{"id":45,"date":"2011-06-25T07:40:43","date_gmt":"2011-06-25T07:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freundschaft-mit-valjevo.de\/wordpress\/?p=45"},"modified":"2011-06-26T10:25:41","modified_gmt":"2011-06-26T10:25:41","slug":"unter-den-bomben-der-nato-reisebericht-aus-dem-libyen-ghaddafis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freundschaft-mit-valjevo.de\/wordpress\/unter-den-bomben-der-nato-reisebericht-aus-dem-libyen-ghaddafis\/","title":{"rendered":"Unter den Bomben der Nato: Reisebericht aus dem Libyen Ghaddafis"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tH3 { margin-top: 0.25cm; margin-bottom: 0.4cm; color: #999999 } \t\tH3.western { font-family: \"Trebuchet MS\", sans-serif; font-weight: normal } \t\tH3.cjk { font-family: \"DejaVu Sans Condensed\"; font-weight: normal } \t\tH3.ctl { font-family: \"Arial\", sans-serif; font-size: 13pt } \t\tH1 { margin-top: 0.22cm; margin-bottom: 0cm; background: transparent; color: #000000 } \t\tH1.western { font-family: \"Verdana\", sans-serif; font-size: 22pt } \t\tH1.cjk { font-family: \"DejaVu Sans Condensed\"; font-size: 22pt } \t\tH1.ctl { font-family: \"Arial\", sans-serif; font-size: 16pt } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n<h1>Tripolis, sch\u00f6nes, geliebtes Land<\/h1>\n<h3>Die libysche Bev\u00f6lkerung leistet entschlossenen Widerstand gegen die NATO- Aggression. Ihre Frage lautet: \u201eWarum tun sie uns das an?\u201c<\/h3>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.2cm; direction: ltr; color: #000000; text-align: left; widows: 0; orphans: 0 } \t\tP.western { font-family: \"Times New Roman\", serif; font-size: 11pt; so-language: de-DE; font-weight: normal } \t\tP.cjk { font-family: \"HG Mincho Light J\", \"Times New Roman\"; font-size: 11pt; font-weight: normal } \t\tP.ctl { font-family: \"Tahoma\", sans-serif; font-size: 10pt; so-language: zxx } --><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><em>von Fulvio Grimaldi<\/em><\/span><\/p>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP.sdfootnote { margin-left: 0.5cm; text-indent: -0.5cm; margin-bottom: 0cm; font-size: 10pt } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { color: #cc6633; text-decoration: none } \t\tA.sdfootnoteanc { font-size: 57% } --> <!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP.sdfootnote { margin-left: 0.5cm; text-indent: -0.5cm; margin-bottom: 0cm; font-size: 10pt } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { color: #cc6633; text-decoration: none } \t\tA.sdfootnoteanc { font-size: 57% } --><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der italienische Journalist Fulvio Grimaldi hat in seiner 40-j\u00e4hrigen beruflichen Laufbahn f\u00fcr Radio BBC, verschiedene Zeitungen und seit 1986 f\u00fcr das staatliche italienische Fernsehen RAI gearbeitet. Nach Auseinandersetzungen \u00fcber den Krieg gegen Jugoslawien verlie\u00df er die RAI. Der Internationalist, der Solidarit\u00e4t mit den V\u00f6lkern der Dritten Welt und allen Unterdr\u00fcckten ernst nimmt und praktiziert, hat zahlreiche Dokumentarfilme gedreht, u.a. \u00fcber die Nato-Aggression gegen Jugoslawien 1999, \u00fcber den Kampf des pal\u00e4stinensischen Volkes, das Embargo und die Invasion im Irak. Im April 2011 reiste Grimaldi \u00fcber Tunesien zusammen mit einer Gruppe\u00a0<em>British Civilians for Peace<\/em> nach Libyen ein. Nachfolgend, nur unwesentlich gek\u00fcrzt, sein Bericht, den er am 22. April unter dem Titel \u201eTripoli, bel suol d`amore\u201c auf seiner Page \u201eMONDOCANE\u201c ver\u00f6ffentlicht hat.<sup><a name=\"sdfootnote1anc\" href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup> Bernd Duschner vom Verein Freundschaft mit Valjevo, Pfaffenhofen, hat diesen Text f\u00fcr uns \u00fcbersetzt. Fulvio Grimaldi hat aktuell in Libyen gedreht und zeigt diesen Film am 23. Juli 2011 im CineradoPlex, Pfaffenhofen. Der Titel seines Artikels\u00a0<em>Tripoli, bel suol d&#8217;amore<\/em> erinnert an das Lied der italienischen Kolonisatoren bei ihrem \u00dcberfall auf Tripolitanien im Jahre 1911.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Mal haben wir es geschafft, nach Libyen zu reisen und auch wieder zur\u00fcckzukommen. Ich gebrauche das \u201ewir\u201c nicht im Sinne eines Pluralis Majestatis, sondern meine damit mich und meine AK-47, eine Kalschnikow mit dem Namen Sony. Statt auf Dinge zu schie\u00dfen, f\u00e4ngt sie diese ein und h\u00e4lt sie auf Bildern fest, damit die Wahrheit auf die L\u00fcgen, die weltweit verbreitet werden, wie schwefeliger Hagel niederprasseln kann. Diese L\u00fcgen haben eine Welt von Maulhelden, Fetts\u00e4cken, linken Schurken, Feiglingen, insgeheim Zustimmenden dazu gebracht, teilnahmslos, mit vorget\u00e4uschter Besorgnis oder ein wenig Bauchschmerzen, zuzuschauen, wie ein gro\u00dfes Land zerst\u00f6rt, ein F\u00fchrer, der besser ist als jeder andere in der heutigen arabisch-afrikanischen Welt und in keiner Weise verglichen werden kann mit dem Bodensatz, der die \u201einternationale Gemeinschaft\u201c regiert, d\u00e4monisiert wird, und wie der Angriff auf das Leben eines souver\u00e4nen und freien Volkes erfolgt. Mein \u201ewir\u201c bezieht sich vor allem auf die gro\u00dfartigen britischen B\u00fcrger \u2013\u00a0<em>British Civilians for Peace in Libya<\/em>. Sie sind als Erste aufgebrochen, als menschliche Schutzschilder, um die tats\u00e4chlichen Fakten zu erforschen und um als K\u00e4mpfer f\u00fcr den Frieden die Dreckflut aus Komplizentum, Falschinformation, kolonialistischer Brutalit\u00e4t und eurozentrischem stillschweigendem Mitmachen zu durchbrechen. Sie wollten ein sichtbares Zeichen setzen. Sie wollten sich wenigstens f\u00fcr einige Zeit neben die Frauen, M\u00e4nner, Jugendliche und Kinder stellen, die Widerstand leisten und nach dem Willen des Imperialismus von Obama bis Rossana Rossanda<sup><a name=\"sdfootnote2anc\" href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup> dem Tod geweiht sein sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als am 17. Februar die Revanchisten des besiegten Kolonialismus den Arabischen Fr\u00fchling mit der Bl\u00fcte der Pfirsiche zur Tarnung missbrauchten und ihren Hilfstruppen in Benghazi das Signal f\u00fcr den Staatsstreich gaben gegen die letzte Festung, die noch von der ersten Welle der Befreiungsbewegungen steht, habe ich sofort meine Sony eingepackt und ein Visum f\u00fcr Libyen, f\u00fcr Tripolis, beantragt. Der Botschafter in Rom war einer aus dem halben Dutzend Renegaten und Gekauften des libyschen Establishment, die sich auf die Seite geschlagen haben, die ihnen Vorteile verspricht: \u201eWenn du nach Benghazi willst, bekommst du das Visum sofort. Tripolis kommt nicht in Frage.\u201c In Benghazi, unter den Gurgelabschneidern der CIA-Truppe namens Al Kaida, die von den US-Missionen in Bosnien, Afghanistan, Tschetschenien und tausend anderen Orten imperialistischer Provokationen zur\u00fcckgekehrt sind, unter hirnverbrannten und sich f\u00fcr gerissen haltenden Monarchisten, Terroristen der westlichen Geheimdienste, \u00e4gyptischen S\u00f6ldnern, libyschen Emigranten, die nach Jahrzehnten Ausbildung und Konspiration mit CIA und MI6 zur\u00fcckgekommen sind, da f\u00fchlt sich ein guter Teil der blutsverwandten westlichen Presse zu Hause.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Heiligenschein der Demokratie und ihrer Abscheu vor der Tyrannei h\u00e4ngen sie nur an den Lippen von Leuten, die auf den Schlachtfeldern versagt haben, weil ihnen die Motivation fehlte. Statt dessen machten sie Razzien auf arme afrikanische Arbeitsemigranten. In den Medien als \u201eS\u00f6ldner Gaddafis\u201c bezeichnet, wurden diese in Massen gefoltert und ermordet. (&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schloss mich den 13 Briten einer Friedensgruppe an, die vor Ort die Wahrheit kennen lernen wollte. Von Tunesien aus kamen wir nach Libyen und erreichten nach einer n\u00e4chtlichen Reise von mehreren hundert Kilometern Tripolis. Immer wieder wurden wir dabei von Posten aus Milit\u00e4rs und jungen Zivilisten aufgehalten. Es sind Freiwillige, die ein Gebiet \u00fcberwachen, das unter dem Einsickern von Provokateuren leidet. Hier sind wir endlich aus dem Bereich heraus, in dem die Herren der Globalisierung ihre Diktatur, ihr R\u00e4ubertum und ihre Leichenfledderei wie in einem Zerrspiegel unkenntlich machen k\u00f6nnen. Bis hierher ist ihre Globalisierung, die f\u00fcr die Menschheit eine Katastrophe bedeutet, niemals vorgedrungen. Jawohl, in Tripolis und einem gro\u00dfen Teil des freien Libyen wurden wir von jungen Funktion\u00e4ren der Regierung begleitet. Aber es war anders als bei den embedded Journalisten in Benghazi. Von denen haben nur wenige Briten und Amerikaner den Rest an Anstand, zuzugeben, dass sie sich nur unter der eisernen Kontrolle der Schergen des Putsches bewegen k\u00f6nnen. Wir aber haben hier die Freiheit, \u00fcberall hinzugehen. Wir k\u00f6nnen Halt machen, wo immer wir es m\u00f6chten, mit jedem sprechen, sei es auf der Stra\u00dfe, auf M\u00e4rkten, in Wohnungen, Schulen und Krankenh\u00e4usern. Bei unserer abschlie\u00dfenden Pressekonferenz im Hotel Rixos, einem Luxushotel f\u00fcr die Auslandspresse, l\u00e4rmen ein paar noch zur\u00fcckgebliebene Journalisten der britischen manipulierenden Medien \u00fcber die Fakten, die wir ermittelt haben. Unsere Fakten zeigen die L\u00e4cherlichkeit der stereotypen Kolonialpropaganda. Da erheben sie lautes Klagen, weil ihre Bewegungsfreiheit behindert werde. In einem Krieg, mit F-16-Bombern und Tomahawk-Raketen \u00fcber den K\u00f6pfen, wo Journalisten fast \u00fcberall zus\u00e4tzlich zur Unterst\u00fctzung der Aggression ausgebildet sind, fordern diese Marktschreier von Murdoch und der BBC, sich so frei bewegen zu k\u00f6nnen, als w\u00e4ren sie hier f\u00fcr eine Reportage \u00fcber die touristische Zukunft des Landes. Ich erinnere mich an Belgrad w\u00e4hrend der Bombenangriffen. Der \u201eDiktator\u201c Milosevic hatte ihnen allzu gro\u00dfz\u00fcgig die vollst\u00e4ndige Bewegungsfreiheit gew\u00e4hrt. Das machte es diesen sogenannten Journalisten und Pazifisten m\u00f6glich, die Zielorte nach Aviano<sup><a name=\"sdfootnote3anc\" href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup> zu melden, die sich f\u00fcr die Angriffe am meisten lohnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab keinen Tag, an dem die \u201eKoalition der Willigen\u201c nicht Tripolis bombardiert h\u00e4tte, um die Zivilisten vor den Massakern Gaddafis zu \u201eretten\u201c. Zuerst geschah das unter dem Namen \u201eMorgenr\u00f6te des Odysseus\u201c, sp\u00e4ter als \u201eUnited Protector\u201c. Vor allem in der Nacht erfolgten die Bombardements. Wir waren dann v\u00f6llig ersch\u00f6pft, weil wir w\u00e4hrend des Tages intensiv Fakten zusammengetragen hatten. Tief im Schlaf nahmen wir nichts mehr wahr. Die Berichte von denen, die wach geblieben waren, und die Berichte der internationalen Fernsehsender (alle, auch die feindlichsten und verlogensten sind zu h\u00f6ren) machten uns sprachlos: Sie listeten die Zerst\u00f6rungen und die Zivilisten auf, die dank der T\u00f6tung durch die Nato vor den Metzeleien Gaddafis gerettet worden seien. In der Nacht, als wir aus Libyen zur\u00fcckfuhren, behaupteten die Bulettins der embedded Journalisten, die Grenze nach Tunesien sei in den H\u00e4nden der Rebellen. Tats\u00e4chlich herrschte Ruhe. Die Grenze wurde von einem Volk bewacht, das unter Waffen steht. Ich war an dieser Nacht mit meinen Gedanken bei den sieben Zivilisten, die in Khellat Al Ferjan, einem Vorort von Tripolis, die vom \u201eUnited Protector\u201c massakriert worden waren. Die Leute baten uns, der abgestumpften Au\u00dfenwelt, die sich vom Ammenm\u00e4rchen der \u201ehumanit\u00e4ren Hilfe\u201c einlullen l\u00e4sst, mitzuteilen, dass es eine Rafale Sarkozys war, die ihre verbrannten Knochen f\u00fcr Allahs Paradies gerettet hatte. Es waren Frauen und Kinder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben uns mit der libysche Bev\u00f6lkerung getroffen, mit Studenten, Frauen, Bauern, Hirten, Stammesh\u00e4uptern, Arbeitern, Anw\u00e4lten, Richtern, Kaufleuten, fliegenden H\u00e4ndlern, Ministern, Regierungssprechern, einem Volk von Freiheitsk\u00e4mpfern. An jedem Platz, den strategischen Punkten der St\u00e4dte und im Land sahen wir Gruppen von Freiwilligen, junge und \u00e4ltere Leute, h\u00e4ufig, junge Frauen. Sie alle waren alle bewaffnet, in kleinen Gruppen als menschlicher Schutzschild zur Verteidigung ihres Landes. Wann immer wir bei unserem Herumfahren zu ihrer \u00dcberraschung auf sie stie\u00dfen, kam es zu spontanen \u00fcberschw\u00e4nglichen Kundgebungen. Dabei zeigten sie ihre Entschlossenheit zum Widerstand, schm\u00e4hten die Aggressoren, machten ihre Verbundenheit mit Gaddafi und dem Vaterland, das er aufgebaut hat, deutlich. 42 Jahre an der Spitze Libyens! Was f\u00fcr eine antidemokratischer Skandal! Die b\u00fcrgerliche kapitalistische Diktatur, die mit der Manipulierung bei den Kindern beginnt, zieht die eigene Kontinuit\u00e4t vor. Von wegen nur 40 Jahre: Eine einzige Ideologie, daf\u00fcr von verschiedenen Personen verk\u00fcndet. Allah \u2013 Muammar \u2013 ua Libia \u2013 ua bas ist der Slogan, mit dem die breite Mehrheit der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die drei zentralen Werte des Widerstandes (\u201eGott, Gaddafi, Libyen, das gen\u00fcgt!\u201c) k\u00e4mpft. Die milit\u00e4rische Erfolge best\u00e4tigen es. Es ist das Liebeslied dieses Volkes, das Lied einer Trag\u00f6die, die bereits epische Form angenommen hat. \u201eTripolis, sch\u00f6nes geliebtes Land\u201c, das sie von Schwarzhemden und den Helfern der Kolonialisten befreit haben, hat heute diese Bedeutung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist eine Liebe, die ihre Gesichter ausstrahlen und die in den H\u00e4usern, Zelten, Schulen, der W\u00fcste zu sp\u00fcren ist. Eine Liebe, die ihnen hinweghilft \u00fcber die qu\u00e4lende Frage, die uns das Herz zerrei\u00dft: Warum tun sie uns das an? Im Zentrum der Frage: das galante Italien mit seinen Handk\u00fcssen, Italien mit seiner Schuld, das gepriesene Italien. Seine Tornados lenken die Bomber hin zu den G\u00fctern und zu den Kindern der 600.000 Libyer, die Graziani<sup><a name=\"sdfootnote4anc\" href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup>massakriert hat. Die Ratten des italienischen Regimes gehen zu den Gangstern in Benghazi und betteln um \u00d6l und Gesch\u00e4fte, w\u00e4hrend ihr Dolch noch blutet, den sie dem Land in den R\u00fccken gesto\u00dfen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum tun sie es uns an? Sie machen es, libysche Br\u00fcder, weil ihr Euch nicht globalisieren lie\u00dft; weil ihr der Elite der Gurgelabschneider, die der Welt das Mark aussaugt, nicht erlaubt habt, Euch straflos auszupl\u00fcndern; weil ihr mit den anderen, die sich in der gleichen Situation befinden, gesprochen und verhandelt habt; weil die bestehenden Verh\u00e4ltnisse nicht gest\u00f6rt werden sollen durch euer Land, das nach UNO-Angaben hinsichtlich Lebensbedingungen und Menschenrechte, Bildung, Gesundheitswesen, Wohnung, Arbeit, Absicherung im Alter, bei Mutterschaft, f\u00fcr Kinder und Frauen den h\u00f6chsten Stand auf dem Kontinent erreicht hatte; weil ihr nicht auf die drau\u00dfen geh\u00f6rt habt, die eure Form sozialistischer Demokratie durch die Diktatur der Unternehmensvorst\u00e4nde ersetzen wollten; weil ihr euren afrikanischen Br\u00fcdern nicht Abschiebelager und \u00e4hnliches, Diskriminierung, Ausgrenzung, Rassismus gegeben habt, sondern Arbeit und W\u00fcrde: 2,5 Millionen bei sechs Millionen Einheimischen! Die Handvoll St\u00fcmper und Verr\u00e4ter, die sich kaufen lie\u00dfen f\u00fcr die politische, wirtschaftliche, soziale und moralische Versklavung durch den Imperialismus und die heute in Benghasi \u201eregieren\u201c, sind \u00dcberl\u00e4ufer zur CIA. Schon vor Jahrzehnten sind sie in Washington und London gestrandet, um die \u00dcbernahme Libyens durch den \u201eFreien Markt\u201c vorzubereiten. Die beiden ehemalige Minister, die im \u00dcbergangsrat den Staatsmann geben, waren seit 2005 mit Gaddafi in Konflikt geraten. Sie sahen ihre Pl\u00e4ne zur der Schaffung eines freien Marktes, der Liberalisierung, der Globalisierung des Elends, der Beseitigung des Sozialstaates, scheitern. Daf\u00fcr hatten sie gemeinsam mit ausl\u00e4ndischen Regierungen und Multis alle Hebel in Bewegung gesetzt. Der Konflikt f\u00fchrte 2010 zur offenen Auseinandersetzung zwischen der neoliberalen Fraktion und denen, die treu an der Linie des Sozialismus im Sinne des Gr\u00fcnen Buches festhielten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bab el Aziza, mitten in der Hauptstadt, war das Haus Gaddafis. Es wurde 1986 von Reagan bombardiert. 100 unschuldige Opfer kamen damals ums Leben, unter ihnen die kleine Adoptivtochter des libyschen F\u00fchrers. Heute ist Bab el Aziza erneut eine gewaltige Ruine, die das ganze Ausma\u00df westlicher Barbarei zeigt. Damals musste man das Land bestrafen, weil es sich unter seinem Revolutionsf\u00fchrer vom italienischen Kolonialismus und der Knechtschaft Londons befreit hatte, sich einreihte in die Gemeinschaft freier V\u00f6lker und gerechter Gesellschaften, zur einer Nation geworden war. Nach Nasser war Libyen mit Algeriern, Irakern, Syrern und Pal\u00e4stinensern Bezugspunkt f\u00fcr die entstehende Bewegung der arabischen Einheit worden. Als dann Saddam gest\u00fcrzt, Algerien weitgehend normalisiert, der pal\u00e4stinensische Widerstand durch Verrat unterh\u00f6hlt, Syrien eingekreist, der Sudan isoliert, bombardiert, aufgespalten, die widerlichsten arabischen Satrapen und Vasallen mit Waffen und Repression gefestigt waren, hatte Libyen seinen Blick auf sein geographisches Hinterland geworfen. Schon fr\u00fcher hatte es tatkr\u00e4ftig die Befreiungsprozesse im S\u00fcdteil des Kontinents unterst\u00fctzt. Mit der Schaffung der Afrikanischen Union wurde es zur treibenden Kraft gegen eine erneute Kolonisierung. Bab el Aziza ist wieder bombardiert worden. Das neue Geb\u00e4ude liegt in Tr\u00fcmmern. Die umliegenden Stadtteile wurden schwer getroffen. G\u00e4be es nicht diesen gro\u00dfen Mann, Giovanni Martinelli, den Bischof von Tripolis und apostolischen Vikar f\u00fcr Libyen, so h\u00e4tten wir nicht einmal von einem einzigen der Toten erfahren, die bei dieser Apokalypse bereits umgekommen sind. Wir h\u00e4tten nichts erfahren, angefangen bei den 40 Menschen, die allein an diesem Platz bei der Operation Morgend\u00e4mmerung der Odyssee\u201c get\u00f6tet wurden. Wir haben die menschlichen Schilder in Bab el Aziza gesehen und sie besucht. \u201eHinkommandiert von Gaddafi\u201c, hei\u00dft es, so als ob der verehrteste Mann in Libyen das Modell der Israelis \u00fcbernommen h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese hatten bei ihrem Vormarsch auf Gaza junge Leute an Panzer angebunden. Gleicher Art ist die Unterstellung, Gaddafi, der sich auf die Unterst\u00fctzung eines ganzes Volkes st\u00fctzen kann, w\u00fcrde S\u00f6ldner einsetzen, wie es die \u201eExporteure der Freiheit\u201c mit ihren Serienkillern von Blackwater praktizieren. Libyen braucht keine S\u00f6ldner. Es hat ein Volk unter Waffen, das einen sechs Monate dauernden Wehrdienst absolviert, einen Monat jedes Jahr Wehr\u00fcbungen betreibt, seine jungen M\u00e4nner und Frauen von der Schule an f\u00fcr die Verteidigung ihres Vaterland ausbildet. Auch von ihnen trafen wir viele auf dem gro\u00dfen Platz von Bab el Aziza, unter den Palmen und Tr\u00fcmmern der zerst\u00f6rten Geb\u00e4ude. Manche waren von weit her aus der W\u00fcste mit ihren Trommeln angereist, seit Wochen in Zelten, Tausende Frauen jeden Alters, verh\u00fcllte M\u00e4dchen neben Jugendlichen in blue jeans, Leute aus den Vorst\u00e4dten, Freiberufler, Studenten, Nomaden der Kabyle. Nacht f\u00fcr Nacht fordert diese riesige Menschenmenge die Serienkiller in ihren Flugzeugen heraus. Hier befindet sich eine gro\u00dfe B\u00fchne f\u00fcr Kampfes- und Liebeslieder, f\u00fcr Reden und Aufrufe. Immer wieder sind Slogans zu h\u00f6ren, Photos von Muammar zu sehen, die l\u00e4chelnde M\u00fctter mit ihren Kindern im Arm hochhalten. \u00dcberall sind Menschen, die eingehakt in traditioneller Weise tanzen. Ich muss mich an die ersten Zeiten der bolivarischen Revolution des Hugo Chavez zur\u00fcckerinnern, um eine solche Ansammlung von Kraft, Optimismus, Enthusiasmus und Entschlossenheit, zu finden, was immer es kosten mag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den emp\u00f6rendsten, unwiderlegbaren Beweis, wie die \u00f6ffentliche Meinung get\u00e4uscht und betrogen wurde, um den Staatsstreich zu rechtfertigen, haben wir in den K\u00fcstenst\u00e4dten in der Peripherie von Tripolis gesehen, in Suk Jamal, Tajura, Fajlun. Nach Angaben der St\u00fcmper in den Medien und der Kriegsverbrecher befand sich hier die rauchende Pistole, die eine humanit\u00e4re Intervention unumg\u00e4nglich gemacht haben. Sollten die Zivilisten vor dem Niedermetzeln durch Gaddafi gesch\u00fctzt werden, k\u00f6nne die Intervention nicht mehr aufgeschoben werden. In diesen Orten habe es angeblich Massenrevolten gegeben, die der \u201eWahnsinnige und Blutr\u00fcnstige\u201c im Blut erstickt h\u00e4tte. Es sind Orte mit einigen Zehntausend Einwohnern, voll strahlender Lichter, mit pulsierendem Leben. Sie liegen an Str\u00e4nden, die ein Meer ums\u00e4umen, das nicht verseucht ist. Ein Traum f\u00fcr Urlaubsuchende, eine Gefahr f\u00fcr die Touristenzentren der \u00d6ldiktaturen. Sie laufen Gefahr, die Touristen an diese St\u00e4dte zu verlieren. Sie sind leichter zu erreichen und nicht so k\u00fcnstlich und verunstaltet von der Korruption und H\u00e4sslichkeit des westlichen Tourismus. Dazu kommt die Herzlichkeit nat\u00fcrlich gebliebener Menschen, gastfreundlich, unglaublich freundlich und respektvoll. Es ist nicht nur das \u00d6l und das Tor nach Afrika, das die verwandten Monarchen vom Golf zu Intervention und Verrat veranlasst hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben diese Orte kreuz und quer ganz nach Lust und Laune durchlaufen, Station gemacht, bei wem wir auch immer wollten. Wir haben die M\u00e4rkte dieser reichen Landwirtschaft besucht. Sie konnten sich \u00fcber Jahrzehnte entwickeln, seit es gelang, unterirdisches Wasser f\u00fcr alle B\u00fcrger zur Verf\u00fcgung zu stellen. Wir betraten die H\u00e4user, h\u00f6rten uns die Berichte der Verwandten der Opfer an, erfuhren von der Zerst\u00f6rung von Wohnh\u00e4usern. Wir trafen eine Gro\u00dfmutter, deren 16 j\u00e4hrige Enkelin get\u00f6tet worden war und die Tr\u00e4nen in den Augen hatte, einen fahrende H\u00e4ndler, der Schuhe reparierte, einen Mann mit seinem Auberginen-Stand, eine Schalverk\u00e4uferin, einen Zahnarzt, der von der Nacht in Bab el Aziz zur\u00fcckkehrte, einen Kaffeeverk\u00e4ufer im traditionellen Jalabiya-Kleid, einen Bauer, dessen Hof von Raketen und gezielten Sch\u00fcssen aus der Luft bei einer Menschenjagd zerst\u00f6rt worden war. Wir trafen die H\u00e4upter der \u00f6rtlichen St\u00e4mme, die in Erscheinung, Gesichtsausdruck, Kleidung an Omar al Muktar, denen Held des 30 Jahre dauernden Widerstandes gegen die Italiener erinnerten. Auf Befehl von Mussolini war er aufgeh\u00e4ngt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Tajura, Fajlun, Suk Jamal hat es zu keinem Zeitpunkt eine Revolte gegeben. Zu keinem Zeitpunkt gab es hier Sch\u00fcsse von regierungstreuen Truppen. Alles erfunden. Genauso wie die Massenvernichtungswaffen und der V\u00f6lkermord mit Gas an den Kurden im Irak, wie die ethnische S\u00e4uberung, Srebrenica, die Bomben auf dem Markt von Sarajevo und das Massaker von Racak in Jugoslawien, wie die Geschichte von Osama in Afghanistan, vom 11. September, den Al Kaida verursacht h\u00e4tte&#8230; Nicht ein einziges Schussloch als Beleg f\u00fcr einen Kampf zwischen Rebellen und Armee ist zu sehen, nur Krater und die Einschl\u00e4ge, die aus der Luft, der \u201eFlugverbotszone\u201c her erfolgten. Viele erz\u00e4hlten uns, wie sie in den Tagen Mitte M\u00e4rz, als alle Welt davon sprach, Gaddafi w\u00fcrde die Bev\u00f6lkerung in Tajura, Fajlun und Suk Jamal ermorden, Freunde und Verwandte ganz erschrocken von \u00fcberall her anriefen. Sie wollten sich vergewissern, dass sie noch lebten. In der Anti-Ghaddafi-Hysterie drohte v\u00f6llig unterzugehen, dass sie am Leben waren. Verwundert h\u00e4tten sie geantwortet, es sei nichts geschehen. Alles sei ruhig. Die gleiche Antwort h\u00e4tten sie allerdings wenige Tage sp\u00e4ter nicht mehr geben k\u00f6nnen, als die ersten 110 Raketen mit Uran zu ihrer Rettung einschlugen. Mittlerweile sind es Tausende bei den durchschnittlich 150 Luftangriffen an jedem Tag, bei den Salven von 6.000 Schuss Uran-Munition pro Minute aus den C10 und C13. Es sind Vernichtungswaffen, deren Folgen die V\u00f6lker, die man nicht mehr braucht, Jahrhunderte zu sp\u00fcren haben. Sollte es auch die S\u00f6ldner aus Benghazi treffen, wen w\u00fcrde das st\u00f6ren? Morgen wird in Libyen, genauso wenig wie im Irak und Afghanistan, niemand von westlichen Eliten leben m\u00fcssen, abgesehen von den Handlangern, die sie brauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im tiefen S\u00fcden zwischen den roten D\u00fcnen und den bebauten L\u00e4ndereien, in Ben Walid, empfangen uns die H\u00e4upter des gr\u00f6\u00dften libyschen Stammes, der Worfalla. Wie alle anderen St\u00e4mme sind sie, abgesehen von einigen Ausnahmen in der Cirenaica und verstreuten Minderheiten, vollst\u00e4ndig auf der Seite der legitimen Regierung. Zu ihnen geh\u00f6ren mehr als 1,5 Millionen Menschen, fast ein F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung. Sie erkl\u00e4ren, sie seien bereit, sich bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen, selbst wenn es, wie es aussieht, ein lang andauernder Krieg werden sollte. Sie haben ihre Erinnerung, ihre Klarsicht und Entschlossenheit von dem 30 Jahre dauernden Kampf gegen die Kolonialisten Giolitti und Mussolini und dem Aufstand gegen den Marionettenk\u00f6nig gewonnen, den Churchill installiert hatte. Sein Nachfolger in London setzt jetzt auf die Wiederherstellung dieses Regimes, das die \u201erevolution\u00e4ren\u201c Fahnen der Aufst\u00e4ndischen ank\u00fcndigen. Unser gemeinsames Essen und Gespr\u00e4ch mit den Alten der Worfalla l\u00e4sst Erinnerungen wach werden an die abgenutzten Requisiten in der Kinozeitung \u201eLuce\u201c und den Film \u201e L\u00f6we der W\u00fcste\u201c \u00fcber das Leben und den Kampf von Omar al Muktar. Auf den Kissen entlang der W\u00e4nde der gro\u00dfen Aula des Instituts f\u00fcr hohe elektronische Technologie stehen w\u00fcrdevollen Gestalten alter Beduinen, alle mit dem Gewehr bewaffnet, mit Gesichtern, wie aus Holz von \u00d6lb\u00e4umen geschlagen. Sie empfangen uns mit der W\u00fcrde starker und selbstbewusster Menschen, zu der W\u00e4rme und Herzlichkeit geh\u00f6ren. Wir stellen uns dazu die Abgeordneten des Montecitorio vor. Und wieder h\u00f6ren wir Berichte von ihrem Widerstandskampf, tief betroffene Verwunderung \u00fcber das \u201ebefreundete Italien\u201c, und an die Adresse der Geier gerichtet, die \u00fcber Libyen kreisen und sich auf seine Reicht\u00fcmer st\u00fcrzen wollen, ein deutliches, \u201eSie werden nicht obsiegen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein alter Mann berichtet liebevoll \u00fcber seine italienische Lehrerin in der Kolonialzeit. Er tut das aus Freundlichkeit, um es f\u00fcr uns leichter zu machen, angesichts der Scham, die wir f\u00fcr die Verbrechen unseres Landes empfinden. Ein d\u00fcmmlicher Landsmann schwatzt von den Wohltaten des italienischen Kolonialismus. Ein Drittel des libyschen Volkes wurde damals in Lagern und mit Gas get\u00f6tet. Das bringt ihn zum Schweigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie bringen uns zum Sitz der lokalen Fu\u00dfballmannschaft. Es fallen die Namen von Spielern der Mannschaften von Rom und Turin wie Baggio, Totti, Cassano. Sie schenken uns Pullover ihrer Mannschaft, die am 2. Platz in der B-Liga steht. Die Spieler haben aktiv mitgearbeitet bei der Hilfe f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge aus Misurata. Die Verbissenheit der Kolonialisten und ihrer einheimischen Helfer hat den Ort zur M\u00e4rtyrerstadt werden lassen. Auf der anderen Seite des Meeres spricht man von nichts anderem als den Zivilisten, auf die die Milizen Gaddafis schie\u00dfen w\u00fcrden. Aber nicht vor ihnen sind diese 400 Familien aus Misurata geflohen, sondern vor den st\u00e4ndigen, immer wieder pl\u00f6tzlich kommenden Luftangriffen auf die Stadt. Geflohen sind sie auch vor den b\u00e4rtigen Salafiten. Die \u201ehumanit\u00e4ren Helfer\u201c, die im Hafen an Land gegangen sind, liefern ihnen zur Unterst\u00fctzung Raketenwerfer und M\u00f6rsern. In den Umkleider\u00e4umen der Mannschaft tragen sie Lebensmittel und Kleidung zusammen, Spenden der Bewohner der Zone f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grundschulen, h\u00f6here Schulen, Schulen mit Jungen und M\u00e4dchen, sie alle lassen auch unter dem Hagel der Bomben keine Stunde Unterricht ausfallen. Die Gro\u00dfen sind in Uniform. Alle haben eine Ausbildung f\u00fcr die Verteidigung absolviert, alle wissen, leichte und schwere Waffen zu handhaben. Seltsamerweise ist es in jeder Schule eine Frau, darunter auch \u00e4ltere Frauen, die diese Kurse abhalten. Es gibt keinen, der nicht sagt, er sei bereit, das Land zu verteidigen. \u201eWenn sie landen, werden sie sich einem ganzen Volk gegen\u00fcbersehen\u201c. Wissen die Leute von der neugebildeten europ\u00e4ischen Invasionstruppe EUFOR, die sich darauf vorbereiten, \u201ehumanit\u00e4re Korridore\u201c f\u00fcr die milit\u00e4rische Besetzung und Aufteilung Libyens zu sichern,was sie erwartet? Hat La Russa die S\u00e4rge mit der Tricolore und die Trauerreden schon vorbereitet f\u00fcr unsere neuen \u201eVerteidiger des Friedens\u201c und unsere \u201eW\u00e4chter gegen den Terrorismus\u201c? Mit den F\u00fc\u00dfen voran werden sie heimkehren. Beim Abschied unter dem Jubel der Sch\u00fclerschaft, ihrem ungebremsten Gejohle, fest entschlossen und mit dem verzweifelten Willen uns von der Richtigkeit ihrer Worte zu \u00fcberzeugen, l\u00e4sst die Ausbilderin Salven aus ihrem Gewehrlauf ert\u00f6nen. Es sind Warnsch\u00fcsse hinauf in die Luft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch bei der Begegnung mit dem stellvertretenden Au\u00dfenminister Khaled Khaim, mit \u00c4rzten des Krankenhauses, mit Fachjournalisten f\u00fcr Geopolitik und Recht, mit denen verglichen, viele der unsrigen Experten ganz armselig wirken w\u00fcrden, mit Vertretern der nationalen Organisationen der Richter und Anw\u00e4lte, mit dem brillanten und \u00e4u\u00dferst popul\u00e4ren offiziellen Regierungssprecher Mussa Ibrahim, werden wir gebeten, die Botschaft f\u00fcr Frieden, Dialog und Auss\u00f6hnung zu verbreiten. Warum kommt noch immer nicht jene verfluchte Untersuchungskommission der UN oder irgendeine andere Gruppe, die den ernsthaften Willen hat, zu \u00fcberpr\u00fcfen, was es mit den tats\u00e4chlichen oder angeblichen Opfern auf sich hat, die sehen m\u00f6chte, ob die Vorw\u00fcrfe berechtigt sind und was die Bev\u00f6lkerung will?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Kommission m\u00fcsste ein Meer von L\u00fcgen beseitigen, das die Medien verbreitet haben. Ihre vorrangige juristische Aufgabe w\u00e4re es, die Fakten zu \u00fcberpr\u00fcfen, von denen behauptet wird, sie m\u00fcssten mit der Todesstrafe geahndet werden. \u00dcber Gaddafi berichten sie im Westen nur von seinen \u201eDrohungen\u201c. Einige der m\u00e4chtigsten Armeen der Welt bedrohen und greifen ein Land an und verstecken sich dabei hinter den blutr\u00fcnstigen und grotesken Anklagen einer Bande gekaufter Vaterlandsverr\u00e4ter. Es sei Gaddafi, der uns bedrohe. Vielleicht, weil er diejenigen, denen er Arbeit und Wohlstand gegeben hat und die jetzt durch den Krieg der Nato zu Lastentr\u00e4gern auf dem freien Markt gemacht werden, zu unseren heiligen und verseuchten Str\u00e4nden gehen l\u00e4sst. In Tajura haben wir ein Lager von Migranten aus L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara getroffen. Sie waren niemals in Lagern eingesperrt, hatten ihre Arbeit verloren, weil die nationalen und ausl\u00e4ndischen, oft chinesischen, Firmen schlie\u00dfen. Sie suchten nach einer M\u00f6glichkeit, irgendwohin vor dem Krieg zu fliehen. Sie waren besorgt und ver\u00e4ngstigt. In der Bev\u00f6lkerung, berichteten sie, bilde sich jetzt eine andere Stimmung, als die Herzlichkeit und Br\u00fcderlichkeit, mit der sie aufgenommen worden waren. Eine Folge des Traumas, das jemand empfindet, der pl\u00f6tzlich ausgesto\u00dfen, verleumdet, befeindet, abgeschnitten wird von der Welt, selbst von den Regierungen dieser Immigranten, von denen die einen unt\u00e4tig, die anderen zu Komplizen geworden sind bei dem offenkundigen Vorhaben, das friedliche und freie Land zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pater Giovanni Martinelli, der Bischof von Tripolis, war die einzige Stimme, die in den unehrlichen und verlogenen Medien, wenn auch nur sehr eingeschr\u00e4nkt zu h\u00f6ren war, nur deshalb, weil er Priester, Katholik und Vikar des Papstes ist. Er hat uns von den Massakern an Zivilisten durch unsere Seite, durch den Westen, berichtet. Quadratischer Kopf eines Bauern aus den Bergen, aufgeweckte und l\u00e4chelnde Augen, sprachgewandt, nicht wie ein Prophet, aber genauso leidenschaftlich, empf\u00e4ngt er uns im Garten seiner gro\u00dfen Kathedrale. In ihr befinden sich mehrere Stauen des heiligen Franziskus. Vor wenigen Tagen sei etwas Unerh\u00f6rtes geschehen: Zum Repr\u00e4sentanten der katholischen Kirche, dem Vikar eines Papstes, der zwar die Kriegsverbrechen nicht direkt gesegnet, aber sich auch nicht f\u00fcr Libyen eingesetzt hatte, waren Dutzende muslimischer Frauen gekommen. Sie hatten ihn gebeten, sich f\u00fcr den Frieden einzusetzen. Sie hatten sich an ihn gewandt, damit er der Welt die Wahrheit sage, Ausdruck ihres tiefen Sorgen, einer Hoffnung, die von den Fanfaren der \u201eKriegstreiber\u201c sogleich mit den F\u00fc\u00dfen zertreten wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Martinelli best\u00e4tigt uns ein weiteres Mal, dass es die \u00f6ffentlich verk\u00fcndeten Massaker Ghaddafis nicht gegeben habe. T\u00e4glich w\u00fcrde ihm von den Bem\u00fchungen der Truppen berichtet, die Zivilpersonen aus den Kampfhandlungen herauszuhalten. Gerade das habe zu Verz\u00f6gerungen und Schwierigkeiten bei der R\u00fcckeroberung der von Rebellen besetzten Orte gef\u00fchrt. Nach einem Monat K\u00e4mpfen gab es 285 Tote in Misurata, darunter ganz wenige Frauen. Bei r\u00fccksichtslosen Angriffen auf Wohngebiete w\u00e4re statistisch 50% Frauen unter den Opfern zu erwarten gewesen. Dieser Priester, der sein Volk, Christen wie Moslems liebt und ihm seit 40 Jahren dient, zeigte keine priesterliche Zur\u00fcckhaltung, als er uns Gaddafi und sein Volk beschrieb: Ein Land, das es nicht akzeptiert hatte, sich zu unterwerfen, das sich eingesetzt hatte f\u00fcr die Einheit der V\u00f6lker, sich ausl\u00e4ndischem Einfluss und Diktat entzog, allen Wohlstand garantierte, Sicherheit, W\u00fcrde und eine breite Teilnahme an den Entscheidungsprozessen erm\u00f6glichte. Gaddafi mag Fehler gemacht haben. Vielleicht seien sie darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass er nicht immer die besten Leute um sich ausw\u00e4hlt habe. Niemand aber k\u00f6nne ihm die Anerkennung daf\u00fcr verweigern, dass er Reaktion und Reaktion\u00e4re, Kolonialisten und Neokolonialisten verjagt und sich seinem Volk mit Hingabe und Klugheit gewidmet habe. In einer Region von Lakaien und Prokonsuln des Imperialismus g\u00e4be es niemanden, den man mit ihm nur im Entferntesten vergleichen k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uns sollte reichen, zu wissen, auf welche Seite man sich stellt. S\u00fcdafrika hat einen konkreten, glaubw\u00fcrdigen Friedensplan vorgelegt. Das haben von Anfang auch an die aufrechten Regierungen Lateinamerikas getan, ebenso wie die BRICS Staaten, Brasilien, Russland, Indien, China und S\u00fcdafrika mit ihrem wirtschaftlichen Gewicht und dem ihrer Bev\u00f6lkerung. Gaddafi hat einen Waffenstillstand vorgeschlagen, \u00fcberwacht von internationalen Beobachtern, wirklich humanit\u00e4re Korridore, Wahlen, um den Willen der Bev\u00f6lkerung zu kl\u00e4ren. Stimmen, Vorschl\u00e4ge der Vernunft, der Gerechtigkeit, des Friedens. Die apokalyptischen Reiter haben sie nicht im geringsten aufhalten k\u00f6nnen. Die Stimme der anderen Seite ist nicht h\u00f6rbar, selbst f\u00fcr eine Rossana Rossanda nicht. Sie haben geantwortet und auf der Beseitigung Gaddafis bestanden, auf ein Exil, wo ihn wie gew\u00f6hnlich gedungene M\u00f6rder des Mossad leichter erreichen k\u00f6nnen. \u201eDie Bef\u00fcrworter eines Verzichtes von Gaddafi sollten sich nicht t\u00e4uschen. Ein F\u00fchrer kann nicht zur\u00fccktreten, wenn das Volk von ihm verlangt, dass er bleibt. Abgesehen davon, Gaddafi ist kein Typ, der sich ergibt, er ist ein Beduine, der bis zu seinem Tode k\u00e4mpfen wird.\u201c Mit ihm Libyen, ihr werdet es sehen. Der kleine Priester mit dem quadratischen Sch\u00e4del eines Bauern und den l\u00e4chelnden Augen verabschiedet seine Besuchergruppe mit Tr\u00e4nen in den Augen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00dcbersetzung aus dem Italienischen: Bernd Duschner, 0171-337465<\/em><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\" style=\"text-align: justify;\">\n<blockquote><p><a name=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> TRIPOLI, BEL SUOL D\u2019AMORE, di Fulvio Grimaldi &#8211; MONDOCANE controblog die Fulvio Grimaldi, April 22, 2011.\u00a0<span style=\"color: #cc6633;\"><a href=\"http:\/\/fulviogrimaldi.blogspot.com\/2011\/04\/tripoli-bel-suol-damore.html\">http:\/\/fulviogrimaldi.blogspot.com\/2011\/04\/tripoli-bel-suol-damore.html<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<blockquote>\n<div id=\"sdfootnote2\" style=\"text-align: justify;\">\n<p><a name=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> Rossana Rossanda war f\u00fchrende Funktion\u00e4rin der KPI in den f\u00fcnfziger und sechziger Jahren und Mitbegr\u00fcnderin der linken Tageszeitung Il Manifesto. Im M\u00e4rz kritisierte sie die Sprachlosigkeit der Linken und von Il Manifesto gegen\u00fcber dem Konflikt in Libyen. Was will sie ausgesprochen haben? Das Neue Deutschland ver\u00f6ffentlichte am 16. April einen Beitrag von Rosanna Rossanda, den man durchaus als imperialistisch bezeichnen kann. Darin hei\u00dft es unter anderem:<\/p>\n<p>\u201e\u00bbIl Manifesto\u00ab scheint nicht in der Lage zu sein, die Dinge beim Namen zu nennen: Dass es sich n\u00e4mlich bei Gaddafis Libyen weder um eine Demokratie noch um einen fortschrittlichen Staat handelt, und dass der aktuelle Umsturzversuch sich gegen einen Familienclan richtet, den wir gerne abgel\u00f6st s\u00e4hen. Weshalb diese Vorsicht seitens einer Zeitung, die bisher nie gez\u00f6gert hat, sich auf die Seite auch wesentlich geringerer Anliegen zu schlagen, solange diese berechtigt erschienen? Ist es denn kein berechtigtes Anliegen, wenn sich die Menschen gegen eine Macht auflehnen, die ihnen nach dem Sturz einer Operettenmonarchie im Jahr 1969 nunmehr seit 40 Jahren jede Form der Einflussnahme und Mitbestimmung vorenth\u00e4lt? Sind die Illusionen vom gesellschaftlichen Fortschritt denn immer noch nicht verschwunden, die viele von uns, mich eingeschlossen, in den sechziger und siebziger Jahren gehegt haben? Ist es denn nicht offensichtlich, dass Libyen heute von autorit\u00e4ren Machtstrukturen gepr\u00e4gt ist? Glauben wir denn ernsthaft immer noch, dass die Kontrolle \u00fcber das Erd\u00f6l und die Stellung des Landes in der internationalen Staatengemeinschaft in den H\u00e4nden eines Popanz von Staat liegen darf, der nicht einmal die elementarsten Grunds\u00e4tze der Gewaltenteilung einh\u00e4lt und dessen Machtf\u00e4den bei einer einzigen Familie zusammenlaufen?\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\" style=\"text-align: justify;\">\n<p><a name=\"sdfootnote3sym\" href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a> Die Aviano Air Base ist ein St\u00fctzpunkt der US-Luftwaffe bei Aviano im Nordosten Italiens. Der St\u00fctzpunkt geh\u00f6rt zu den United States Air Forces in Europe (USAFE), die hier das 31. Jagdgeschwader (31st Fighter Wing) mit zwei F-16-Staffeln und rund 3.500 US-Soldaten stationiert haben. 1954 beschlossen die USA und Italien die gemeinschaftliche Nutzung der Einrichtung, die damit ein NATO-St\u00fctzpunkt wurde. Zum 15. Februar 1955 \u00fcbernahmen die USAFE die Zust\u00e4ndigkeit und nannten den Flugplatz erst Aviano Airfield, bevor er zum 1. Januar 1956 seinen endg\u00fcltigen Namen Aviano Air Base erhielt.<\/p>\n<p>Die US-Luftwaffe verlegte vor allem Kampfflugzeuge nach Aviano, darunter F-100 und ab den 1970er Jahren F-4. Von 1992 bis 2005 hatte die 16. Luftwaffe der US-Luftwaffe ihr Hauptquartier hier, seit 1994 sind F-16 in Aviano stationiert. 1999 flogen F-117 von hier aus Angriffe auf serbische Ziele im Rahmen des Kosovokriegs.<\/p>\n<p>Nach dem derzeitigen Stationierungskonzept handelt es sich um eine Main Operating Base. nach wikipedia<\/p>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<div id=\"sdfootnote4\" style=\"text-align: justify;\">\n<blockquote><p><a name=\"sdfootnote4sym\" href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a> Der italienische Kolonialoffizier Rodolfo Graziani nahm schon 1912 als Infanterie-Offizier am Italienisch-T\u00fcrkischen Krieg teil, bei dem Libyen mit seinen beiden Landesteilen Kyrenaika und Tripolitanien von Italien besetzt und als Kolonie Italienisch-Libyen annektiert wurde. Beteiligt an verschiedenen Massakern und Kriegsverbrechen auf dem Afrikanischen Kontinent, darunter auch in Libyen, diente er unter Mussolini als Generalstabschef des Heeres. 1939 wurde er von Mussolini auch zum Generalgouverneur in Libyen und damit zum Oberbefehlshaber der italienischen Truppen in Nordafrika ernannt. Daneben f\u00fchrte er pers\u00f6nlich auch die 10. Armee im Nordosten Libyens, wobei ihm gleichzeitig auch Italo Gariboldis 5. Armee im Nordwesten unterstand. Grazianis langj\u00e4hrige Erfahrung bei der Niederschlagung von Aufst\u00e4nden und bei der F\u00fchrung von Kolonialkriegen beeinflussten ganz wesentlich seine Operationsf\u00fchrung&#8230; nach wikipedia\u00a0<span style=\"color: #cc6633;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rodolfo_Graziani\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rodolfo_Graziani<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tripolis, sch\u00f6nes, geliebtes Land Die libysche Bev\u00f6lkerung leistet entschlossenen Widerstand gegen die NATO- Aggression. 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