Bericht aus dem umkämpften Aleppo

Pater van Haaren spricht Samstag, 10. Dezember 2016, 20 Uhr, im  Hofbergbergsaal

Das Schicksal der Menschen in der schwer umkämpften syrischen Millionenstadt Aleppo beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen. Wir haben Pater Elias van Haaren eingeladen, am Samstag, den 10. Dezember, 20 Uhr, im Hofbergsaal in Pfaffenhofen  über die Lage der dortigen Bevölkerung zu berichten. Elias van Haaren ist Generalkommissar des Heiligen Landes der österreichischen Franziskaner, häufig im Nahen Osten und im ständigen Kontakt mit den christlichen Gemeinden in Syrien. Mitveranstalter ist die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Pfaffenhofen.

Pater Elias

Pater Elias

Seit im Juli 2012 islamistische Gruppen Teile der Stadt eroberten, ist Aleppo geteilt. Der Westteil von  Aleppo mit rund 1,5 Millionen Bewohner wird von der Regierung kontrolliert, der Ostteil mit rund 250.000 Menschen wurde von Al Nusra und verbündeten Gruppen beherrscht. Deren Nachschublinien aus der Türkei haben die Regierungstruppen vor wenigen Wochen gekappt und sind jetzt dabei, Al Nusra vollständig aus der Stadt zu vertreiben.

Wie haben die Menschen in Aleppo und speziell die Christen diesen Krieg erlebt? Wie ist die aktuelle Situation in der Stadt?  Wie beurteilen ihre Bürger die Rolle des Westens? Welchen Weg für Aussöhnung und Frieden schlagen sie vor? Diese Fragen und vor allem die Frage, welchen Beitrag wir dazu leisten können, sollen im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

Großer Erfolg unserer Spendenaktion!

Das Echo auf unseren Spendenaufruf für das „Italienische Krankenhaus“ in Damaskus war überwältigend. Wir erhielten über 200 Überweisungen mit Spenden von insgesamt 22.000 EUR. Das Geld haben wir in mehreren Teilbeträgen mittlerweile der Leiterin des Krankenhauses Schwester Anna Maria Scarzello zugeleitet. Sie hat uns den Empfang bestätigt. Mit dem Geld konnte Schwester Scarzello für das Krankenhaus die benötigte neue Wasserwiederaufbereitungsanlage für die Dialyse und zusätzlich noch Geräte für Reanimation und Atemtherapie besorgen.

Deshalb ganz herzlichen Dank an alle Spender!

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation kann die Regierung in Damaskus jeweils nur für 3 Stunden Strom für elektrisches Licht zur Verfügung stellen. Danach wird der Strom für die nächsten 3 Stunden abgeschaltet. Deshalb laufen für das Krankenhaus Tag und Nacht Notstromaggregate. Sie sorgen auch für die Beheizung der Räume. 15.000 Liter Diesel braucht das Krankenhaus im Winter jeden Monat. Bei einem Literpreis von aktuell 183 syrischen Lira liegen die Kosten dafür bei 5.000 Dollar, so Schwester Scarzello.

Unsere Spendenaktion geht weiter! Helft alle mit!

Die Notlage bei der Stromversorgung und der Mangel an Diesel und Heizöl sind eine direkte Folge der Wirtschaftssanktionen der Bundesregierung und der EU, die seit 2011 (!!!)  gegen Syrien in Kraft sind. Sie verbieten u.a. explizit die Lieferung und technische Hilfe von Schlüsselausrüstung und Technologie zur Exploration, Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas. Sie verbieten genauso die Lieferung und technische Hilfe für Kraftwerke zur Stromgewinnung wohl wissend, dass die Infrastruktur des Landes durch gezielte Terroranschläge und Krieg schwerste Schäden erlitten hat.

Damit das Krankenhaus auch in den Wintermonaten voll arbeiten kann und über ausreichend Heizung und elektrischer Strom verfügt, bitten wir im Namen von Schwester Scarzello um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, BIC BYLADEM1PAF, Stichwort: „Krankenhaus Damaskus“. Wir werden die Gelder wieder unverzüglich an Schwester Scarzello weiterleiten.

Verständigung oder Konfrontation mit Russland?

Willy Wimmer mit seinem neuen Buch

Referent: Willy Wimmer, Staatssekretär a.D. und früherer OSZE Vizepräsident

Dienstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Hofbergsaal in Pfaffenhofen a.d.Ilm

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre propagierten Bundesregierung und die russische Regierung die Zusammenarbeit und den Bau eines gemeinsamen „Hauses Europa“. Heute droht uns ein neuer Kalter Krieg, der sehr schnell in einem militärischen Konflikt münden kann. Die Nato hat sich bis an die Grenzen Russlands ausgedehnt und Nato Panzer stehen 150 von Petersburg entfernt. Die Atomwaffen in Europa werden erneuert, der deutsche Rüstungsausgaben in den nächsten 8 Jahren von derzeit 35 auf 60 Mrd. EUR erhöht. In Syrien spitzt sich die Konfrontation zwischen Russland und den USA zu. Russland hat jetzt sein SS 300 Raketensystem in Syrien stationiert, um jegliche  ausländische Angriffe auf seine und die syrischen Streitkräfte zu verhindern.

Wie konnte es zu dieser gefährlichen Entwicklung kommen? Welche Mitverantwortung trägt die deutsche Bundesregierung? Was können und müssen wir als Bürger tun, um eine Rückkehr zu Gespräch und Kooperation mit unseren russischen Nachbarn durchzusetzen?

