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Gasteltern für Schüler aus Valjevo gesucht

Besuch von Schulen, der Gartenschau und Tagesausflüge geplant

In der Woche vom 16. – 23. Juli kommt eine Schülergruppe aus der serbischen Stadt Valjevo nach Pfaffenhofen zu Besuch. Für die 12 Jugendlichen im Alter von 17 und 18 Jahren sucht unser Verein jetzt dringend Gastfamilien. Wer als Gastfamilie mithelfen will, den bitten wir um Kontaktaufnahme mit Bernd Duschner, Tel. 0171-3374658 bzw. Uli Wandersleben-Münst, 0151-55656499.
Die Schülergruppe, die für eine Woche in Pfaffenhofen bleiben wird, besteht aus 8 Mädchen und 4 Jungen. Sie besuchen in ihrer Heimat unterschiedliche Schulen, das Gymnasium, das Musikgymnasium, die Realschule oder eine berufsvorbereitende Schule. Sie alle lernen Deutsch und werden von ihren Deutschlehrerinnen Dusica Rajevac und Ivana Vujic begleitet. Die Reise nach Pfaffenhofen, für die sie wegen guter Leistungen von ihrer Schule ausgewählt wurden, ist für sie eine Gelegenheit, unser Land ein wenig kennenzulernen und ihre Sprachkenntnisse zu praktizieren.


Für die Jugendlichen, es ist die 18. (!) Schülergruppe aus Valjevo , die seit dem Jahre 2000 unsere Stadt besucht, haben wir ein informatives und abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Nach einem Empfang bei Bürgermeister Thomas Herker zu Beginn der Woche werden sie für einen Tag am Unterricht im Gymnasium teilnehmen. Ein weiterer Tag ist für den Besuch der Gartenschau reserviert. Hier wird sich Stadtrat Manfred Manfred Mayer um die Schüler kümmern. Tagesausflüge nach München und Nürnberg mit Übernachtung in der dortigen Jugendherberge stehen auf dem Programm. Eingeplant sind ferner Begegnungen mit Pfaffenhofener Jugendlichen, Betriebsbesichtigungen und ein Besuch im Freibad. Ein Höhepunkt wird der Abend am Donnerstag, den 20. Juli, im Biergarten der Gaststätte „Bürgerbräu“ in Wolnzach werden. Dort wird die Band „Djokara i Gnjurci“, die aus Belgrad anreist, ein Konzert geben.
Die Kontakte zwischen Pfaffenhofen und Valjevo bestehen seit fast zwei Jahrzehnten: Am 4. Oktober 1999, wenige Wochen nach dem Nato- Luftkrieg gegen Jugoslawen, war damals ein Bus mit 30 Bürgern und einem 40 Tonner Sattelzug mit Lebensmitteln, Medikamente und Kleidung aus Pfaffenhofen nach Valjevo aufgebrochen. Bereits wenige Monate später, Anfang Mai 2000, traf die erste Schülergruppe aus Valjevo in Pfaffenhofen ein und wurde vom damaligen Bürgermeister Hans Prechter und den langjährigen Stadträten Erika Thalmeier und Helmut Inderwies herzlich im Rathaus empfangen. Seit dieser Zeit haben weit über 300 Schüler aus Valjevo auf diesem Weg unsere Stadt Pfaffenhofen kennengelernt. Auch auf kommunalpolitischer Ebene wurden Kontakte geknüpft und gemeinsame Projekte begonnen. Dass dies möglich war, ist nicht zuletzt den Familien zu verdanken, die als Gastfamilien jeweils für eine Woche Schüler bei sich aufgenommen haben. 

