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Die Flüchtlingskrise in Syrien: Ursachen, Folgen und Perspektiven

Donnerstag, 16. März, 20 Uhr, im Hofbergsaal, Hofberg 7, Pfaffenhofen
Thema: Die Flüchtlingskrise in Syrien: Ursachen, Folgen und Perspektiven

Millionen Syrer haben in den letzten Jahren ihr Land verlassen, Hunderttausende von ihnen sind zu uns nach Deutschland geflohen. Für Syrien selbst und seine Zukunft ist das ein kaum verkraftbarer Aderlass.
Wie konnte es dazu kommen? Wer ist verantwortlich für den Bürger- und Stellvertreterkrieg, der bereits mehr als 300.000 Menschenleben gekostet hat? Was sind die ethnisch-religiösen und die geopolitischen Hintergründe der Flüchtlingskrise? Wie sieht die aktuelle Situation des Krieges in Syrien aus ? Gibt es Chancen für eine Friedenslösung und für Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat? Welchen Beitrag können wir als Bürger und die Friedensbewegung für Aussöhnung und Wiederaufbau in Syrien leisten?

Prof-Guenter-Meyer_Middle-East_3Unser Referent, Prof. Dr. Günter Meyer, Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt (ZEFAW) an der Universität Mainz. Als Wirtschafts- und Sozialgeograph hat er seit mehr als 40 Jahren zahlreiche Studien in arabischen Ländern durchgeführt, insbesondere in Syrien, Ägypten, Jemen und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen umfassen rund 200 Bücher und Artikel.
Prof. Dr. Günter Meyer ist Präsident der European Association for Middle Eastern Studies (EURAMES), des Dachverbandes der wissenschaftlichen Vereinigungen zum Studium des Vorderen Orients in 28 europäischen Ländern mit mehr als 3000 Mitgliedern. Außerdem ist er der Initiator und Vorsitzende des World Congress for Middle Eastern Studies (WOCMES), der bedeutendsten internationalen Konferenz zur Forschung im Nahen und Mittleren Osten sowie in der gesamten islamischen Welt, die alle vier Jahre stattfindet. Als erstem europäischen Wissenschaftler wurde ihm von der Middle East Studies Association of North America (MESA) der Jere-Bacharach Award verliehen, die weltweit höchste Auszeichnung für herausragende Leistungen im Bereich der internationalen Orientforschung.

Konzert für den Frieden mit AEHAM AHMAD

Sonntag, 30. April, 20 Uhr, im Festsaal des Rathauses:
Konzert für den Frieden mit AEHAM AHMAD
Der Pianist aus dem Flüchtlingslager Jarmuk

Aeham Foto 2Aeham Ahmad stammt aus Jarmuk, einem großen Stadtteil und palästinensischen Flüchtlingslager in Damaskus. Es war im aktuellen Krieg in Syrien immer wieder Zentrum schwerster Kämpfe. Weltberühmt wurde Aeham Ahmad durch sein Klavierspiel mitten in den Trümmern des weitgehend zerstörten Lagers Jarmuk. Der 1988 geborene Musiker spielte auf einem Klavier, das er für seine Auftritte auf einem Wasserwagen durch die zerbombten Straßen fuhr. Er wollte vor allem den Kindern und Jugendlichen Hoffnung geben und vertonte zunächst Texte seiner Freunde mit einfachen Akkorden und schwungvollen Refrains. Aber auch mit Beethoven, Bach sowie Chopin, Jazz oder Mozart und vielen selbst geschriebenen Liedern schenkte er den Menschen seiner Heimat mitten im Krieg und den Zerstörungen ein wenig Freude und Hoffnung.
Seit seinem fünften Lebensjahr hatte Aeham Ahmad Klavier spielen gelernt. Sein Vater, ein Instrumentenbauer, gab ihm den ersten Unterricht. 2005-2007 studierte er am Konservatorium in Damaskus und anschließend von 2007 bis 2011 an der musikalischen Fakultät der Baath-Universität in Homs. 2011 musste Aeham Ahmad sein Studium wegen des beginnenden Krieges abbrechen und kehrte nach Yarmuk zurück. Nachdem Dschihadisten des IS, für die klassische Musik eine Sünde ist, sein Klavier vor seinen Augen verbrannten, floh er über die Balkanroute nach Deutschland. Seine ersten Auftritte hatte Aeham Ahmad im Oktober 2015 bei einem Konzert für Flüchtlinge und ehrenamtlichen Helfern in München. Inzwischen hat er sein Publikum mit seiner Musik und seinen Liedern bei bereits mehr als 200 Konzerten in Deutschland und Italien begeistert.

2015 wurde Aeham Ahmad mit dem Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit,
Armutsbekämpfung und Inklusion ausgezeichnet.

Veranstalter: „Freundschaft mit Valjevo e.V.“
Eintritt an der Abendkasse 10 EUR, Ermäßigung für Schüler, Studenten und Arbeitslose 5 EUR.

