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Veliki Rat – Der große Krieg

Ilic Markovic FOTO (c) Nicholas Bettschart

Wie haben die Menschen in Belgrad, Sabac oder Kragujevac, in der Sumadija oder in Südserbien das große Völkerschlachten erlebt? Anhand von Tagebüchern, Erinnerungen von Zeitzeugen, Zeitungsartikeln, Gedichten und Erzählungen zeigt Gordana Ilic Markovic den Ersten Weltkrieges aus serbischer Sicht.

Dienstag, 8. Juli, 19 Uhr 30, Hofbergsaal, 85276 Pfaffenhofen, Hofberg 7.
„Veliki Rat“ – Der große Krieg“ Der Erste Weltkrieg im Spiegel der serbischen Literatur und Presse Lesung mit der Buchautorin Gordana Ilic Markovic Musikalischer Rahmen: Violinenensemble „FENIKS“ aus Valjevo.

DIE VERBRANNTEN DICHTER

„Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“ – Heinrich Heine

Freitag, 25. Oktober, 19 Uhr 30, Pfaffenhofen, „Stegerbräu“, Ingolstädter Strasse 13

„DIE VERBRANNTEN DICHTER“

Schaffner

Vor 80 Jahren, am 10. Mai 1933, wurden in vielen deutschen Städten die Bücher humanistischer Schriftsteller wie Berthold Brecht, Lion Feuchtwanger, Stefan Zweig, Erich-Maria Remarque, Marieluise Fleißer und Kurt Tucholsky auf Scheiterhaufen öffentlich verbrannt.

Der Schauspieler und Sänger Erich Schaffner berichtet über die damaligen Ereignisse an Hand von Zeugnissen der Schriftsteller, deren Werke damals verbrannt wurden. Zahlreiche Gedichte der Verfemten sind vertont worden. Schaffner singt auch Kompositionen von Dessau, Eisler, Zipper und anderen. Begleitet wird er von dem Pianisten Georg Klemp.

Eintritt 10 EUR, für Schüler, Studenten und Arbeitslose 5 EUR.

Vor 80 Jahren wurde die NS Diktatur errichtet

Dr. Weißbecker sprach über Ursachen und Verantwortliche

Trägt die deutsche Bevölkerung die Verantwortung für die Errichtung der NS-Diktatur vor 80 Jahren oder war sie vielmehr ein Opfer ihrer demokratiefeindlichen Eliten in Wirtschaft, Militär und Politik ? Zu diesem Thema sprach der Faschismusforscher und Historiker Dr. Manfred Weißbecker am vergangenen Freitag vor 25 Zuhörern auf Einladung der „Freunde von Valjevo“ im Hofbergsaal.

Professor Manfred Weissbecker

Professor Manfred Weissbecker

Am 30. Januar 1933 beauftragte der frühere Generalfeldmarschall und Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler mit der Regierungsbildung. Der Aufstieg der NSDAP zur stärksten Partei, so Weißbecker, sei durch die starke Verbreitung völkischen Denkens bereits in der Kaiserzeit erleichtert worden. Zu diesem Denken gehörten Überheblichkeit gegenüber anderen Völkern, Antisemitismus und die Bejahung des Krieges als Mittel zur Ausdehnung Deutschland auf alle deutschen Siedlungsgebiete. Neben der NSDAP hätten rechtskonservative Parteien, maßgebliche Kräfte in der Reichswehr und den paramilitärischen Verbänden wie dem „Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten“ die Beseitigung der Weimarer Demokratie verfolgt. Weissbecker erinnerte an den Kapp-Putsch 1920 und dem Putschversuch von Hitler und General Ludendorff 1923. Hitler selbst habe seine politische Karriere 1919 als V – Mann der Nachrichtenabteilung der Reichwehr begonnen. In ihrem Auftrag sei er in die rechte Deutsche Arbeiterpartei (DAP), dem Vorläufer der NSDAP, eingetreten. Mit Hilfe solcher Gruppen sollten nach dem Willen führender Militärs die Arbeiter dem Einfluß des „jüdischen Marxismus“ entzogen werden, den sie für die Niederlage im 1. Weltkrieg verantwortlich machten (“Dolchstoßlegende“). Die Nachsicht des Staates gegenüber der NSDAP und ihre Akzeptierung als „normaler“ Bündnispartner durch rechtskonservative Parteien und Organisationen hätten wesentlich zu ihrem Aufstieg während der Weltwirtschaftskrise beigetragen. Als sich mit dem Rückgang der Stimmen für die NSDAP im Dezember 1932 auf 33,1% bereits ihr möglicher Niedergang abzeichnete, haben einflußreiche Kräfte aus der Industrie, so Weißbecker, von Hindenburg die Regierungsübergabe an Hitler gefordert. Hitler hatte ihnen sein Programm, den Marxismus auszurotten und Deutschland wieder zur Weltmacht zu machen, bei vielen Begegnungen und Tagungen dargelegt. Es habe sich gerächt, dass Gewerkschaften, Arbeiterparteien und demokratische Kräfte bei der Verteidigung der Republik nicht konsequent zusammengearbeitet haben. In der Diskussion über die Stabilität der NS Regimes wies Weißbecker als Ursache neben seinen ersten politischen Erfolgen auf den blutigen Terror hin, dem Zehntausende Widerstandskämpfer insbesondere aus der Arbeiterschaft zum Opfer gefallen sind.