Kinder in Damaskus erhalten Winterkleidung

Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig humanitäre Hilfe leisten

Im Sommer hatten wir die Ausbildung von 40 Frauen in Damaskus zu Schneiderinnen finanziert. Die Ausbildung fand in den Räumlichkeiten der dortigen Don Bosco Schwestern unter Leitung von Schwester Carol Tahhan statt. Ende Oktober hat sich Bernd Duschner für uns in Beirut mit Schwester Carol Tahhan getroffen. Bei diesem Gespräch hat ihm Frau Tahhan ein gemeinsames Folgeprojekt ans Herz gelegt, das wir sofort in Angriff genommen haben: Die frisch ausgebildeten Schneiderinnen stellen jetzt rechtzeitig vor dem Winter in Damaskus warme Kleidung für Kinder her. Diese Winterkleidung wird anschließend an besonders bedürftige  Familien in der syrischen Hauptstadt verteilt.

Es ist eine spürbare Hilfe, denn dank zahlreicher Spender konnten wir ihnen inzwischen bereits 16.000 EUR für den Einkauf der notwendigen Stoffe, Materialien und Arbeitslöhne zur Verfügung stellen. Dieser Erfolg  ist auch prominenten Unterstützern zu verdanken. So gab uns Dr. Eugen Drewermann bei seinem jüngsten Vortrag bei Pax Christi in Augsburg Gelegenheit, für diese humanitäre Aktion zu werben. Der Publizist und  langjährige Planungschef im Bundeskanzleramt Albrecht Müller informierte die Leser seiner „Nachdenkseiten“  und seine Leser haben großzügig reagiert.

Angesichts der Not in Syrien bitten wir um weitere Spenden für unsere Aktion auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN: DE06 7215 1650 0008 0119 91, Stichwort „Hilfe für Kinder in Damaskus“.

Nachfolgend ein persönliches Schreiben mit Photos von Schwester Carol Tahhan vom 14. Dezember an unseren Vereinsvorsitzenden:

Carissimo Signor Bernd, 

Finalmente comincio a scriverti per ringraziarti per il tuo aiuto che stai dando a noi attraverso gli aiuti. Noi abbiamo ricevuto il 16000 Euro e grazie mille.

ecco tutto il materiale che ho fatto fin adesso. la ringrazio tanto la gioia delle donne che hanno avuto un stipendio e` molto grande e non solo le donne anche i poveri che stanno prendendo il regalo di Natale. Un grazie a lei e a tutti i donatori. Sr. Carol e adesso mando le fotto mentre noi prepariamo i pacchie scusami di nuovo per il ritardo ha risponderti.

Liebster Herr Duschner,

endlich komme ich dazu, Dir zu schreiben und für Deine Unterstützung zu danken, die Du uns mit diesen Hilfen gibst. Wir haben die 16.000 EUR erhalten. Tausend Dank! Hier ist das ganze Material, das ich bis jetzt gemacht habe. Ich danke Ihnen. Die Freude der Frauen, die ein Gehalt bekommen haben, ist sehr groß und nicht nur bei dene Frauen, sondern auch bei den Armen, die ein Weihnachtsgeschenk erhalten. Ein Dank an Sie und alle Spender, Schwester Carol.
Und jetzt schicke ich Ihnen die Photos, während wir die Pakete herrichten. Und entschuldige mich für meine verzögerte Antwort.

Konzert mit arabischer Musik im Hofbergsaal

Kleiderkammer spendet für Kinder in Damaskus

Ein Konzert mit Musik aus dem Orient gab am Sonntag, den 26.11.17 im Hofbergsaal die Münchner Gruppe KILDAN. Veranstalter war unser Verein.