Statt Konfrontation brauchen wir Verständigung

Hannes Hofbauer sprach über das Feindbild „Russland“

Hannes Hofbauer

Hannes Hofbauer

„Feindbild Russland“ heißt das neue Buch des österreichischen Osteuropa-Experten Hannes Hofbauer. Am Freitag, 19. Mai, sprach Hofbauer auf Einladung unseres Vereins vor knapp 35 Zuhörern im Hofbergsaal.
Der neugewählte US-Präsident Trump hatte sein Amt noch nicht angetreten, da warnten ihn bereits Anfang Januar 17 führende europäische Politiker in einem offenen Brief vor der Aufhebung der Sanktionen und einer Verständigung mit Russland. „Die Nachwirkungen einer solchen Vereinbarung“ würden die Glaubwürdigkeit Amerikas bei seinen Verbündeten in Europa und anderswo erschüttern.“ Wenige Wochen vorher, am 23.11.2016, hatte das Europäische Parlament eine Resolution angenommen, in der es in einem Atemzug stärkere Maßnahmen gegen die Propaganda durch Russland und den Islamischen Staat
forderte. Russland und Islamischer Staat wurden auf eine Ebene gestellt. Für Hofbauer waren das nur zwei Beispiele für das „Feindbild Russland“, das heute wieder viele Politiker und Medien propagierten. Es seien die eigenen politischen und ökonomische Interessen, die das Bild und Berichterstattung des Westens über Russland prägten: Vor 30 Jahren, erinnerte Hofbauer, wurden Gorbatschow und Jelzin gefeiert, weil sie Schlüsselbereiche der sowjetischen Wirtschaft privatisierten und das Land für ausländische Investoren und als Absatzmarkt öffneten. Dass ihre Politik zum Zerfall des Landes führte, eine Handvoll Oligarchen bei den Privatisierungen den Reichtum des Landes und ein Milliardenvermögen an sich raffen konnte, während die breite Bevölkerung in Armut stürzte, störte nicht. Das Russland-Bild im Westen habe sich erst eingetrübt, als Präsident Putin die Autorität des russischen Staat wieder herstellte und 2003 den größten Erdöl- und Petrochemie Konzern des Landes Jukos verstaatlicht habe. Die hohen Einkünfte dieses Konzerns hätten zur erneuten Konsolidierung Russlands beigetragen. Sein Eigentümer, der Oligarch Chodorkovsky hatte dagegen Jukos an den US-Konzern Exxon verkaufen wollen. Als „Feind“ werde Russland wieder seit der Auseinandersetzung um die Ukraine 2013/4 betrachtet. Damals hatte der demokratisch gewählte Präsident der Ukraine Janukowitsch entschieden, das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen. Gegen die ökonomische und militärische Einbindung der Ukraine in die westliche Einflusssphäre hatte sich nicht nur Russland, sondern auch der stark industrialisierte, sprachlich, wirtschaftlich und kulturell nach Russland orientierte Ostteil des Landes gewehrt. Als Janukowitsch mit westlicher Unterstützung bei den Maidan-Unruhen gewaltsam gestürzt wurde, spalteten sich der Donbass und die Krim nach Volksabstimmungen von der Ukraine ab. Wäre die Krim, so Hofbauer, unter die Kontrolle des Westens geraten, hätte die russische Flotte ihren Stützpunkt Sewastopol am Schwarzen Meer und damit ihren Zugang zum Mittelmeer verloren. Auf den Anschluss der Krim nach Russland antwortete der Westen bekanntlich mit Wirtschaftssanktionen. Zu dem Stellvertreterkrieg in Syrien, den immer wieder aufflammenden Kämpfen in der Ukraine, kommt somit noch der Wirtschaftskrieg mit Russland hinzu. Für Hannes Hofbauer eine explosive Situation. Er plädierte für eine Rücksichtnahme auf die Sicherheitsinteressen Russlands, das sich bereits durch die Osterweiterung der Nato bedroht fühle. Hofbauer forderte die Aufhebung der Sanktionen. Sie würden auch der europäischen Wirtschaft schaden. Von Verständigung und friedlicher Zusammenarbeit dagegen könnten beide Seiten profitieren.

Steuern wir auf eine Konfrontation mit Russland zu?

Hannes Hofbauer spricht über das „Feindbild Rußland“

Werden in den führenden Medien Feindbilder gegen andere Staaten und deren Regierung verbreitet, sollten wir das als eindringliche Warnung vor möglichen militärischen Zusammenstößen verstehen. Der österreichische Historiker und Publizist Hannes Hofbauer hat sich in seinem neuen Buch mit dem „Feindbild Russland“ auseinandergesetzt. An diesem Freitag, den 19. Mai, 19 Uhr 30, spricht Hofbauer zu diesem Thema im Hofbergsaal.

Hannes Hofbauer

Hannes Hofbauer

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und einem Jahrzehnt der Schwäche und des wirtschaftlichen Niedergangs hat sich Russland unter Putin seit dem Jahre 2000 wieder schrittweise konsolidiert. Eine weitere Ausdehnung von EU und Nato nach Osten versteht Moskau als Bedrohung und will es nicht mehr hinnehmen.

Für amerikanische Strategen wie James Stavridis, Nato – Oberbefehlshaber in Europa von 2009-2013, ist das nicht akzeptabel. Im Vorwort zu dem Buch „2017. War with Russia“ schreibt er: „Von allen geopolitischen  Gefahren, denen sich die Vereinigten Staaten im 21. Jahrhundert gegenübersehen, ist der Wiederaufstieg Russlands unter Präsident Putin die gefährlichste. (…). Unter Präsident Putin hat Russland einen gefährlichen Kurs eingeschlagen. Sollte es ihm erlaubt werden, damit fortzufahren, wird dies zwangsläufig zu einer Kollision mit der Nato führen. Und das wird einen Krieg bedeuten, der schnell auch atomar geführt werden könnte.“ Bereits 2014 warnten 60 namhafte Persönlichkeiten, unter ihnen der frühere Bundespräsident Roman Herzog und der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, vor einem Krieg in Europa. In einem Aufruf forderten sie eine neue Entspannungspolitik in Europa auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Davon sind wir heute weit entfernt. Zum Konflikt um die Ukraine ist der Krieg um Syrien dazu gekommen, in dem beide Seiten unmittelbar militärisch involviert sind. Eine neue Aufrüstungsspirale und ein Wirtschaftskrieg mit gegenseitigen Sanktionen sind bereits im Gange.  Grund genug, sich mit dem neuen und doch so bekannten „Feindbild Russland“ auseinanderzusetzen.

Hannes Hofbauer wurde 1955 in Wien geboren. Er studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte und arbeitet als Publizist und Verleger. Er hat zahlreiche Bücher zur sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung in den osteuropäischen Ländern veröffentlicht.

Ermöglichen wir Müttern in Damaskus eine Berufsausbildung und damit eine Lebensperspektive

Nach 6 Jahren Krieg und rigorosen Wirtschaftssanktionen durch die EU sind große Teile der syrischen Bevölkerung verelendet. Mit einem weiteren Projekt wollen wir ein Zeichen unserer Solidarität mit dem syrischen Volk setzen: In Zusammenarbeit mit der Leiterin der Italienischen Krankenhauses, Schwester Ana Maria Scarzello, möchten wir Müttern in Damaskus eine Berufsausbildung zur Schneiderin ermöglichen.

Viele Frauen in Damaskus befinden sich in einer verzweifelten Situation. Ein großer Teil von ihnen sind Flüchtlinge aus den verschiedensten Teilen des Landes und in Notunterkünften unterbracht. Viele von ihnen haben infolge des Krieges und der Terroranschläge ihren Ehegatten verloren und
müssen alle auf sich gestellt ihre Kinder ernähren.

Schwester Ana Maria Scarzello, hat uns gebeten, für eine Klasse von 32 Müttern die Finanzierung der Berufsausbildung zur Schneiderin zu übernehmen. Der Unterricht findet an allen Werktagen von 7 Uhr 30 bis 14 Uhr statt. Die Ausbildung geht über 4 Monate. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmerinnen eine Nähmaschine als Geschenk. Ein solcher Kurs
konnte bereits mit Geldern des UN-Flüchtlingshilfswerkes erfolgreich durchgeführt werden. Wie uns Schwester Scarzello schreibt, waren die Frauen sehr glücklich, weil sie bei diesem Kurs untereinander Kontakte knüpfen, sich austauschen und dazu noch einen Beruf erlernen konnten. Dank dieser Ausbildung können viele Teilnehmerinnen mittlerweile für Schulen, Krankenhäuser oder als selbständige Schneiderinnen arbeiten und ein wenig Geld für den Unterhalt ihrer Familien verdienen. Die Frauen und ihre Familien, so Scarzello, erhalten damit eine Lebensperspektive. Anfragen von Frauen gibt es in Überfülle.

Die Ausbildung soll im Juni 2017 beginnen. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende auf unser Konto auch dieses Projekt wieder zu verwirklichen:

Unsere Kontoverbindung bei der Sparkasse Pfaffenhofen lautet:
IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91
Stichwort „Hilfe für die Frauen in Damaskus“

Plakat: Berufsausbildung als Schneiderin Lebensgrundlage für Mütter in Damaskus

Mit Herrenmenschen-Gehabe in die Katastrophe

Leserbrief von Bernd Duschner zum US-Angriff auf den syrischen Militärflughafen Al-Schairat. Donaukurier am 19.4.2017.

