Grandioses Zusammenspiel

Zum Konzert des Trios „Miss“ aus Valjevo

Unser Benfiz-Konzert mit dem Trio „MISS“ war ein großer Erfolg. Nachfolgend die Kritik von Dieter Sauer, Leiter des Dieter-Sauer Kammerorchesters und langjähriger Lehrbeauftragter für Violine an der Hochschule für Musik und Theater in München.

Trio Miss im Rathaussaal, Pfaffenhofen

Anlässlich der Zusammenarbeit des Schyren-Gymnasiums und der Musikschule in Valjevo (Serbien) bei der Einstudierung und mehreren Aufführungen der Oper „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell gestalteten drei Insrumentallehrerinnen der serbischen Musikschule als Trio „Miss“ ein Konzert im Festsaal des Rathauses. Dabei erlebten die Zuhörer eine Demonstration perfekten Zusammenspiels. Wurden die Erwartungen des Publikums von den rein technischen Fähigkeiten der drei Damen schon bei Weitem übertroffen, konnte man mehr und mehr ein kongeniales Zusammenspiel bewundern. Dies wurde umso deutlicher, als sich die Musikerinnen insbesondere im ersten Teil des Programms viele Freiheiten in Form von größeren und kleineren, häufig sehr überraschenden agogischen Verläufen nahmen. Bis in kleinste Tempoverzögerungen- und steigerungen gelang ein frappierender Gleichklang. Darüber hinaus war man erstaunt, dass selbst Frequenz und Amplitude des Vibratos wie selbstverständlich abgestimmt erschienen und bogentechnische Varianten wie z.B. das Spiccato in völlig gleicher Ausführung zu hören waren. Der Eindruck überaus temperamentvollen Musizierens entstand nicht zuletzt durch die vorbildliche, auf hoher Bogengeschwindigkeit beruhende Strichtechnik, wie man sie gerne jedem Violinschüler als beispielhaftes Muster empfehlen möchte. Aber auch die Darstellung sensibelster Passagen gelang vortrefflich. All dies wurde im Übrigen durch intensiven, interessant zu beobachtenden Augenkontakt zwischen den Geigerinnen Suzanna Radovanovic und Snezana Stevanovic und der Pianistin Milica Prodanovic möglich, die ihren Part in völligem Gleichklang mit ihren Partnerinnen unaufdringlich präsentierte. Dass die beiden Geigerinnen Zwillingsschwestern sind, mag ein tieferer Grund für die verblüffende Übereinstimmung im Musizieren sein.

Im ersten Teil des Programms waren mit Ausnahme des Ungarischen Tanzes Nr. 5 von Johannes Brahms gängige Einzelstücke oder aus dem Zusammenhang genommene Sätze wie z.B. die Serenade von Franz Schubert, die Humoreske von Anton Dvořak, der Türkische Marsch von Wolfgang Amadeus Mozart und die Barcarole von Jaques Offenbach – allesamt in Bearbeitungen für zwei Violinen und Klavier – zu hören. Hier hätte man sich zumindest ein originales zyklisches Werk in dieser Trio-Besetzung gewünscht. Diese Erwartung wurde dann nach der Pause erfüllt. Denn der zweite Teil begann mit den 6 Stücken für 2 Violinen und Klavier von Dimitry Schostakowitsch, die sowohl durch die melancholischen als auch durch die sich ins Virtuose steigernden raschen Sätze bestachen.

Als sehr beeindruckender Abschluss erwies sich schließlich die Darbietung des Variationssatzes aus dem Forellenquintett von Franz Schubert. Die Mitwirkung von Marie-Therese Daubner als Cellistin und von Stefan Daubner als Kontrabassist war ein sichtbares und hörbares Zeichen für die überaus glückliche Zusammenarbeit zwischen den Musikern aus Valjevo und Pfaffenhofen. Die Wiedergabe des Satzes gelang in hervorragender Weise.

Nach dem Konzert mit freiem Eintritt bat Bernd Duschner, der Vorsitzende des Vereins „Freundschaft mit Valjevo“, um eine Spende für das Don-Bosco-Krankenhaus in Damaskus zur Anschaffung dringend benötigter medizinischer Geräte und Bettwäsche. Über 700 EUR kamen zusammen.

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