Unsere Projekt „Hilfe für Kinder in Damaskus“ hat die Gruppe KILDAN, vier irakische Musiker und der Geigenbaumeister und Cellist Robert Eibl mit einem Konzert im Hofbergsaal unterstützt. In Pfaffenhofen spielten KILDAN mit Kanoun , dem „arabischen Klavier“(Bahir Al Rajab), Oud (Maged Kildan), Darbouka (Auda Kildan), Geige (Saadi Majid) und Cello (Robert Eibl) traditionelle volkstümliche Lieder aus dem Irak und Syrien. Thema dieser lebhaften Lieder ist immer wieder die Liebe, wie Robert Eibl erläuterte. Der Musiker stammt selbst aus einer bekannten Familie mit großer bayerischer Volksmusiktradition. Die Lieder, die zu hören waren, sind in allen arabischen Ländern bekannt und populär. Sie werden bei Festen und Feiern gesungen. Entsprechend gut war die Stimmung, insbesondere bei den Zuhörern aus arabischen Ländern. Sie waren begeistert, oft nach Jahren zum ersten Mal wieder Livemusik aus ihrer Heimat zu hören. Neben diesen traditionelle Volksliedern spielte die Gruppe Eigenkompositionen des Sängers und großartigen Kanoun-Solisten Bahir Al Rajab. Der Künstler hat seine musikalische Ausbildung an der Musikhochschule in Bagdad und an der Arabic Open University of North America erhalten. Großen Beifall gab es an diesen Abend aber nicht nur die Musiker, sondern auch für die Pfaffenhofener Kleiderkammer. Ihre Vorsitzende Stephanie – Christiane Buck gab zu Beginn des Konzertes bekannt, dass ihr Verein unser Projekt, bei dem „unsere“ im Sommer in Damaskus ausgebildeten Schneiderinnen Winterkleidung für Kinder zur Verteilung besonders bedürftige Familien herstellen, mit 1.500 EUR. unterstützen wird. Weitere Spenden können überwiesen werden auf das Konto der „Freunde von Valjevo“ bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, Stichwort „Hilfe für syrische Kinder“.

 

Afghanistan nach 16 Jahren Besatzung

Abzug der Bundeswehr statt Abschiebung der Flüchtlinge?

Referent: Matin Baraki, Lehrbeauftragter Uni Marburg
Samstag, 18. November, 19 Uhr 30, Hofbergsaal

Die Anschläge vom 11. September haben die USA im Oktober 2001 als Vorwand genommen, das strategisch wichtige Afghanistan anzugreifen und zu besetzen. Die Bundesregierung unter Kanzler Schröder entsandte zur Unterstützung der US- Streitkräfte Einheiten der Bundeswehr, weil Deutschlands Sicherheit angeblich auch am Hindukusch verteidigt werde.

Einzig die Herstellung von Sicherheit, Stärkung demokratischer Strukturen, Förderung von Wirtschaftswachstum und Rechtsstaatlichkeit, sowie von Menschen- und speziell Frauenrechten für die afghanische Bevölkerung sind, so die Bundesregierung, ihre hehren Ziele.

Wie aber ist es möglich, dass nach 16 Jahren Nato-Besetzung 7,4 Millionen der ca. 26 Millionen Einwohner an akuten Nahrungsmangel leiden, nur 27% der Bevölkerung Zugang zu sauberen Trinkwasser und gar nur 5% zu hygienischen Sanitäreinrichtungen haben? Wie kann es sein, dass genau aus diesem Land heute 90% des Opiums für die Welt – Heroinproduktion kommt?

Was ist schief gelaufen? Warum nimmt der Widerstand der afghanischen Bevölkerung zu, so dass die US- und Nato – Truppen wieder deutlich aufgestockt werden sollen? Ist es die Besatzung und die Politik der Besatzer, die Millionen Afghanen zwingt, ihr Land zu verlassen?

Winterkleidung für Kinder von bedürftigen Familien

Neu ausgebildete Schneiderinnen werden Winterkleidung für bedürftige Kinder in Damaskus herstellen. Die Kosten für Stoffe und Löhne wollen wir über Spenden finanzieren  

Mit Spendengelder, die unser Vereins gesammelt hatte, wurden im Sommer in Damaskus zwei Klassen für die Ausbildung von jeweils 20 Frauen Schneiderinnen eingerichtet. Carol Tahhan von den Don Bosco Schwestern hatte die Leitung dieses Projektes vor Ort übernommen.

