Chinas Angebot : Kooperation statt Konfrontation

 Dr. Bisle-Müller sprach über die „Neue Seidenstraße“

Über den Aufstieg Chinas und seine „Neue Seidenstraße“ sprach bei uns am  Sonntag, den 18. Februar,  im Hofbergsaal Dr. Hansjörg Bisle-Müller von Deutsch-Chinesischen Freundschaftsgesellschaft vor gut 30 Zuhörern.

Mit 1,4 Milliarden Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Erde. In wenigen Jahrzehnten ist es der Volksrepublik gelungen, zu einer auch technologisch führenden Wirtschaftsmacht aufzusteigen. Davon profitieren, wie Dr. Bisle-Müller ausführte, die abhängig Beschäftigten. Deren Realeinkommen haben sich seit 2005 verdreifacht (!) und erreichen mittlerweile ein Niveau wie in Teilen Südeuropas. Dieser anhaltende Aufschwung zeige sich u.a. an der steigenden Zahl Chinesen, die sich einen Auslandsurlaub leisten können: 2016 waren das immerhin 120 Millionen!

Mit einem gewaltigen Investitionsprogramm von 1.000 Milliarden Dollar  möchte die Volksrepublik China jetzt das Straßen- und Eisenbahnnetz, Schifffahrts- und Luftfahrtlinien, Pipelines und Informationsnetzwerke nach Europa, seinem größtem Handelspartner, ausbauen. Entlang der diversen Land- und Seerouten dieser „Neuen Seidenstraße“ sollen Industrie- und Handelszentren entstehen und den Ländern im Mittleren – und Nahen Osten,  Nordafrika, auf dem Balkan und Osteuropa einen starken Wachstumsimpuls und damit mehr politische Stabilität bringen. Eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der einzelnen Projekte werde die 2014 von Peking gegründete „Asiatischen Infrastruktur und Investmentbank“ spielen. An ihr haben sich gegen den Widerstand der USA auch Deutschland, Frankreich und Italien beteiligt. Das Projekt „Neue Seidenstraße“ solle nicht nur die Verkehrsinfrastruktur verbessern, zu intensiveren Handel führen, Arbeitsplätze schaffen und Armut beseitigen,  sondern auch Vertrauen und politische Zusammenarbeit der beteiligten Länder stärken. Es somit ein Friedensprojekt. Mittlerweile, so Dr. Müller-Bisle, haben sich fast 70 Staaten zur Teilnahme entschlossen, darunter auch solche, die wie Israel und Iran sonst verfeindend sind. Kein Staat, der mitarbeiten will, darauf bestehe China, dürfe ausgeschlossen werden. Zu den Grundsätzen, auf die sich die Staaten für ihre Zusammenarbeit geeinigt haben, gehöre, dass sie zum gegenseitigen Nutzen sein muss und dass sie untereinander ihre politischen und kulturellen Unterschiede akzeptieren.

Seit Jahrzehnten hat China keinen Krieg geführt und seine Ressourcen auf den Aufbau des Landes konzentriert. Einen weiteren Grund für den Erfolg der Volksrepublik sieht Dr. Bisle-Müller darin, dass es die Entwicklung seiner Marktwirtschaft und die Investitionstätigkeit in Schwerpunktsektoren mit Hilfe des staatlichen Wirtschaftssektors planmäßig und langfristig steuert. Auf die Menschenrechte angesprochen, betonte er, dass in China die sozialen Rechte auf Arbeit, Wohnung, soziale Sicherheit im Vordergrund stehen. Nach Verabschiedung eines modernen Zivil- und Strafrechts, an dem auch deutsche Professoren mitgewirkt hätten, sei auch bei den individuellen Freiheitsrechten, bei den Rechten der Frauen, den Rechten diverser Minderheiten ein ständiger Fortschritt zu beobachten.

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