Eine literarische Reise mit Bildern und Musik in den Iran, das Land der Rosen und Nachtigallen

Mittwoch, 16. Mai, 19 Uhr 30
Hofbergsaal, Hofberg 7, Pfaffenhofen, Eintritt 6 EUR

“Eine literarische Reise mit Bildern und Musik in den Iran, das Land der Rosen und Nachtigallen”
Dr. Amir Mortasawi und Benedikt Fuhrmann

Der Iran kann auf eine mehrere Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken. Das Land mit seinen 75 Millionen Einwohnern verfügt über eine äußerst reiche und vielfältige Kultur. Heute ist der Iran dabei, zu einer führenden wirtschaftliche und politische Macht im Mittleren Osten zu werden. Über seine Gesellschaft und Kultur, seine Menschen, deren Alltag, Sorgen und Wünsche wissen wir wenig. Sie sollen im Mittelpunkt dieses Abends stehen.

Dr. Amir Mortasawi ist gebürtiger Iraner, Herzchirurg und allgemein ermächtigter Übersetzer für Persisch. Als friedenspolitisch aktiver Autor versucht er, den deutschsprachigen Leser mit dem Bilderreichtum der persischen Sprache und dem facettenreichen Leben im Iran bekannt zu machen ((http://afsanebahar.blog.de/).
Mortasawi wird Texte sozial engagierter Dichter und Denker aus dem heutigen Iran vorstellen. Mit Bildern, Filmsequenzen und Musik aus dem Iran wird ihn der Film – und Fotokünstler Benedikt Fuhrmann unterstützen.

Fuhrmann ist Mitbegründer des Kultur- und Theatervereins “Die komische Gesellschafte.V”. 1999 wurde er mit dem Tessilopreis, dem überregionalen Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung, und 2010 mit dem Publikumspreis des “el mundo Festival” in Österreich ausgezeichnet. Fuhrmann war ein Jahr lang mit der Kamera im Iran unterwegs und bereitet derzeit das internationale Kulturprojekt “Ein Blick Iran. Sag Servus und Salam” (http://www.startnext.de/einblickiran) vor. Diese Multimedia Ausstellung wird vom 15. Juli bis 12. August in der Kirche St. Maximilian in München zu sehen sein.

Interview mit der Journalistin Karin Leukefeld zur Lage in Syrien

Karin Leukefeld ist die einzige deutsche Journalistin mit einer Akkreditierung in Syrien. Sie hat die jüngste Entwicklung in diesem Land von den Protesten gegen die Regierung hin zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen hautnah selbst miterlebt. Kurz nach ihrer Rückkehr aus Syrien gab sie während ihres Aufenthaltes in Pfaffenhofen dem Journalisten Ferry Eifert von Radio IN am 28.3 2012 ein Interview.

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Humanitäre Hilfe von der Friedensbewegung für Kinder in Libyen

Freundschaft mit Valjevo e.V.
Bernd Duschner Samhofstrasse 2a
85276 Pfaffenhofen
Handy: 0171-3374658

Liebe Freunde, der blutige Bürgerkrieg und die sieben Monate andauernden schweren Bombarde- ments der Nato haben in Libyen zum Tod von Zehntausenden Menschen, der Zerstörung ganzer Städte und großer Teile der Infrastruktur geführt. Hundert- tausende wurden zu Flüchtlingen ohne Hab und Gut.

Unsere Politiker und Medien haben diesen Krieg gerechtfertigt und unterstützt. Heute ist Libyen für sie kein Thema mehr. Ihr politisches Ziel eines Regimewechsels wurde erreicht. Wie die Bevölkerung mit den Folgen des Krieges zurechtkommt, interessiert sie nicht. Weil uns in der Friedensbewegung dagegen das Schicksal der libyschen Bevölkerung am Herzen liegt, hatten wir von Anfang an eine Verhandlungslösung des Konfliktes gefordert und die völkerrechtswidrigen Bombardements der Nato entschieden verurteilt.

In der Woche vom 3.-12. Mai fliegt ein größeres Ärzteteam der “Gesellschaft für Österreichisch – Arabische Beziehungen” nach Libyen. Es wird dort in diversen Krankenhäusern Verletzte und Schwerkranke, insbesondere Kinder, behandeln. In der Stadt Sebha, der Hauptstadt des südlichen Landesteiles Fezzan, wo besonders große Not herrscht, ist geplant, an familienreiche Familien auch Lebensmittel zu verteilen. Wir möchten aus der Friedensbewegung in Deutschland diese Aktion unterstützen. Dazu wollen wir den Ärzten eine größere Menge Kindernahrung für Neugeborene und kleine Kinder mitgeben, um das sie uns gebeten haben. Für die humanitäre Hilfe brauchen wir Ihre Unterstützung. Ich selbst werde an der Reise für unseren Verein “Freundschaft mit Valjevo e.V.” teilnehmen.

Wir bitten Sie, zur Finanzierung dieser Hilfe, aber auch für den Einkauf dringend benötigter Güter vor Ort gemeinsam mit den Ärzten, um Ihre Spende auf unser Konto:

Freundschaft mit Valjevo e.V
Kontonummer: 8011991
Bankleitzahl: 721 516 50
Bank und Ort: Sparkasse Pfaffenhofen
Stichwort “Babynahrung für libysche Kinder”

Gerne stellen wir Ihnen als gemeinnütziger Verein eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt aus.

Mit herzlichen Grüßen, Bernd Duschner

Syrien vor dem Abgrund. Ist eine Verständigung noch möglich?