Bericht aus dem umkämpften Aleppo

Pater van Haaren spricht Samstag, 10. Dezember 2016, 20 Uhr, im  Hofbergbergsaal

Das Schicksal der Menschen in der schwer umkämpften syrischen Millionenstadt Aleppo beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen. Wir haben Pater Elias van Haaren eingeladen, am Samstag, den 10. Dezember, 20 Uhr, im Hofbergsaal in Pfaffenhofen  über die Lage der dortigen Bevölkerung zu berichten. Elias van Haaren ist Generalkommissar des Heiligen Landes der österreichischen Franziskaner, häufig im Nahen Osten und im ständigen Kontakt mit den christlichen Gemeinden in Syrien. Mitveranstalter ist die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Pfaffenhofen.

Pater Elias

Pater Elias

Seit im Juli 2012 islamistische Gruppen Teile der Stadt eroberten, ist Aleppo geteilt. Der Westteil von  Aleppo mit rund 1,5 Millionen Bewohner wird von der Regierung kontrolliert, der Ostteil mit rund 250.000 Menschen wurde von Al Nusra und verbündeten Gruppen beherrscht. Deren Nachschublinien aus der Türkei haben die Regierungstruppen vor wenigen Wochen gekappt und sind jetzt dabei, Al Nusra vollständig aus der Stadt zu vertreiben.

Wie haben die Menschen in Aleppo und speziell die Christen diesen Krieg erlebt? Wie ist die aktuelle Situation in der Stadt?  Wie beurteilen ihre Bürger die Rolle des Westens? Welchen Weg für Aussöhnung und Frieden schlagen sie vor? Diese Fragen und vor allem die Frage, welchen Beitrag wir dazu leisten können, sollen im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

Großer Erfolg unserer Spendenaktion!

Das Echo auf unseren Spendenaufruf für das „Italienische Krankenhaus“ in Damaskus war überwältigend. Wir erhielten über 200 Überweisungen mit Spenden von insgesamt 22.000 EUR. Das Geld haben wir in mehreren Teilbeträgen mittlerweile der Leiterin des Krankenhauses Schwester Anna Maria Scarzello zugeleitet. Sie hat uns den Empfang bestätigt. Mit dem Geld konnte Schwester Scarzello für das Krankenhaus die benötigte neue Wasserwiederaufbereitungsanlage für die Dialyse und zusätzlich noch Geräte für Reanimation und Atemtherapie besorgen.

Deshalb ganz herzlichen Dank an alle Spender!

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation kann die Regierung in Damaskus jeweils nur für 3 Stunden Strom für elektrisches Licht zur Verfügung stellen. Danach wird der Strom für die nächsten 3 Stunden abgeschaltet. Deshalb laufen für das Krankenhaus Tag und Nacht Notstromaggregate. Sie sorgen auch für die Beheizung der Räume. 15.000 Liter Diesel braucht das Krankenhaus im Winter jeden Monat. Bei einem Literpreis von aktuell 183 syrischen Lira liegen die Kosten dafür bei 5.000 Dollar, so Schwester Scarzello.

Unsere Spendenaktion geht weiter! Helft alle mit!

Die Notlage bei der Stromversorgung und der Mangel an Diesel und Heizöl sind eine direkte Folge der Wirtschaftssanktionen der Bundesregierung und der EU, die seit 2011 (!!!)  gegen Syrien in Kraft sind. Sie verbieten u.a. explizit die Lieferung und technische Hilfe von Schlüsselausrüstung und Technologie zur Exploration, Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas. Sie verbieten genauso die Lieferung und technische Hilfe für Kraftwerke zur Stromgewinnung wohl wissend, dass die Infrastruktur des Landes durch gezielte Terroranschläge und Krieg schwerste Schäden erlitten hat.

Damit das Krankenhaus auch in den Wintermonaten voll arbeiten kann und über ausreichend Heizung und elektrischer Strom verfügt, bitten wir im Namen von Schwester Scarzello um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, BIC BYLADEM1PAF, Stichwort: „Krankenhaus Damaskus“. Wir werden die Gelder wieder unverzüglich an Schwester Scarzello weiterleiten.

Verständigung oder Konfrontation mit Russland?

Willy Wimmer mit seinem neuen Buch

Referent: Willy Wimmer, Staatssekretär a.D. und früherer OSZE Vizepräsident

Dienstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Hofbergsaal in Pfaffenhofen a.d.Ilm

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre propagierten Bundesregierung und die russische Regierung die Zusammenarbeit und den Bau eines gemeinsamen „Hauses Europa“. Heute droht uns ein neuer Kalter Krieg, der sehr schnell in einem militärischen Konflikt münden kann. Die Nato hat sich bis an die Grenzen Russlands ausgedehnt und Nato Panzer stehen 150 von Petersburg entfernt. Die Atomwaffen in Europa werden erneuert, der deutsche Rüstungsausgaben in den nächsten 8 Jahren von derzeit 35 auf 60 Mrd. EUR erhöht. In Syrien spitzt sich die Konfrontation zwischen Russland und den USA zu. Russland hat jetzt sein SS 300 Raketensystem in Syrien stationiert, um jegliche  ausländische Angriffe auf seine und die syrischen Streitkräfte zu verhindern.

Wie konnte es zu dieser gefährlichen Entwicklung kommen? Welche Mitverantwortung trägt die deutsche Bundesregierung? Was können und müssen wir als Bürger tun, um eine Rückkehr zu Gespräch und Kooperation mit unseren russischen Nachbarn durchzusetzen?