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Sich nicht gegenseitig Probleme schaffen, sondern die Probleme gemeinsam lösen

Muslimische Theologin R. Müller sprach im überfüllten Hofbergsaal

CIMG2590 (1024x768) Knapp 100 Zuhörer konnte Bernd Duschner am vergangenen Sonntag zur Veranstaltung der „Freunde von Valjevo“ mit der muslimischen Theologin Rabeya Müller im Hofbergsaal begrüßen. In seiner Eröffnung bedankte er sich bei den muslemischen Mitbürgern, die mit ihrer Arbeit und ihrer Teilnahme am gesellschaftlichen Leben unsere Stadt bereichern. Er begrüßte ausdrücklich den Bau einer Moschee in Pfaffenhofen.

Der Islam baut wie das Christentum auf der hebräischen Bibel auf. Mit Christen und Juden, so Rabeya Müller, haben die Muslime den Glauben an einen einzigen allmächtigen Gott als Schöpfer der Welt gemeinsam. Das arabische Wort für Gott istCIMG2597 (1024x768) Allah. Es sei der gleiche Gott, zu dem auch Christen und Juden beteten. Der Koran betone, dass Gott den Menschen unendlich nahe sei und für ihn Gerechtigkeit und Barmherzigkeit stets zusammengehörten. Sich selbst als etwas Besseres als andere zu halten, sei es wegen des eigenen Geschlechtes, der gesellschaftlichen Stellung oder der Volkszugehörigkeit, bezeichne der Koran als „satanisches Prinzip“ und werde von ihm scharf verurteilt. Viele biblische Erzählungen, wie z.B. von der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies, finden sich auch im Koran. Allerdings essen dort Mann und Frau gemeinsam vom Baum der Erkenntnis und machten sich im gleichen Maße schuldig. Weil Gott den Menschen vergeben habe, gibt es jedoch für Muslime keine Erbsünde. Die Passion, die Kreuzigung Christi zur Tilgung dieser Schuld, lehnt der Islam folglich ab. Abraham, Moses, Jesus und Mohammed sind für Muslime Propheten Gottes, die sie tief verehren, allerdings nur Menschen, die auch Fehler begehen können.

In der Diskussion machte Rabeya Müller deutlich, wie wichtig es sei, nicht einzelne Stellen des Koran aus ihrem Kontext zu reißen und zu zulassen, dass sie von engstirnigen Salafisten mißinterpretiert werden. Wie sie überzeugend zeigte, finden sich im Koran viele Hinweise und Argumente für ein friedliches gleichberechtigtes Zusammenleben von Mann und Mann, von Muslimen und Andersdenkenden. Ob muslimische Frauen als Zeichen der Verbundenheit mit ihrem Glauben ein Kopftuch tragen, sollten allein sieIMG_20130428_200901 (1024x768) entscheiden. Eine große Belastung für Muslime sei es, so Rabeya Müller, wenn von interessierter Seite immer wieder versucht werde, den Islam mit den terroristischen Taten Einzelner in Verbindung zu bringen. Hinter solcher Hetze, so Bernd Duschner, steckten letztlich ausländerfeindliche Motive, die ein friedliches Zusammenleben und Verständigung verhindern sollten. Das sei genauso abwegig, wie den christlichen Glauben für Angriffskriege wie gegen den Irak oder beispielsweise die Verbrechen der NSU verantwortlich zu machen.

In ihrem Schlußwort forderte Rabeya Müller, wir sollten uns als Bürger nicht gegenseitig Probleme machen, sondern die Probleme gemeinsam lösen.