Wie sie uns vor wenigen Tagen berichtet hat, konnte die Ausbildung  beider Gruppen mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden. Bei den Abschlussfeiern erhielt jede der Teilnehmerinnen als Geschenk eine eigene Nähmaschine, ebenfalls finanziert durch die von uns gesammelten Spenden. Dafür unseren herzlichen Dank an alle Unterstützer!

Wir haben jetzt vereinbart, dass diese frisch ausgebildeten Schneiderinnen für Kinder bedürftiger Familien in Damaskus Winterkleidung herstellen.

Der Krieg in Syrien ist zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, IS und ähnliche Gruppen konnten aus weiten Teilen des Landes verdrängt werden. Die syrische Bevölkerung aber ist mit den langfristigen Folgen des Krieges konfrontiert: erhebliche Teile der Infrastruktur und zahlreiche Wohnhäuser sind schwer beschädigt oder gar zerstört, die Wirtschaft liegt auch als Folge der unverändert andauernden Wirtschaftssanktionen der EU danieder. Die Arbeitslosenquote beträgt weit über 50% und es gibt große Versorgungsproblemen. 6 von 10 Syrern, so die Weltbank in einer jüngsten Studie, leben in extremer Armut, 9 Millionen Syrer sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

Besonders tiefe Spuren, so Schwester Carol Tahhan, hat der Krieg bei den Kindern hinterlassen. Bei den lange Jahre andauernden Kämpfen in den Innenstädten wurden schwere Waffen wie Panzer, Mörser und Raketenwerfer eingesetzt. Die Kinder waren traumatischen Erlebnissen ausgesetzt: sie sahen Tote und Schwerverletzte in den Straßen,  litten unter ständiger Angst vor Bomben und Einschlägen, verloren wichtige Bezugspersonen und sind mit Armut und Hunger konfrontiert.

In kürze kommt der Winter. Gerade für die zahlreichen Flüchtlingsfamilien in behelfsmäßigen Notunterkünften bringt er große Probleme. Wir haben deshalb vereinbart, dass die neu ausgebildeten Schneiderinnen für uns Winterkleidung für Kinder bedürftiger Familien herstellen. Die Kosten für den Kauf der benötigten Stoffe und der Bezahlung ihrer Arbeitslöhne möchten wir übernehmen und bitten dazu um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, Stichwort „Hilfe für syrische Kinder“.

Wir trauern um unsern Freund Karl-Bolko Lesser

Nach längerer schwerer Krankheit ist am 26. September Dipl.-Ing. Karl Bolko Lesser verstorben. Viele Jahre hatte er in Pfaffenhofen gelebt und das gesellschaftliche Leben unserer Stadt mitgeprägt. Geboren wurde Karl-Bolko Lesser am 8. November 1949 in Lüneburg. Aus beruflichen Gründen zog sein Vater mit der Familie nach München. Dort studierte Karl-Bolko Lesser Maschinenbau und Verfahrenstechnik sowie anschließend Jura. Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete er als Patentanwalt. 1992 kam „Bolko“, wie ihn seine Freunde liebevoll nannten, nach Pfaffenhofen. Hier engagierte er sich bei der evangelischen Kirche, erstellte ihre erste Homepage, war ab 1997 Lektor und von 1998 bis 2000 Mitglied des Kirchenvorstandes. Christliche Überzeugung und Einsatz für Völkerverständigung und Frieden gehörten für Karl-Bolko Lesser untrennbar zusammen. Als Mitglied bei „Freundschaft mit Valjevo e.V.“ hat er an vielen Hilfstransporten und Besuchen in der serbischen Stadt Valjevo teilgenommen. Dort lernte er seine Frau, die Ärztin Nina Dragulic, kennen und heiratete sie 2008 in Pfaffenhofen. In Norddeutschland fand seine Frau eine Stelle und mit ihr verbrachte er die letzten Jahre in Schiffdorf-Spaden bei Bremerhaven. „Bolko“ war ein kluger Gesprächspartner, ein warmherziger, äußerst hilfsbereiter und einfühlsamer Mensch. Sein Haus stand auch für Fremde immer offen, seine Gastfreundschaft war legendär. Wir und seine zahlreichen weiteren Freunde trauern um einen weltoffenen, vorbildlichen Humanisten.