Konzert mit Lieder und Rhythmen aus dem Orient

Hadi Alizadeh und Gayane Sureni im Rathaussaal

An diesem Samstag, den 1. Oktober, 20 Uhr, werden der iranische Meistertrommler Hadi Alizadeh und die armenische Sängerin Gayane Sureni erneut ein Konzert im Pfaffenhofener Rathaussaal geben und ihre Zuhörer auf eine faszinierende Reise in den Orient entführen.

Der iranische Meistertrommler Hadi Alizadeh und die armenische Sängerin Gayane Sureni.

Der Musiker Hadi Alizadeh stammt aus der iranischen Provinz Ilam.  Seine Ausbildung an der persischen Trommel „Tonbak“ erhielt Hadi Alizadeh in Teheran. Dazu erlernte er die kurdische Rahmentrommel Daf. Im Iran war Hadi Alizadeh durch Liveauftritte im Radio und Fernsehen bereits einem breiten Publikum bekannt. Hadi Alizadeh trat bei zahlreichen Festivals auf, darunter dem Edinburgh Festival, dem Kurdistan Festival, dem Afro Pfingsten Festival Schweiz und bei  TV Belgien. Beim internationalen Musikwettbewerb in Val Tidone 2011 wurde Hadi Alizadeh als bester Instrumentalist ausgezeichnet. „Mit fliegenden Händen“, so die Fürther Nachrichten, “erzeugt er einen Klang, für den andere ein ganzes Schlagzeug bräuchten. Dabei spielt er lediglich schlichte, traditionelle Handtrommeln.“

Begleiten wird ihn die armenische Sängerin Gayane Surene. Zu den   lebhaften und meditative Lieder aus ihrer Heimat wird Hadi Alizadeh die rhythmischen Akzente auf der persischen Trommel Tonbak und der kurdischen Rahmentrommel Daf setzen. Die Sopranistin Gayane Sureni hat am Music College Etschmiadzin  klassischen Gesang, Jazz und armenische Volksmusik studiert. In ihrer Heimat war sie als Solistin mit verschiedenen Ensembles tätig. Mit der Musikgruppe „Alamto“ trat sie  beim Weltmusik Festival, dem „Bardentreffen“, in Nürnberg auf.  Karten zum Konzert gibt es an der Abendkasse für 10 EUR. Für Arbeitslose, Schüler und Studenten kostet der Eintritt 5 EUR.

Ordensschwester Scarzello bittet um Hilfe

Krankenhaus in Damaskus braucht neue Wasseraufbereitungsanlage

Die Leiterin des Italienischen Krankenhauses in Damaskus, Schwester Anna Maria Scarzello vom Orden der Don Bosco Schwestern, hat sich mit einer Bitte an unseren Verein gewandt: Das Krankenhaus braucht dringend eine neue Wasseraufbereitungsanlage für die Behandlung seiner zahlreichen Dialysepatienten. Dafür sind knapp 14000 EUR notwendig. Wir möchten ihr das Geld kurzfristig zukommen lassen und bitten deshalb um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, BIC BYLADEM1PAF, Stichwort „Wasseraufbereitungsanlage“.

Schwester Anna Maria Scarzello ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Geboren 1939 in der kleinen norditalienischen Gemeinde Tarantasca im Piemont hat sie 20 Jahre mit jungen Frauen in Mexiko gearbeitet und sie tatkräftig bei ihrer Entwicklung und Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt. 2011 ging Schwester Anna Maria Scarzello nach Damaskus. Ungeachtet der schwierigen und gefährlichen Situation im Land übernahm sie die Leitung einer Ordensgemeinschaft von 13 Don Bosco Schwestern, die das dortige „Italienische Krankenhaus“ führen. Das Krankenhaus wurde 1913 gegründet und liegt im dicht besiedelten Stadtteil Mazraa. Es hat einen sehr guten Ruf und steht für alle Kranken unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung offen. Die Lage für Bevölkerung und Krankenhaus in Damaskus, sagt Schwester Scarzello, hat sich in den letzten Jahren ständig verschlechtert: es fehlt an Ärzte, weil viele das Land verlassen haben. Die Preise im öffentlichen Nahverkehr, für Benzin und insbesondere Grundnahrungsmittel sind explodiert. Medikamente sind sehr teuer geworden und nur schwer zu bekommen. Dafür machen die christlichen Kirchen in Syrien nicht zuletzt die Wirtschafts- und Finanzsanktionen verantwortlich, die USA und EU seit 2011 gegen das Land verhängt haben. In ihrem jüngsten Appell vom 23. August 2016 fordern ihre Patriarchen von Damaskus John X., Gregorius III und Ignatius Aphrem II erneut ihre Aufhebung. Auch für Schwester Scarzello sind sie Sanktionen eine wesentliche Ursache, weshalb in Syrien die Armut ständig weiter um sich greift und immer weniger Patienten für ihre Behandlung bezahlen können. Womit aber, fragt sie, sollen wir die eigenen Mitarbeiter, medizinisches Material und Ersatzgeräte finanzieren? Die Wasseraufbereitungsanlage des Krankenhauses für die Dialyse ist bereits seit über 15 Jahren im Betrieb. Die Anlage hat zahlreiche Risse, verliert Wasser und muss umgehend ausgetauscht werden. Es liegt jetzt an uns, ihr die Finanzierung einer neuen Wasseraufbereitungsanlage zu ermöglichen. „Ich bitte die göttliche  Vorsehen“, so Schwester Scarzello in ihrem Schreiben, „dass großzügige Menschen uns helfen, damit viele Kranke davon ihren Nutzen haben.“

Hier klicken für den Kostenvoranschlag für die Wasseraufbereitungsanlage.

Hier klicken für Appell: Erzbischof Joseph Tobij von Aleppo.