Mohamad Saria Alhakem ist in Pfaffenhofen eingetroffen

Wir bitten dringend um Spenden zur Finanzierung seiner Behandlung

Über ein Jahr haben wir dafür gekämpft: Jetzt endlich wurde dem syrische Schüler Mohamad Saria Alhakem aus Damaskus vom deutschen Konsulat in Beirut ein Visum für seine Operation in Deutschland gewährt wird.  Am  Mittwoch, dem 9.März, traf Mohamad, begleitet von seiner Schwester Sara, in Pfaffenhofen ein. Bis zu seiner Operation wird er bei seiner Großmutter in unserer Stadt wohnen. Mohamad, der im Juni 16 Jahre alt wird, leidet an einem Knochentumor. Der Tumor hat vom Unterschenkelknochen ausgehend das Kniegelenk und den Oberschenkel befallen.

Mohamad, Bernd und Sara

Mohamad, Bernd und Sara

Im Dezember 2014 hatte sich seine Großmutter über Bekannte an unseren Verein gewandt, Mohamad die komplizierte Operation in Deutschland zu ermöglichen. Infolge des Krieges, der ständigen Anschläge durch bewaffnete Gruppen und der durch die Wirtschaftsblockade der EU zusätzlich verschlechterten Versorgungslage haben die meisten Ärzte das Land verlassen. Viele Krankenhäuser sind zerstört, Medikamente sind unerschwinglich teuer. Nach einem fast ein Jahr dauernden Tauziehen mit den Behörden im Deutschen Konsulat in Beirut und erst nach einem  persönlichen Protestschreiben an den deutschen Außenminister erhielt Mohamad endlich das für die Einreise notwendige humanitäre Visum.

Wie geht es jetzt weiter? In den nächsten Tagen werden in Vorbereitung der Operation Kernspintomographie, Computertomographie und eine Biopsie durchgeführt. Danach erfolgt die eigentliche Operation in der Schönklinik in Hamburg. Zur Finanzierung der Kosten für Behandlung, Versorgung und Flüge bitten wir jetzt dringend um weitere Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen „Freundschaft mit Valjevo“ IBAN  DE06 7215 1650 0008 0119 91.

Mit dieser humanitären Aktion wollen wir nicht nur einem schwerkranken  Jungen einer palästinensisch – syrischen Familie helfen, sondern auch  ein Zeichen unserer Verbundenheit mit dem syrischen Volk, für Frieden und Völkerverständigung setzen.

Über unsere Hilfe für den syrisch-plalästinensischen Jungen Mohamad berichteten inzwischen der Bayerische Rundfunk und das Ingolstädter Regionalfernsehen.

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APPELL KIRCHLICHER WÜRDENTRÄGER AUS SYRIEN

Die Sanktionen gegen Syrien und die Syrer sind unverzüglich aufzuheben

2011 hat die Europäische Union beschlossen, Wirtschaftssanktionen gegen Syrien zu verhängen. Die EU stellte sie als „Sanktionen gegen Persönlichkeiten des Regimes“ dar. Tatsächlich verhängte sie gegen das ganze Land ein Öl-Embargo, eine Blockade jeglicher Finanztransaktionen und ein Handelsverbot für sehr viele Gütern und Produkte. Diese Maßnahmen sind immer noch in Kraft. Dagegen wurde 2012 aufgrund einer schwer verständlichen Entscheidung das Öl-Embargo für die Regionen aufgehoben, die die bewaffnete und dschihadistische Opposition kontrolliert. Dadurch soll offenkundig den sogenannten „revolutionären Kräften und der Opposition“ wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

In diesen 5 Jahren haben die Sanktionen gegen Syrien dazu beigetragen, die syrische Gesellschaft zu zerstören: Sie lieferten sie dem Hunger, Epidemien und Elend aus und arbeiten somit den Milizen von Integralisten und Terroristen, die heute auch in Europa zuschlagen, in die Hand. Die Sanktionen vergrößern die Schäden durch den  Krieg, der bereits zu 250.000 Toten, 6 Millionen intern Vertriebenen und 4 Millionen Flüchtlingen geführt hat.

