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Veranstaltungskalender

Dienstag, 7. Juli, 20 Uhr
Dr. Eugen Drewermann:
Nur durch Frieden bewahren wir uns selber
Die Bergpredigt als Zeitenwende

Pfarrheim Niederscheyern, Schrobenhausener Straße 20, Pfaffenhofen

„Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen“, heißt es immer wieder. Doch mit jedem Krieg verlieren wir unsere Menschlichkeit und solange wir uns mit ständiger Aufrüstung gegenseitig bedrohen, werden weiter Kriege wüten und ihre Opferzahlen steigen.
Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen: Den ewigen Krieg oder die Erlösung von dem Grauen der Gewalt durch die Friedensbotschaft Jesu. Nur wenn aus der Bergpredigt die politischen Konsequenzen gezogen werden, wird es Frieden geben.

Eugen Drewermann
Dr. Eugen Drewermann ist Theologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller mit internationaler Reichweite; er gehört zu den erfolgreichsten theologischen Autoren. Für sein friedenspolitisches Engagement wurde er 2007 mit dem Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet, 2011 erhielt er den internationalen Albert-Schweitzer-Preis, 2019 den Preis der Internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft. Der gefragte Referent nimmt immer wieder Stellung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Mittwoch, 24. Juni, 19 Uhr, im Hofbergsaal:Verhandeln statt Krieg mit Russland?Referent: Michael von der Schulenburg

Die Konfrontation zwischen den europäischen Nato-Staaten und der Russischen Föderation im Ukraine-Krieg verschärft sich: Auf Sanktionen und Einfrieren russischer Gelder folgt die Kaperung von Schiffen seiner „Schattenflotte“. Auf Lieferung von Soldatenhelmen folgten Artilleriegeschütze, Kampfpanzer und Kampfdrohnen, die Ziele tief in Russland zerstören können.
Brigade-General a.D. Vad, militärischer Berater der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel, warnt bereits: „Es kommt der Tag, wo sie Vergeltungsschläge auf Europa, auf Deutschland durchführen. Erst konventionell und wenn es sein muss, gehen sie eine Etage höher.“

Sind wir dabei, in einen offenen Krieg mit Russland zu schlittern? Ist es nicht höchste Zeit für Verhandlungen? Kann man mit Putin verhandeln?

Michael von der Schulenburg hat Wirtschaftswissenschaften studiert. Sein Studium führt ihn u.a. an die London School of Economics, die Ecole Nationale d`Administration (ENA) und das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Mehr als 34 Jahre war Schulenburg weltweit im Rahmen von Friedens- und Entwicklungsmissionen der UNO tätig und arbeitete auch für kurze Zeit bei der OSZE in Wien. Zu seinen Langzeitentsendungen gehörten Haiti, Pakistan, Iran, Irak und Sierra Leone. Ab 1992 bekleidete Schulenburg leitende Positionen in Friedens- und Entwicklungsmissionen der UNO und war in seinen letzten acht Jahren als beigeordneter UN-Generalsekretär tätig. Seit 2024 ist Schulenburg unabhäniger Abgeordneter im Europäischen Parlament. Dort ist er Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und im Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung.

Freitag, 5. Juni, 19 Uhr, Hofbergsaal Hofberg 7, Pfaffenhofen

Dr. Mohsen Farsijani: IRAN – Geschichte, Gesellschaft, Politik

Für Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist der Iran mit seinen 93 Millionen Bürgern „die Pestbeule auf dieser Erde.“ Bundeskanzler Friedrich Merz zog seinen Hut vor Israel, als dessen Luftwaffe im Juni 2025 den Iran ohne Vorwarnung hinterhältig überfiel und bombardierte: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht – für uns alle. (…). Ich kann nur sagen: Größten Respekt davor, dass die israelische Armee den Mut dazu gehabt hat, dass die israelische Staatsführung den Mut gehabt hat, das zu machen.“ Statt den erneuten Angriffskrieg, den Israel und USA am 28. Februar 2026 gestartet haben, als Bruch des Völkerrechts zu verurteilen, erklärte Merz: „Deswegen ist jetzt nicht der Moment, unsere Partner und Verbündeten zu belehren. Bei allen Zweifeln teilen wir viele ihrer Ziele.“ US-Präsident Trump droht dem Land und seiner Bevölkerung gleich mit der völligen Vernichtung: „Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich schnell bewegen, sonst wird von ihnen nicht viel übrig bleiben.“ 

Woher kommt dieser Hass und diese Aggressivität gegen den heutigen Iran? Wollen USA, Israel und Nato-Staaten mit ihren Sanktionen und Bombenangriffen tatsächlich nur das Beste für die Iraner, spricht Demokratie, Menschen-. und vor allem Frauenrechte, allgemeinen Wohlstand? Was sollten wir über Geschichte, Gesellschft und die politischen Verhältnisse des Iran wissen, um uns ein eigenes Bild über dieses Land, seine Menschen und die Hintergründe des aktuellen Krieges machen zu können?

Unser Referent Dr. Mohsen Farsijani ist gebürtiger Iraner und wuchs in Teheran auf. Er studierte und promovierte in Medizin in Deutschland und arbeitete zuletzt als Chefarzt am Klinikum Fichtelgebirge.

