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Wenn nur noch die Rendite zählt

Wir zeigen den Film „Der marktgerechte Mensch“
Freitag, 17. Januar, 19 Uhr, im ZBF, Rotkreuzstr. 2, PAF

Noch vor 20 Jahren hatten in unserem Land fast zwei Drittel der Beschäftigten einen Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. Die unbefristete Arbeitsstelle mit Kündigungsschutz, die eine gewisse soziale Sicherheit bietet, war die Regel. Im Falle des Verlustes des Arbeitsplatzes gab es 2 Jahre Arbeitslosengeld, danach die Arbeitslosenhilfe ohne dass, wie bei Harzt IV, zuerst das eigene Vermögen aufgebracht werden musste. 

Es war die „rot-grüne“ Regierung Schröder, die mit ihrer Agenda 2010 unseren Arbeitsmarkt „modernisiert“ und „flexibilisiert“ hat: Heute haben nur noch 38% der Beschäftigten einen Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. Fast die Hälfte der Beschäftigten befinden sich in Praktika, wiederholt befristeter Arbeit, in Werkverträgen und Leiharbeit. Ihre Altersarmut ist vorprogrammiert. Völlig ungesicherte Arbeit wie die der „Crowdworker“ (Internet-Arbeiter) und Auftragsarbeit per App breiten sich schnell aus und unterlaufen den Mindestlohn. Eine wachsende Zahl unserer Bürger ist trotz harter Arbeit von Armut bedroht, lebt ständig unter der ständigen Angst vor Arbeitsplatzverlust und der Zukunft. Welche Folgen hat diese Entwicklung für die Betroffenen, ihre Gesundheit und das Zusammenleben in unserer Gesellschaft? Gleichzeitig hat es die Agenda 2010 einer kleinen Oberschicht ermöglicht, sich maßlos zu bereichern: Allein 36 deutsche Milliardäre besitzen ein Vermögen, das genauso groß ist, wie das der unteren 50% unserer Bevölkerung.

Als Essenzulieferer bei Deliveroo ist man selbstaendig – also ohne Sozialversicherung.

Die beiden Filmmacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz sind überzeugt, dass diese Entwicklung nicht zwangsläufig ist und es Alternativen gibt. Mit ihrem neuen Dokumentarfilm „Der marktgerechte Mensch“ zeigen sie, was die prekären Arbeitsverhältnisse für die Betroffenen bedeuten und warum wir die Ausbreitung von prekärer Arbeit und Leiharbeit nicht länger hinnehmen dürfen.  In ihrem Film zeigen sie, dass es Alternativen und Handlungsmöglichkeiten gibt. Sie stellen Unternehmen vor, die nach dem Prinzip des Gemeinwohls wirtschaften, Beschäftigte von Lieferdiensten, die Betriebsräte gründen, zeigen, wie junge Menschen erfolgreich gemeinsam und solidarisch für menschenwürdige Arbeitsbedingungen kämpfen.  

Der Film läuft in dieser Woche in Hunderten bundesdeutschen Städten an und soll helfen, eine breite Diskussion in unserer Gesellschaft zu entfachen.  

In der kommenden Woche ist der Film bundesweit auf Hunderten von Veranstaltungen zu sehen, in Pfaffenhofen am Freitag, den 17. Januar, 19 Uhr, im Zentrum für Berufs- und Familienförderung, Rotkreuzstraße 2.

Der Eintritt zu Film mit anschließender Diskussion ist frei, um Spenden wird gebeten. Veranstalter sind die „Freunde von Valjevo“ und die Ortsgruppe Pfaffenhofen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB).