Damaskus: Kurse für Schneiderinnen konnten beginnen

Schwester Carol Tahhan bedankt sich bei unseren Verein und den Spendern

Mit einem persönlichen Schreiben hat sich Schwester Carol Tahhan bei unserem Verein für die Unterstützung bei der Finanzierung von Kursen zur Berufsausbildung für Mütter in Damaskus bedankt. Die gebürtige Syrerin Carol Tahhan gehört zur Ordensgemeinschaft der Don-Bosco Schwestern, die unter Leitung von Schwester Anna Maria Scarzello das „Italienische Krankenhaus“ führen. Tahhan stammt aus einer christlichen Familie und wurde 1971 in Aleppo geboren. Sie ist verantwortlich für den Kindergarten der Don-Bosco Schwestern und organisiert die Kurse für die Berufsausbildung von Müttern zu Schneiderinnen. Für die Finanzierung zweier neuer Kurse mit jeweils 20 Teilnehmerinnen, konnten wir ihr mittlerweile 11.000 EUR zur Verfügung stellen Die Kurse, die über mehrere Monate gehen, haben jetzt vor drei Wochen begonnen. 20.000 EUR sind insgesamt erforderlich, damit zum Abschluss der Ausbildung noch für jede der Teilnehmerinnen eine Nähmaschine gekauft und ihr als Geschenk gegeben werden kann. Deshalb führen wir unsere Spendenaktion weiter.

Bereits 7 Jahre dauert der Krieg in Syrien. Frägt man Schwester Tahhan nach den Ursachen, so verweist sie auf den Reichtum des Landes, der die Begehrlichkeit der Großmächte und Nachbarstaaten geweckt habe: Das „schwarze“ Gold (Erdöl), das „gelbe“ Gold (Getreide) und das „weiße“ Gold (Baumwolle) Syriens. Damaskus hat schwer unter den Kämpfen und Anschlägen gelitten und ist überfüllt mit Hunderttausenden von Flüchtlingen. Unter ihnen sind viele Frauen, die ihren Mann verloren haben. Sie müssen jetzt auf sich gestellt ihre Kinder ernähren und durchbringen. Schwester Carol Tahhan liebt ihr Land über alles. Trotz des Krieges, der Gefahren und der herrschenden Not würde sie Syrien unter keinen Umständen verlassen. Mit Geldern des UN – Flüchtlingswerkes hat sie vor 7 Jahren begonnen, ihre ersten Kurse für Frauen zur Berufsausbildung zur Schneiderin zu organisieren. Am Ende der Ausbildung erhalten diese Frauen immer ein Zeugnis als Nachweis und eine eigene Nähmaschine als Starthilfe. „Wir“, sagt Tahhan, helfen diesen Frauen, auf eigenen Füßen zu stehen, unabhängig zu sein, eine Arbeit zu finden, und sich jetzt, obwohl Krieg und Tod herrschen, weiter zu entwickeln. Wir machen Mut und sagen ihnen: „Es gibt eine Zukunft, der Frieden wird kommen. Wir geben Mut zum Leben.“ Einmal, erzählt sie, sei eine Frau in Tränen ausgebrochen, als sie ihr das Zeugnis ausgehändigt habe. Es sei das erste Mal in ihrem Leben gewesen , so die Frau, dass sie ein solches Dokument erhalten habe.
Schwester Tahhan leitet auch den Kindergarten der Don-Bosco Schwestern. Nur 24 der 200 Kinder sind Christen, die übrigen Moslems. Ein Zusammenleben ist also möglich, wie sie betont. Es bedrückt die Ordensfrau, dass die Kinder heute in einer Atmosphäre der Gewalt aufwachsen und tagtäglich mit dem Krieg konfrontiert sind. Schon die Kleinsten, berichtet sie, könnten wie selbstverständlich das Zischen eines Mörsers von dem einer Rakete unterscheiden. Es gäbe Kinder, die nicht mehr sprechen, andere seien voll gestopft von Gewalt, die gesehen und erlebt haben. Im Kindergarten werde versucht, ihnen mit Musik als Therapie zu helfen. Zwei Mal in der Woche werde mit Instrumenten gespielt und gemeinsam gesungen. Stolz ist Schwester Tahhan auf das Vertrauen, dass die Eltern zu ihr und ihren Mitarbeitern haben. Sie wüssten, dass in diesem Kindergarten ein familiäres und friedliches Klima herrsche, ihre Kinder in Ruhe spielen, herumtollen, aber auch träumen könnten. Einen Unterschied zwischen Christen und Moslems mache niemand. Sie berichtet von der Solidarität, die den Don-Bosco Schwestern entgegengebracht werde. Wenn es einen Anschlag in ihrem Stadtteil gäbe, würden sofort auch viele Moslems besorgt vorbeischauen und ihre Hilfe anbieten.

Schwester Tahhan schweigt nicht zu politischen Fragen. Sie steht zu ihrem Land und seiner Regierung. Die westliche Politik gegenüber Syrien und insbesondere die Wirtschaftssanktionen kritisiert sie offen. Wegen der Sanktionen sind sie und Schwester Scarzello, die für das Krankenhaus zuständig ist, für den Einkauf von medizinischen Geräten, Ersatzteilen und dringend benötigter Medikamenten immer wieder gezwungen, in den Libanon zu reisen. Von den Großen der Welt fordern beide beharrlich endlich „Gerechtigkeit für Syrien“ .

Privatpersonen, Vereine und Firmen, die uns bei der Finanzierung der Kurse für die Berufsausbildung von Müttern in Damaskus unterstützen möchten, bitten wir um Spenden auf das Konto unseres gemeinnützigen Vereins „Freundschaft mit Valjevo“ o bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN: DE06 7215 0008 0119, Stichwort „Hilfe für Mütter in Damaskus“.

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