliche und politische Kriseder USA verschärft. Gaddafi hat eine Demokratie verwirklicht, die auf der Mitwirkung der Bevölkerung beruht. Durch sie wird die nur vorgetäuschte westliche Demokratierepräsentativen Typs entlarvt.

2. Mittlerweile wird deutlich, dass die Regierung Gaddafi über einen breiten Rückhaltin der libyschen Bevölkerung verfügt. Wie erklärst Du diesen Rückhalt?

Libyen hat 6,5 Millionen Einwohner. Von ihnen leben gut 5 Millionen in dem Bereich, den die legitime Regierung kontrolliert. Eine Million befindet sich in dem Bereich, den die Söldnerfür den westlichen Staatsstreich kontrollieren. Nur ein kleiner Teil dieser Bevölkerungunterstützt die Putschisten in Benghazi. Das gesamte libysche Volk steht unter Waffen undunterstützt seine Regierung und Führung. Das haben die 2.000 Stammesführer deutlichgemacht, die sich vor kurzem in Tripolis zu einer Treffen gegen die Aggression und den Putsch versammelt hatten. Sie vertreten die weit überwiegende Mehrheit der libyschen Stämme.

Wenn man durch Tripolitanien reist, trifft man ständig auf spontane Massenkundgebungengegen die Nato und zur Unterstützung der Regierung und ihres Führers. Das wird auchdeutlich an den geringen militärischen Erfolgen der Rebellen. Sie werden von der lokalen Bevölkerung wegen ihres räuberischen Verhaltens und den Grausamkeiten abgelehnt, die siegegen Zivilisten begehen. Ohne die Intervention der Bomber und Spezialeinheiten der Natowären die Kämpfe längst beendet. Die Libyer wissen das Urteil der UNO richtig einzuordnen. Die UNO hat den Entwicklungsstandard ihrer Bevölkerung (Gesundheitswesen, Bildung,Arbeit, Wohnung, Frauen, Mutterschaft, Lebenserwartung) als den höchsten auf demgesamten Kontinent klassifiziert.

3. Die USA und ihre Verbündeten haben ein Embargo und Flugverbot gegen Libyenverhängt. Welche Auswirkungen hat dieses Embargo auf die Versorgung der libyschenBevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten, auf ihr tägliches Leben?

Die Auswirkungen dieser Maßnahmen verschärfen sich von Tag zu Tag. Das wird amdeutlichsten sichtbar an den kilometerlangen Schlangen vor den Benzintankstellen. Ein Tankschiff mit Benzin aus Sardinien ist von der Nato aufgehalten worden. Die Nato verriegeltjeden Zugang vom Meer und von Ägypten. Wir haben es mit einer Situation wie im Irak undGaza zu tun: Man will eine Gesellschaft lahmlegen, aushungern, zerstören. Ohne Treibstoffkann man nicht zur Schule, zum Krankenhaus, zum Markt, zum Arbeitsplatz, zu den Einrichtungen und Behörden gehen. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind gestiegen, abermomentan sieht es noch nicht so aus, als gäbe es bereits großen Mangel an Lebensmitteln.Mit dem Andauern des Embargos können diese Probleme dramatische Ausmaße annehmen. Wie lange wird es wohl dauern, bis es wie für Gaza einen Schiffsverband „Freies Libyen“geben wird?

4. Bei uns gibt es kaum Protest gegen diesen Krieg. Von Solidarität mit dem libyschen Volk und seiner Regierung ist selbst in Zeitungen der Linken nichts zu spüren. Wie beurteilst Du die Haltung : „Keine Unterstützung für die Nato, aber auch nicht für Gaddafi?“

Wenn man die Sicht des Imperialismus übernimmt, dass jede Regierung oder Führung zu beseitigen ist, die die westliche Vorstellungen von „Demokratie“ und „Menschenrechten“, vomfreien Markt und begrenzter Souveränität nicht übernehmen, dann kann man nicht mehr erkennen, wer im Recht ist und wer Unrecht hat. Die Linke hat seit einiger Zeit jede Fähigkeitzu einem eigenständigen und alternativen Verständnis der Welt und der Struktur der Gesellschaft verloren. Es genügt, dass man ihr die Worte „Demokratie“ oder „Diktator“ hinwirft, und sie plappert ohne jegliche tiefergehende Analyse fremder historischer und kultureller Prozesse diese sinnentleerten Worte gedankenlos nach, hinter der eine Ideologiezur Beherrschung der Welt steckt.

Die Proteste gegen den Krieg bleiben schwach und vollkommen wirkungslos, wenn sie nicht verknüpft werden mit der Unterstützung für die Opfer dieses Krieges, die man diffamiert. Man sagt: „Der Krieg ist schlimm, aber Gaddafi ist noch schlimmer.“ Diese Position is tAusdruck von Ignoranz, Überheblichkeit, der Vorstellung, Europa sei das Maß aller Dinge.Sie ist Ausdruck der Angst, in die Ecke des „Terrorismus“ gestellt zu werden, mit dem viel Betrug betrieben wird. Unter dem Druck des Imperialismus akzeptiert man dazu noch stillschweigend, dass man sich niemals die Sicht der angegriffenen Seite anhören darf.

5. Was können und sollten wir tun, um das libysche Volk zu unterstützen und diesen mörderischen Krieg zu stoppen?

Man könnte als Antwort sagen: „Beten“. Aber abgesehen von der zweifelhaften Wirkung des Betens würde das auf eine Unterordnung unter die Kirche hinauslaufen. Die Kirche aber hat zum Frieden nur Banalitäten zu sagen, sie erhebt nicht wirklich ihre Stimme für die Gerechtigkeit. Wir dagegen haben die Aufgabe, mit ganzem Einsatz die Wahrheit über die tatsächlichen Motive für diese Aggression, über das Wesen der Rebellion, die verheerenden Folgen der Aggression und über die politische, sozialen und ökonomische Situation in Libyenbekannt zu machen. Dazu können Artikel, Veranstaltungen, Filme, Fernsehen und Radiosendungen sowie Demonstrationen genutzt werden. Er wird auch die Zeit kommen, dass wir humanitäre Hilfstransporte für Libyen organisieren müssen. Wer kann, sollte Reisegruppen nach Libyen bilden, um seine Solidarität mit diesem Volk deutlich zu machen und wahrheitsgerechte Informationen nach Hause zu bringen.