Die Situation in Syrien ist verzweifelt: Es fehlt an Lebensmitteln, es herrscht eine allgemeine  Arbeitslosigkeit, medizinische Behandlungen sind unmöglich geworden,  Trinkwasser und Strom sind rationiert. Dazu kommt, dass das Embargo die Syrer, die sich bereits vor dem Krieg im Ausland niedergelassen haben, daran hindert, ihren Verwandten und Familienangehörigen im Heimatland Geld zu überweisen. Selbst Nichtregierungsorganisationen, die Hilfsprogramme durchführen möchten, können ihren Mitarbeitern in Syrien kein Geld schicken. Firmen, Stromwerke, Wasserwerke, und Krankenhäuser sind gezwungen, zu schließen, weil sie keine Ersatzteile und kein Benzin bekommen können.

Heute sehen die Syrer nur eine Möglichkeit für das Überleben ihrer Familien: die Flucht aus ihrem Land. Aber auch diese Lösung stößt auf nicht wenige Schwierigkeiten und  führt zu hitzigen Auseinandersetzungen innerhalb der Europäischen Union. Es kann nicht sein, dass die Flucht die einzige Lösung ist, die die internationale Gemeinschaft diesen Menschen in ihrer Not noch lässt.

Wir unterstützen deshalb alle Initiativen humanitären Charakters und alle Initiativen für den Frieden von Seiten der internationalen Gemeinschaft, insbesondere die schwierigen Verhandlungen in Genf. In der Erwartung und der Hoffnung, dass sie nach so vielen bitteren Enttäuschungen ein konkretes Ergebnis bringen, fordern wir, dass die Sanktionen, die im tagtäglichen Leben jedes Syrers zu spüren sind, unverzüglich aufgehoben werden. Ohne konkrete Anstrengungen für die Menschen, die heute unter den Folgen des Embargos leiden, kann es nicht zu dem ersehnten Frieden kommen. Die Auswirkungen des Embargo lasten auf dem ganzen Volk.

Das Gerede über die Kriegsflüchtlinge aus Syrien sieht nach purer Heuchelei aus, solange man gleichzeitig, diejenigen, die in Syrien bleiben, weiter aushungert, ihnen die medizinische Versorgung, Trinkwasser, Arbeit, Sicherheit und die elementarsten Rechte verweigert.

Wir wenden uns deshalb an die Abgeordneten und Bürgermeister jedes Landes, damit die Bürger der Europäischen Union (bis heute absolut unwissend) über die Ungerechtigkeit der Sanktionen gegen Syrien informiert werden und die Sanktionen endlich Gegenstand einer ernsthaften Debatte und entsprechender Beschlüsse werden.

Unterzeichner:
Georges Abou Khazen, Apostolischer Vikar von Aleppo
Pierbattista Pizzaballa, Kustos emeritus des Heiligen Landes
Josef Tobji, Erzbischof der Maroniten von Aleppo
Boutros Marayati, Armenischer Bischof von Aleppo
Die Schwestern der Kongregation des heiligen Josef der Erscheinung des Krankenhauses „Saint Louis“ von Aleppo
Ordensgemeinschaft der Trappistinnen in Syrien
Dr. Nabil Antaki, Arzt in Aleppo von der Ordensgemeinschaft der Gesellschaft Maria
Die Schwestern der Kongregation der immerwährenden Hilfe – Zentrum für Minderjährige und Waise von Marmarita
Pater Firas Loufti, Franziskaner
Jean – Clement Jeanbart, griechisch-orthodoxer Erzbischof von Aleppo
Jacques Behnan Hindo, syrisch-katholischer Bischof von Hassake – Nisibi
Mtanios Haddad, Archimandrit der katholisch – melkitischen Kirche
Hilarion Capucci, emerit. Erzbischof der melkitischen griechisch-kath. Kirche
Ignaz Youssef III Younan, Patriarch der unierten syrisch-kath. Kirche von Antiochien
Georges Masri, Prokurator beim Heiligen Stuhl der syr.isch-kath. Kirche
Gregor III Laham, Patriarch der melkitisch griechisch-kath. Kirche

Orginaltext: „Basta sanzioni alla Siria e ai Siriani“
Übersetzung aus dem Italienischen: Bernd Duschner