Sonntag, 10. Mai 2026, 19 Uhr, im Hofbergsaal, Pfaffenhofen
Israel im Krieg. Gesellschaft und Ideologie

Referent: Dr. Moshe Zuckermann
Professor em. für Geschichte und Philosophie, Tel Aviv, Israel

Israel führt Krieg: In Gaza hat sein Militär die Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser und Gebetshäuser, die Lebensgrundlagen von über 2 Millionen Palästinensern völlig zerstört und ein Trümmerfeld hinterlassen. Im Westjordanland, das unter israelischer
Militärherrschaft steht, terrorisieren bewaffnete Siedlerbanden straflos die Bevölkerung. Dort findet eine ethnische Säuberung statt. In Syrien und im Libanon richtet Israel „Pufferzonen“ ein und vertreibt die einheimische Bürger. Den Iran hat es nach seinem Angriffskrieg im Juni 2025 jetzt erneut im Februar 2026 mit US-Unterstützung überfallen und einen Krieg initiiert, der dabei ist, den gesamten Nahen Osten zu erfassen.
Mit Professor Moshe Zuckermann wollen wir diskutieren: Wie erklärt sich die aggressive Außenpolitik Israels? Welche politischen und ideologischen Ziele will seine Führung damit erreichen? Was denkt die israelische Bevölkerung über den Völkermord in Gaza, die Entrechtung und Vertreibung der Palästinenser im Westjordanland, den Krieg im Libanon und gegen den Iran? Welche Auswirkungen haben die ständigen Kriege auf die Lebensbedingungen der israelischen Bevölkerung und die Wirtschaft? Wie hat sich mit diesen Kriegen die Lage der Palästinenser in Israel selbst verändert? Wie steht es um die Friedensbewegung in Israel? Welche Chancen bestehen für einen Wandel der israelischen Politik und eine Aussöhnung mit seinen arabischen Nachbarn?

Sonntag, 22. Juni 2025, 19  Uhr, im Hofbergsaal:
Dokumentarfilm „Die Liebe zum Leben“ von Annette Ortlieb
über den Deserteur im 2. Weltkrieg Ludwig Baumann  

30.000 Deserteure wurden in Deutschland während des 2. Weltkriegs zum Tode verurteilt. Einer von ihnen war der Bremer Ludwig Baumann. Er überlebte Todesstrafe, KZ und Einsatz in der „Bewehrungstruppe 500“, die an der Ostfront in besonders gefährlichen Abschnitten und Tätigkeiten verheizt wurden. Aber selbst nach dem Krieg behält die Todesstrafe ihre Gültigkeit. Baumann kämpft 12 Jahre mit fast übermenschlichen Kräften auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen für die Aufhebung aller Strafen gegen Deserteure. Schließlich ist er erfolgreich: 2002 – fast 60 Jahre nach Kriegsende – werden die Todesurteile endlich aufgehoben.Im Film erzählen Ludwig Baumann selbst, sowie die Unterstützerin und Freundin Ursula Prahm, der Historiker Detlef Garbe und die damalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin über ihre Begegnungen und den Kampf Ludwig Baumanns.Ein versöhnlicher und mutmachender Film.

Samstag, 5. Juli 2025, 19 Uhr, im Hofbergsaal: 
Gaza zwischen Besatzung, Blockade und Krieg“. Referent ist Journalist, Buchautor und Reiseleiter Johannes Zang

Johannes Zang hat fest 10 Jahre in Israel und den besetzten Gebieten gelebt und als Zitronenpflüger in einem Kibbuz, als Musiklehrer in Bethlehem und als freier Journalist in Jerusalem gearbeitet.. Sein aktuelles Buch heißt „Kein Land in Sicht? Gaza zwischen Besatzung, Blockade und Krieg“. In Gaza spielt sich heute unter den Augen der Weltöffentlichkeit eine unvorstellbare Tragödie ab: Systematisch zerstört das israelische Militär mit Bomben und Panzern die Existenzgrundlagen von über 2 Millionen, die dort seit vielen Jahren auf einer Fläche der Hälfte unseres Landkreises von außen abgeriegelt im „größten Freiluftgefängnis der Welt“ gehalten werden. 

Johannes Zamg hat bereits über 60 Gruppen auf Pilger-, Begegnungs- und politischen Studienreisen durch Israel, Palästina, Jordanien und im Sinai begleitet. Er spricht Arabisch und Hebräisch und betreibt den monatlichen Podcast Nahost Jeru-Salam.

Samstag, 13. September 2025, 19 Uhr, im Hofbergsaal: „Aufrüstung statt Sozialabbau – Wer zahlt die Rechnung? Deutschland auf dem Weg in die Deindustrialisierung“. Referent: Horst Schmitthenner

Horst Schmitthenner hat nach einer Maschinenschlosserlehre absolviert und später Soziologie studiert. Er war Erster Bevollmächtiget der IG Metall in Neuwied und gehörte von 1989 bis 2003 dem geschäftsführenden Vorstand der IG Metall an. Schwerpunkte seines herausragenden Engagements lagen zunächst in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, später dann in derSozialpolitik. Bis heute ist er ein gefragter „Streiter“ für die Rechte der Arbeitnehmer, die soziale Gerechtigkeit und den Frieden.