Karin Leukefeld

Seit Monaten herrscht in Syrien ein Bürgerkrieg. Was sind die inneren sozialen, ökonomischen und politischen Ursachen dieser Unruhen? Welche Ziele verfolgt die Opposition? Welche Glaubwürdigkeit haben die Schritte der Regierung Assad, die überkommenen autoritären Strukturen des Landes zu überwinden und das Land zu demokratisieren? Den Ausnahmezustand hat sie mittlerweile aufgehoben, eine neue Verfassung wurde per Volksabstimmung Ende Februar angenommen, Parlamentswahlen sind für den 7.Mai angesetzt.

Bei den Auseinandersetzungen in Syrien wirken ausländische Mächte mit, prallen die Interessen der Großmächte scharf aufeinander, wie die Konfrontationen im UN Sicherheitsrat und die Forderungen nach militärischer Intervention zeigen: Für die USA und Nato würde ein Regimewechsel in Damaskus den Weg nach Teheran öffnen, für Israel einen wichtigen Gegenspieler und Verbündeten der Palästinenser beseitigen. Für die arabischen Scheichs und die Moslembrüderschaft geht es um die Zerstörung des letzten laizistischen Staates in der arabischen Welt und die Zurückdrängung des Einflusses des Iran. Moskau hingegen möchte seinen Verbündeten nicht verlieren. Eine explosive Situation!

Ist unter diesen Umständen eine friedliche Lösung in Syrien noch möglich? Was können wir, was könnte unser Land dazu beitragen? Diese Fragen wollen wir auf unserer nächsten Veranstaltung gemeinsam mit Karin Leukefeld diskutieren. Die Journalistin und Nachostexpertin ist soeben aus Syrien zurückgekehrt.

Thema: Syrien vor dem Abgrund. Ist eine Verständigung noch möglich?
Was können wir für eine friedliche Lösung beitragen?
Referentin: Karin Leukefeld, arbeitet seit 2010 als akkreditierte Korrespondentin in Damaskus Studium der Ethnologie, Islam- und Politikwissenschaften Sie berichtet seit Jahren aus den Ländern des Nahen Ostens und schreibt Reportagen und Features für Tages- und Wochenzeitungen sowie den ARD Hörfunk.
Zeit und Ort: Donnerstag 29. März 2012 im Hofbergsaal, Hofberg 7, Pfaffenhofen
Beginn:
19 Uhr 30

Das Öl, der Dollar und die iranische Bombe

Thomas Immanuel Steinberg sprach über den Konflikt mit Iran und Syrien

Über die Hintergründe des sich zuspitzenden Konfliktes zwischen Iran, seinem Verbündeten Syrien und dem Westen sprach am Freitag, 2. März, vor fast 50 Zuhörern der Journalist Thomas Immanuel Steinberg (“Steinbergrecherche”) im Hofbergsaal in Pfaffenhofen.

Der Iran, so Steinberg, sei mit seinen 75 Millionen Einwohnern und seiner rasch wachsenden Industrie auf dem Weg, zu einer führenden regionalen Macht im Mittleren und Nahen Osten zu werden. Er verfolge eine eigenständige Politik und widersetze sich Vorgaben aus den USA. Deshalb gebe es in Washington den Wunsch nach einem “Regimechange”. Der Iran verfüge über 10% der bekannten Erdölreserven der Welt und über die zweitgrößten, allerdings noch wenig erschlossenen Lagerstätten von Erdgas. Eine Reihe von Staaten beziehe einen hohen Anteil ihrer Erdölimporte aus dem Iran, so China 15%, Indien, Japan und Südkorea jeweils 10 -11%, die Türkei 51% und Südafrika 25%. Mit der Kontrolle über das iranische Öl hätte Washington auch einen wichtigen Hebel in die Hand, um den weiteren Aufstieg Chinas als Weltmacht zu behindern. Mit ihrem Handelsembargo würden USA und EU jedoch den Iran kaum zum

Einlenken zwingen können und die Konfrontation nur verschärfen. Iran sei keinesfalls isoliert und habe seine Wirtschaftsbeziehungen zu China, Rußland und Lateinamerika erheblich ausbauen können. So habe China Milliarden in die iranische Automobilindustrie, sein Glasfasernetz, den Ausbau der Teheraner U-Bahn und das größte iranische Ölfeld Yadavaran investiert. Käufer für das iranische Öl und neue Handelspartner könne Teheran leicht finden. An einer Karte zeigte Steinberg, dass der Iran mittlerweile komplett von einem Ring amerikanischer Militärbasen eingeschlossen ist. Ein Angriff auf Iran und Syrien könne unvorstellbare Konsequenzen haben und müsse verhindert werden. Einen weiteren Grund für den Konflikt sieht Steinberg in der Politik des Iran, sein Öl nicht mehr gegen Dollar zu verkaufen. Bis heute dominiert die US Währung als Zahlungsmittel im internationalen Rohstoffhandel. Wer Öl kaufen wolle, brauche dafür Dollar. Während sich alle anderen Staaten die benötigten Dollar durch den Verkauf eigener Waren auf dem Weltmarkt erst verdienen müssten, könne Washington dieses Geld einfach selbst drucken. Es könne somit sein Öl weitgehend “kostenlos” beziehen. Diese Sonderstellung des Dollar untergrabe Teheran. Es verkaufe sein Öl mittlerweile an China gegen Yuan, an Japan gegen Yen, an Russland gegen Rubel bzw. gegen die direkte Lieferung anderer Waren. Bereits Saddam Hussein und Gaddafi hätten dies versucht und dafür mit einer amerikanischen Invasion bezahlt. Die in den Medien immer wieder beschworene iranische Atombombe hingegen, meinte Steinberg, gebe es gar nicht. Diese Tatsache würden mittlerweile auch US Militärs und CIA einräumen.