Musikabend mit der Gruppe „Jisr-. Brücke“

Mohamad Alhakim konnte erfolgreich operiert werden
Konzert mit klassischer arabischer Musik am Freitag, 27. Mai, 19 Uhr 30 im Hofbergsaal Pfaffenhofen

Vor wenigen Tagen wurde unser 16 jährige Schüler Mohamad Saria Alhakim aus Damaskus in einer Spezialabteilung für orthopädische Onkologie der Schönklinik in Hamburg operiert. Der Tumor an seinem Knie konnte dabei vollständig beseitigt werden. Am Freitag, den 27. Mai, 19 Uhr, findet im Hofbergsaal deshalb ein Konzert der Gruppe „Jisr-.Brücke“ mit klassischer arabischer Musik statt, zu dem wir herzlich einladen.

Seit dem Herbst 2014 hatte Mohamad an einem Tumor an seinem rechten Knie gelitten. Aufgrund der verzweifelten Versorgungslage und des weitgehenden Zusammenbruchs des Gesundheitswesens in Syrien hatte sich seine in Pfaffenhofen lebende Großmutter uns um Hilfe gebeten. Viele Bürger aus Stadt und Landkreis Pfaffenhofen hatten gespendet, so dass Mohamad jetzt bei uns in Deutschland behandelt werden konnte. Die Operation, die in der Schönklinik in Hamburg erfolgte, dauerte etwa 5 Stunden. Weil Nerven und Blutgefäße in Narben und Tumorgewebe verwachsen waren, hatte Mohamad unter ständigen Schmerzen gelitten. Mittlerweile kann er das Bett mit einer Schienenbandage verlassen. Zwar sind Fuß und Knie noch nicht wieder voll beweglich, mit intensiven physiotherapeutischen Nachbehandlungen dürfte aber eine vollständige Heilung möglich sein. In Hamburg hatten die pensionierten Ärzte Dr. Manfred Lotze und Dr. Sigrid Klose – Schlesier liebevoll die Betreuung von Mohamad und seiner Schwester Sara, die ihn begleitet, übernommen. Lotze ist selbst Orthopäde, Dr. Sigrid Klose-Schlesier Gynäkologin. Beide sind bei den Ärzten gegen Atomkrieg IPPNW aktiv und haben Mohamad und Sara auch einige der Sehenswürdigkeiten ihrer Heimatstadt Hamburg gezeigt. Ihnen unser ganz herzlicher Dank!

Für das Fest am am Freitag, den 27. Mai, im Hofbergsaal wir die Gruppe „Jisr-Brücke“ gewinnen können. Zu ihr gehören die syrischen Musiker Abathar Kmash und Ehab Fakhir sowie der marokkanische Percussionist Mohcine Ramadan. Abathar Kmash (Oud, Cello) und Ehab Fakhir (Viola) haben an der Musikhochschule in Damaskus studiert. Der Krieg zwang sie, ihre Heimat zu verlassen. Über den Balkan kommend, sind sie im Januar in Deutschland eingetroffen. Auf ihrem Programm von „Jisr -Brücke“ an diesem Freitag stehen klassische arabische Musik mit Liedern aus Syrien, Tunesien und Marokko. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Streichquartett MISS gibt Konzert im Rathaussaal

Musiker aus Valjevo suchen musikalischen Austausch

Streichquartett MISS

Streichquartett MISS

An diesem Sonntag, den 3. April, trifft das Streichquartett „MISS“ und das Jugendkammerorchester „FENIX“ aus Valjevo in für einen knapp einwöchigen Besuch unserer Stadt Pfaffenhofen ein. Am Dienstag, dem 5. April, 19 Uhr, geben sie im serbisch-orthodoxen Gemeindezentrum in München, Putzbrunner Strasse 43, ein Konzert. Am Freitag, den 8. April, 20 Uhr, werden die Musiker im Festsaal unseres Rathauses in Pfaffenhofen zu hören sein.