Am 7. April 2017 haben die USA den syrischen Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat mit Raketen angegriffen und zahlreiche syrische Militärflugzeuge zerstört. Der Flughafen spielt eine wichtige Rolle beim Kampf der syrischen Armee gegen die Jihadisten. Der Jubel bei den Terroristen der Al-Nusra Front ist verständlich.
Ihren Angriff haben die USA mit einem Giftgaseinsatz in der Stadt Chan Scheichun gerechtfertigt. Die Stadt wird von den Jihadisten kontrolliert. Diese hatten behauptet, die syrische Armee hätte bei einem Luftangriff Bomben mit Giftgas eingesetzt. Das syrische und das russische Militär bestreiten das. Warum sollten sie auch den USA einen Vorwand für ein Eingreifen liefern? Nach ihrer Darstellung hatte Al-Nusra Giftgas in einem Munitionslager deponiert, das die Syrer bei einem Luftangriff unwissentlich getroffen hätten. Welche Version richtig ist, kann nur eine unparteiische Untersuchung vor Ort, beispielsweise durch UN – Spezialisten, klären. Für die US-Regierung, deren erklärtes Ziel der Sturz der syrischen Regierung ist, sind solche Untersuchungen bei ihren Kriegsplänen nur hinderlich. Wie 2003 bei ihren falschen Anschuldigungen gegen Saddam Hussein wegen seiner angeblichen Massenvernichtungswaffen, 2011 gegen Gaddafi, der Viagra an seine Soldaten für Massenvergewaltigungen ausgeben haben sollte, haben sie ohne jegliche Beweise für die Richtigkeit der Darstellung der Jihadisten vorzulegen und ohne Zustimmung des UN – Sicherheitsrates Syrien angegriffen. Die Führung der USA sieht sich selbst als Herrenmenschen, die über dem Völkerrecht stehen: Wenn es um Afrikaner und Araber geht, erheben sie die Anklage, sprechen das Urteil und vollstrecken es. Es ist erschreckend, dass sich Kanzlerin Merkel und die SPD-Führung hinter diesen Völkerrechtsbruch gestellt haben.
Nationalstaaten sind das entscheidende Instrument, mit dem Völker ihr Leben eigenständig gestalten und über die Verwendung ihres Reichtums verfügen können. Den Arabern mit ihrem Ölreichtum wollen USA und Nato-Führung ihre Nationalstaaten nicht zugestehen. Nach der Zerstörung Afghanistans, Somalias, des Irak und Libyens führen die USA seit 2011 Krieg gegen Syrien. Durch Anheizen der internen religiösen und ethnischen Konflikte soll das Land in Kleinststaaten zerschlagen werden. Als sei es die größte Selbstverständlichkeit, haben die amerikanischen Leitmedien ausführlich berichtet, wie ihre Geheimdienste, die Türkei und Saudi-Arabien die Jihadisten mit modernsten Waffen beliefert und diese in Lagern in der Türkei und Jordanien von US-Spezialkräften für den Kampf gegen die syrische Regierung ausgebildet wurden. Mittlerweile setzen die USA auf kurdische Nationalisten, um große Teile im ölreichen Norden und Osten von Syrien abzutrennen. Dort haben die USA ohne die syrische Regierung zu fragen, auf syrischen Boden eigene Militärstützpunkte errichtet. Tornados der Bundeswehr liefern ihnen bei ihren regelmäßigen Bombardierungen in Syrien die Zieldaten, wie anlässlich des Totes von 33 Zivilisten bei einem US-Luftangriff auf eine ehemalige Schule in Al-Mansoura vor wenigen Wochen bekannt geworden ist. Mit ihrer Unterstützung für einen Kurdenstaat in Syrien haben die USA gleichzeitig ihrem Nato-Partner Erdogan den gewünschten Vorwand verschafft, ein großes Stück im Norden Syriens zu besetzen. Israel hat bereits 1981 die wasserreichen Golanhöhen annektiert. Herrenmenschen stehen eben über dem Völkerrecht.
Die „Zerlegung“ Syriens wird zu weiteren ethnischen Säuberungen, Chaos und Anwachsen des Flüchtlingselends führen. Muss uns das stören? Schließlich haben doch Merkel und ihre SPD Minister Erdogan Milliarden bezahlt, damit er den Fluchtweg nach Europa versperrt und wir das Elend der Flüchtlinge nicht sehen müssen. Täuschen wir uns nicht: Das Herrenmenschengehabe und die arrogante Missachtung des Völkerrechts gegenüber der 3. Welt werden immer mehr Terrorismus nach Europa bringen. Sie sind der sichere Weg in die endgültige Katastrophe für uns alle: die militärische Konfrontation mit Russland und China.