Musikalische Ausbildung hat in Serbien einen hohen Stellenwert. An den drei Musikgymnasien des Landes werden musikalisch besonders begabte Jugendliche intensiv auf ihr anschließendes Studium am Konservatorium vorbereitet. Die Ausbildung an ihren jeweiligen Instrumenten ist für sie Kernfach an diesen Schulen. Eine dieser drei Musikgymnasien, das „Zivorad Grbic“, befindet sich in Valjevo. Das   Streichquartett „MISS“ und das Jugendkammerorchester „FENIX“ sind von dieser Schule. Am Montag, 4.April, steht eine Stadtführung mit Altbürgermeister Hans Prechter und ein Besuch in der Lebzelterei Hipp auf ihrem Programm. Ein geselliger bayerisch-serbischer Abend im Hofbergsaal zum gegenseitigen Kennenlernen schließt den Tag ab. Für die  folgenden Tage sind mehrere Konzerte, Ausflüge nach München und Abendsberg, sowie am Mittwoch nach einem  Konzert für Lehrer und Schüler im Schyren-Gymnasium der musikalische Austausch mit dem dortigen Schulchor unter Leitung von Herrn Daubner vorgesehen.

Das Streichquartett „MISS“ mit den Musikprofessorinnen Suzana Radanovic-Peric, Snezana Stevanovic, Verica Jakovljevic und Irina Vasiljevic von „Zivorad Grbic“besteht bereits seit 10 Jahren und hat sich mit Konzerten in ganz Serbien, aber auch in Slowenien und Deutschland einen Namen gemacht. Bei ihrem ersten Konzert im Juli 2009 im Rathaussaal Pfaffenhofen wurden sie stürmisch gefeiert. Am kommenden Freitag werden „MISS“ volkstümliche und klassische Stücke serbischer Komponisten spielen. Sie wollen dabei die Schönheit, das besondere Kolorit, das Temperament und den Gefühlsreichtum der Musik ihrer Heimat zeigen. Im zweiten Teil des Konzertes wird das Jugendkammerorchester FENIKS Stücke von J. Pachelbel, E. Grieg, C. Gardel und C. Jenkins präsentieren. Der Eintritt ist frei, um Spenden für das Musikgymnasium Valjevo wird gebeten. Veranstalter sind die Wählergruppe „Gemeinsam für Gemeinwohl GfG“ um Stadtrat Manfred „Mensch“ Mayer und unser Verein „Freundschaft mit Valjevo e.V.“

Leiser Tod im Garten Eden

Film über die Folgen der Uranmunition 

Im Irak, zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, soll einst der Garten Eden gelegen haben. Heute gehört dort das langsame Sterben zum Alltag. Während der Irakkriege 1991 und 2003 sollen nach Schätzungen des UN-Umweltprogrammes (UNEP) bis zu 2.000 Tonnen Munition mit abgereicherten Uran eingesetzt worden sein. „Die panzerbrechende Waffe“, so der ARD Weltspiegel am 13. Februar 2013, „wirkt noch nach Jahren. Um Basra, im Süden des Landes, beträgt die Strahlenbelastung nach Messungen unabhängiger Experten das 20fache des Normalwertes.

Vor allem Kinder, die auf irakischen Panzerwracks spielen, erkranken. Die Zahl der Missbildungen bei Neugeborenen nimmt zu.“ Totengräber berichten: „Manchmal beerdigen wir Kinder mit vier Händen oder mit dreien. Manchmal haben die Körper zwei Köpfe. Es gibt jede Art von Mißbildung, die man sich vorstellen kann. Manchmal ist der Kopf völlig deformiert und die Augen liegen nicht vorn, sondern oben.“

Karin Leukefeld

Karin Leukefeld

Karin Leukefeld arbeitet seit dem Jahre 2000 als Auslandskorrespondentin im Nahen Osten. Mit dem Fotografen Markus Matzel hat die unerschrockene Journalistin 2014 den Irak besucht. Dort hat sie nach Spuren der verheerenden Munition gesucht und Gespräche mit Ärzten, Wissenschaftlern und Betroffenen geführt. Am Mittwoch, den 9. März, 19 Uhr 30, kommt Karin Leukefeld zu uns nach Pfaffenhofen und zeigt im Hofbergsaal ihren Dokumentarfilm „Leiser Tod im Garten Eden“ über die verheerenden Auswirkungen der Uranmunition auf die Bevölkerung im Irak. Ihr Appell, nicht wegschauen, sondern aktiv werden, damit solche Waffen endgültig verboten werden.